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Fotograf Kai-Uwe Küchler aus Zeuthen

Der Zeuthener Kai-Uwe Küchler ist Fotograf, Buchautor, Reiseführer und mit Multivisionsshows auch in der Region Dahmeland-Fläming unterwegs. Er zeigt atemberaubende Aufnahmen unserer Welt zwischen den Fjorden Norwegens, dem Himalaya im Tibet und den grünen Weiten Cornwells.

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In 4500 Meter Höhe entstand diese Aufnahme von tibetischen Gebetsfahnen vor dem Mount Everest links in der Ferne.

Quelle: Kai-Uwe Küchler

Zeuthen. Karge Flächen im Tibet. Am Rand der Talebene winzig helle Häuser, dahinter abgerundete Massive in Tiefblau und Dunkelgrün. Im Hintergrund der Mount Everest. Der schneebedeckte Riese leuchtet in der Sonne gleißend gelb. Die transparenten Wolken umkreisen ihn, mischen die Farben, schimmern sachtlila. Eine surreale Landschaft.

Kai-Uwe Küchlers Reisefotografien visualisieren nicht nur die Fremde. Sie riechen, schmecken und klingen nach ihr. Sie wecken das Fernweh. Es sind kultur- und geschichtsstarke Eindrücke von Orten und Menschen, faszinierende Impressionen von Tieren und Landschaften.

Kai-Uwe Küchler

Kai-Uwe Küchler

Quelle: Heidrun Voigt

Am Sonnabend zeigt der Weltenbummler seine Multivisionsshow zu Tibet in der Mehrzweckhalle Zeuthen. „Einmal im Jahr gebe ich ein Heimspiel. Angefangen habe ich vor sieben Jahren im Desy, vor drei Jahren sind wir in die Mehrzweckhalle gezogen“, erzählt der gebürtige Potsdamer, der seit 2008 in Zeuthen lebt. „Infotainment“, eine Kombination aus Information und Entertainment, nennt der jünger wirkende Fünfzigjährige seine Shows.

Neben Tibet gehören Afrika, Norwegen, Island, Ecuador/Galapagos und Cornwall zu seinen Schwerpunkten. Auf einer Leinwand im Kinoformat zeigt Kai-Uwe Küchler mit Musik und Originalgeräuschen hinterlegte Bilder und Videos und erzählt dazu. Manchmal ist er auch mit Musikern unterwegs, die live auf der Bühne die Reisepräsentation begleiten.

Bildbände

Bildbände

Quelle: Heidrun Voigt

Küchler arbeitet mit Experten zusammen, um den Soundtrack zu einer Show zu produzieren. Beispielsweise spricht Christian Brückner, die Synchronstimme von Robert de Niro, Zitate ein. Die Cellistin Stephanie John hat angelehnt an die Themenkomplexe des Cornwall-Vortrags, den Küchler am Freitag im Jüterboger Kulturquartier Mönchenkloster halten wird, Musikstücke dafür komponiert und eingespielt. Professionelle, dreidimensionale Reliefkarten, die Küchler bei Grafikern in Auftrag gibt, veranschaulichen unter anderem die Reiserouten.

„Für die Tibet-Show habe ich bei einem Klosterfest Dungchens, das ist so eine Art Riesentröte, aufgenommen. Zudem habe ich mit tibetanischen Musikern zusammengearbeitet und in Indien ein Interview mit dem Dalai Lama gemacht, Original-Zitate von ihm verwendet“, erläutert Küchler seine Arbeitsweise. Mit speziellen Programmen für Multimediaproduktionen kann er bis zu 20 Bild- und Tonspuren untereinander legen.

Der Abenteurer ist Perfektionist. Mehr als zehn Mal war er in Tibet, im südlichen Afrika oder anderswo – aus Neugier und für seine Arbeit. „Es ist immer wieder spannend. Die Dinge verändern sich und der Blick wird ein anderer, er richtet sich zunehmend auf Details“, sagt Küchler.

Mit einer Region einen Namen gemacht

Der Zeuthener betont, dass man sich für eine geografische Region einen Namen machen müsse, um zu bestehen. Das ist ihm gelungen. Bundesweit wird er in die Vortrags- und Veranstaltungsszene eingeladen, zeigt seine Präsentationen in Österreich und der Schweiz. Dafür hat er hart gearbeitet.

„Die Leute sollen den Aufwand nicht spüren, sie sollen zufrieden aus der Show gehen“, sagt er. Das scheint bestens zu klappen, denn Küchler hat ein großes Stammpublikum. Viele Fragen erreichen den Fachmann direkt im Anschluss an eine Veranstaltung oder per Mail.

Das war nicht immer so. „Die Anfangszeit war fürchterlich. Meine Frau musste mich ins Kino einladen, weil mir das Geld fehlte“, erinnert sich Kai-Uwe Küchler schmunzelnd. Studiert habe er „eigentlich was Vernünftiges“: Germanistik, Anglistik und Amerikanistik an der Humboldt-Universität Berlin. 1995 machte er dort seinen Abschluss.

Reisefreiheit nach der Wende ausgenutzt

Die Reisefreiheit, die sich mit der Wende auftat, war für ihn „eine Offenbarung“. Mit 19 Jahren hatte Kai-Uwe Küchler alle Länder gesehen, die für DDR-Bürger in Frage kamen. In entferntere Regionen war er mit Hilfe von Büchern gereist, beispielsweise mit Humboldts südamerikanischem Reisetagebuch. „Ich war ein Traumreisender. Als es möglich war, begann ich meine Träume zu realisieren“, sagt Küchler. 1990 nahm sich der Fernwehgeplagte ein freies Semester und reiste durch die USA. Den Aufenthalt finanzierte er mit Bruchstücken der Berliner Mauer, die er dort verkaufte.

Seinen ersten öffentlichen Vortrag hielt er 1993 an der Humboldt-Universität. Bald darauf startete er sein Projekt „Art & Adventure“, das mittlerweile neben Multimediashows auch Fotoreisen anbietet. Aber er hat auch ein drittes Standbein: Autor. Rund 20 Bildbände hat er für ein Würzburger Verlagshaus realisiert. Zudem schreibt er für Reisemagazine.

„Nach der Wende hatte ich die romantische Idee, dass sich die Reisen sofort selbst finanzieren und ich davon leben kann“, sagt Küchler. Für seinen ersten Vortrag in Potsdam mietete er einen Saal für 800 Besucher, zog für die Werbung mit Plakatkiepen durch die Stadt. Es kamen 55 Leute. Heute kann der Reisereporter darüber schmunzeln. Er ist ins richtige „Fahrwasser“ gelangt und hat dazugelernt. Auch von seinem Vater, der Fotograf ist und ihm viel beibrachte.

Schwieriger Beruf für einen Familienvater

Mehr als sechs Monate im Jahr ist Küchler unterwegs. Als seine beiden Töchter Nastassja (11) und Jaara (8) noch nicht zur Schule gingen, war seine Familie öfter dabei. „Meine Frau ist als Flugbegleiterin auch viel unterwegs, da müssen wir manchmal elend zirkeln“, sagt er. Wenn es eng wird, springen die Großeltern und auch mal die Nachbarn ein. „Ich bin gern Vater und will möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen, nur wachsen unsere Kinder eben anders auf als andere“, betont Kai-Uwe Küchler. Wichtig für ihn beim Reisen sei das Eintauchen in andere Kulturen, die Menschen zu erleben und die Natur. Von dieser Lebensart möchte er seinen Töchtern möglichst viel mitgeben.

Der Globetrotter gesteht, dass seine Liste der Traumziele immer länger wird. In den Sommerferien geht es mit der Familie erst einmal nach Neuseeland und Australien.

Info: Jüterbog, Kulturquartier Mönchenkloster, Freitag ab 19.30 Uhr; Zeuthen, Mehrzweckhalle, Sonnabend ab 17 Uhr; www.art-adventure.de

Von Heidrun Voigt

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