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Dahme-Spreewald Zwei Stunden langer Schulweg keine Seltenheit
Lokales Dahme-Spreewald Zwei Stunden langer Schulweg keine Seltenheit
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00:26 30.03.2018
Für Grundschüler gilt bisher ein täglicher Schulweg von drei Stunden für zumutbar. Quelle: dpa
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Königs Wusterhausen

Der Kreistag Dahme-Spreewald hat eine neue Schülerbeförderungssatzung mit reduzierten zumutbaren Fahr- und Wartezeiten beschlossen. Grundschüler dürfen nun insgesamt nicht länger als 150 Minuten hin und zurück unterwegs sein, einschließlich der Wartezeiten auf Bus und Bahn. Bisher sind 180 Minuten zumutbar. Bei Sekundarschülern wurde die Beförderungszeit auf 210 Minuten gesenkt, das sind zwanzig Minuten weniger als bisher.

Kreistagsabgeordnete Karin Weber (Linke) kämpfte im Kreistag seit zwei Jahren für kürzere Fahrzeiten der Schüler. Quelle: Hartmut F. Reck

Die Satzung legt nun fest, dass die Zumutbarkeit schon überschritten ist, wenn Grundschüler auf einer Strecke länger als 45 Minuten fahren und 30 Minuten warten müssen. Bei Sekundarschülern sind es 60 und 45 Minuten. In dem Fall muss der Landkreis sie mit Taxen oder Kleinbussen zur Schule oder auch nach Hause bringen lassen.

Mindestens 130 Schüler profitieren

Laut Kreisverwaltung werden durch die gesenkten Zumutbarkeitsgrenzen mindestens 130 weitere Schüler künftig einen Anspruch auf den so genannten Spezialverkehr haben, rund 600 sind es in Dahme-Spreewals bisher insgesamt. Die jährlichen Kosten dafür steigen um 500 000 auf 3,5 Millionen Euro. Insgesamt fahren täglich rund 7000 der 14 000 Schüler im Landkreis mit Bus und Bahn zur Schule.

Johannes Hammitsch braucht fast zwei Stunden zur Schule von Dolgenbrodt nach Zeuthen. Die MAZ begleitete ihn auf dem Marathon. Quelle: Christina Koormann

Den Spezialverkehr gibt es künftig aber nur noch bis zur nächstgelegenen weiterführenden allgemeinbildenden Schule der entsprechenden Schulform und weiterhin wie bisher zur Grundschule. Sekundarschüler, die bereits den Spezialverkehr für die Fahrt zu einer anderen weiterführenden Schule als der nächsten nutzen, haben Bestandsschutz.

Anträge können noch gestellt werden

Die Antragsfrist für die neuen Schülerfahrausweise endete zwar schon am 1. März, Eltern können Anträge aber noch schnellstmöglich beim Amt für Schulverwaltung (Beethovenstraße 14 in 15907 Lübben) einreichen, wie der Landkreis mitteilte.

Jugendliche aus Heidesee steigen in den Bus, der sie zur Schule oder zum nächsten Umsteigeort bringt. Quelle: Christina Koormann

Die politische Diskussion im Kreistag um die Beförderungszeiten dauerte zwei Jahre. Die Linken brachten das Thema damals zur Sprache, weil sie die aktuellen Zumutbarkeitsgrenzen für nicht zumutbar hielten. Wenn Kinder und Jugendliche drei bis vier Stunden täglich auf dem Schulweg verbringen müssen, bleibe keine Zeit für Freizeitaktivitäten.

Elterninitiative machte Druck

Eine Elterninitiative aus Heidesee machte ebenfalls Druck. Andere Fraktionen schlossen sich der Forderung an, die Fahr- und Wartezeiten für Schüler zu senken. Bis zum Beschluss dauerte es aber noch gut ein weiteres Jahr, Zwischenzeitlich wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Von Frank Pawlowski

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