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Dahme-Spreewald So modern wird der neue Desy-Campus
Lokales Dahme-Spreewald So modern wird der neue Desy-Campus
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17:41 11.03.2019
So soll das so genannte Science Data Management Centre auf dem Desy-Gelände aussehen. Quelle: Heinle Wischerer und Partner
Zeuthen

Die Forscher vom Zeuthener Desy haben schon vor einiger Zeit Kund getan, dass sie baulich Großes vorhaben. Nun steht fest, wie das künftige Herzstück auf dem Campus aussehen soll.

Das neue Herzstück des Desy-Campus wird ein Traum in Glas: Luftig, modern, mit einem spektakulärem Vordach. Das Gebäude soll ein 30 bis 50 Mann starkes, internationales Forscherteam beherbergen, dazu die Cafeteria für den gesamten Forschungscampus. Und es wird eine Stange Geld kosten.

Mehr als 10 Millionen Euro wird das Projekt verschlingen, das die Berliner Architekten Heinle Wischerer und Partner mit Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten ersonnen haben.

Desy wollte einen Masterplan

Für diese Summe wollte man im Hause Desy aber nicht nur ein neues Gebäude, sondern gleich einen ganzen Masterplan für den Campus haben, denn der Brandenburger Standort des Deutschen Elektronen Synchrotons, wie Desy in voller Länge heißt, wird sich in den nächsten Jahren neu aufstellen.

Zwar gehören die Zeuthener Astrophysiker mit ihrem Hochenergie-Neutrinoteleskop schon jetzt zur Elite, wenn es um Gamma-Astronomie geht. Künftig soll das Gelände aber auch noch das Datenzentrum eines großen internationalen Observatoriumsprojekts beherbergen.

Daten des CTA-Projekts landen in Zeuthen

Bei dem Projekt mit Namen CTA, an dem ein Konsortium seit 2010 arbeitet, geht es um hochkomplexe Astrophysik. Mit mehr als 100 neuartigen Teleskopen sollen bestimmte Lichtblitze gemessen werden. Aus den Daten dieser Blitze lassen sich dann Rückschlüsse auf Ereignisse in entfernten Galaxien ziehen. Die Teleskope selbst werden in Chile und La Palma stehen. Die Daten dieser Teleskope werden aber alle nach Zeuthen gesendet, wo sie verwaltet und ausgewertet werden. Die Zeuthener hatten sich um diese Zusammenarbeit beworben und sich in einem Wettbewerb durchgesetzt.

Für dieses neue Daten-Zentrum wurde nun ein Gebäude gebraucht, das auch gleich die Kantine des gesamten Campus beinhalten soll. Am Architektenwettbewerb dazu beteiligten sich 20 Büros.

„Leuchtturm der Astrophysik“

Eine Hauptaufgabe war: Das Gebäude sollte kein gesichtsloser Zweckbau sein, sondern dem Forschungszentrum ein neues, zeitgemäßes Auftreten geben. Diese Aufgabe sei erfüllt worden, sagte Standortleiter Christian Stegmann. Der Siegerentwurf gehe sogar weiter. Der Masterplan, der unter anderem einen zentralen Campus-Platz unter historischen Bäumen vorsieht, zeige, wo das Desy derzeit steht. „Wir wollen uns zu einem Leuchtturm der Astroteilchenphysik entwickeln“, so Stegmann. Auch optisch.

Und: Das neue Zentrum soll ein Beitrag zur Entwicklung der gesamten Wissenschaftsregion sein, die sich zuletzt ziemlich streckt. In Wildau wird gerade die TH erweitert, das Fraunhofer Institut errichtet unweit davon eine neuen Forschungs- und Produktionsstandort, in direkter Nachbarschaft baut der Landkreis ein Zentrum für Zukunftstechnologien und auch im Technologiepark auf dem Königs Wusterhausener Funkerberg wird die Ansiedlung von Unternehmen aus Forschung und Entwicklung vorbereitet.

Gebäude soll auf Region ausstrahlen

„Ziel ist, die Region zu einer führenden Region für Hochtechnologie in Deutschland zu machen“, sagt Christian Stegmann. Die gläsern-verschachtelte Architektur des neuen Datenzenrums soll, wenn sie Anfang 2022 fertig ist, ein Schritt in diese Richtung sein.

Allerdings, und das ist städtebaulich ein kleiner Wermutstropfen, wird man das Gebäude von der Straße aus gar nicht sehen können. Es wird mitten auf dem Campus liegen, offen einsehbar nur vom See aus – was dann vielleicht wieder typisch für einen Leuchtturm ist.

Schulungsgebäude kommt ebenfalls

Für die zahlreichen internationalen Mitarbeiter des Observatoriums hat das den schönen Nutzen, dass sie von ihren Büros aus auf den See schauen und damit einen der exklusivsten Ausblicke im Landkreis Dahme-Spreewald genießen können, während sie gleichzeitig Unmengen technischer Daten verwalten.

Wer hingegen als Passant an der Adresse des etwas abgelegenen Desy vorbeiläuft wird von der Straße aus auch weiterhin wohl nur das alte Klinkergebäude sehen, das die Einfahrt zum Desy-Campus markiert. Immerhin soll daneben aber noch ein neues Schulungsgebäude entstehen.

Das werde für das Datenzentrum unbedingt gebraucht, sagt Christian Stegmann. Allerdings sei dafür die Finanzierung noch nicht hundertprozentig gesichert.

Von Oliver Fischer

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