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Lokales Der Schuster für die Pferde – mobil im ganzen Land
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00:19 20.08.2017
Im Schnitt müssen die Hufe der Pferde alle sechs Wochen neu beschlagen werden. Ein altes Handwerk, das gefragt ist. Quelle: Fotos : Margrit Hahn (4)
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Frankenförde

Es zischt und qualmt und wiehert – Kevin Woltersdorf kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Er liebt Pferde, ist handwerklich geschickt und als Hufschmied kann er beides gut miteinander verbinden.

Vertreter seiner Zunft sind selten geworden, seitdem Maschinen die Pferde als Arbeitskräfte verdrängt haben. Der gebürtige Luckenwalder hat seinen Beruf bei Mario Dwork in Wittenberg gelernt und ist in ganz Berlin und Brandenburg unterwegs. Inzwischen hat der staatlich geprüfte und anerkannte Hufschmied sein eigenes Unternehmen. Mit seinen sechs Mitarbeitern ist der 34-jährige Frankenförder ständig unterwegs.

Die Spezialisten für die Pflege und das Beschlagen von Tierhufen mit Hufeisen brauchen für jedes Pferd gut anderthalb Stunden. Hufeisen und Hufnägel werden traditionell im Schmiedeprozess hergestellt. Ähnlich wie beim Menschen, dem ein Schuh am Fuß passen muss, wird das Hufeisen genau der Form des Pferdehufes angepasst. „Arbeitet der Hufschmied korrekt, spürt das Pferd nichts davon“, erklärt Kevin Woltersdorf.

Beim Pferdebeschlagen kann es schon mal unangenehm riechen Quelle: Margrit Hahn

Er behandelt bei Bedarf auch verletzte und kranke Hufe. Bei Stellungsfehlern oder Hufkrankheiten werden er und seine Männer auch therapeutisch tätig, indem sie spezielle Beschläge anbringen. Seine Kunden besucht er alle sechs Wochen. Wenn er auf einem Hof sieht, dass es Pferden schlecht geht und sie nicht ordnungsgemäß behandelt werden, informiert er das Veterinäramt. Aber das seien die Ausnahmen, sagt er.

Hufschmied Kevin Woltersdorf bei der Arbeit Quelle: Margrit Hahn

Dass er überhaupt Hufschmied geworden ist, verdankt er seinem Großvater, der in diesem Beruf ebenfalls tätig war. „Schon als Kind war ich fasziniert von diesem Beruf“, so Woltersdorf. Die Liebe zum Metallberuf hat er von seinem Vater, der eine Metallfirma führt. Letztendlich war es aber eine Freundin, die so pferdevernarrt war, dass es abfärbte. Dass er ab und zu von einem Pferd getreten wird, gehört für ihn dazu. Dass er sich zweimal bei der Arbeit die Schulter ausgekugelt hat – darauf hätte er schon gern verzichtet. Dafür hat er aber seine große Liebe Gina über die Arbeit kennengelernt. „Sie war meine Kundin“, erzählt Kevin Woltersdorf.

Seine Frau ist Pferde-Osteopathin. Als ihr Pferd vor Jahren schwer verletzt war, wurde ein Osteopath hinzugerufen. Sie war so fasziniert davon, dass sie sich entschloss, ein Fernstudium als Tierheilpraktikerin zu absolvieren. Jetzt bietet sie Physiotherapie und Osteopathie für Pferde an . Für sie ist ein Ausritt nach getaner Arbeit der schönste Ausgleich.

Quelle: Margrit Hahn

Die beiden Kinder – der siebenjährige Nico und die dreijährige Nele – reiten ebenfalls. „Das Reiten hat uns Mama gelernt. Nur Papa reitet nicht, der kümmert sich lieber um die Füße der Pferde“, berichtete Nele, die im September ihren vierten Geburtstag feiert. Auch die große Tochter aus einer früheren Beziehungen besucht ihren Vater oft.

Vor fünf Jahren hat die Familie in Frankenförde das Grundstück rund um den Waldsee gekauft und sich damit ein kleines Paradies geschaffen. Auch dort gibt es Pferde, um die sich der Familienvater natürlich auch kümmert.

Von Margrit Hahn

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