Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Die Bürgermeisterkandidatin

Oranienburg Die Bürgermeisterkandidatin

Die Oranienburger SPD schickt mit Jennifer Collin (31) eine junge Kandidatin ins Rennen bei den Bürgermeisterwahlen im Herbst 2017. Sie soll die Nachfolge von Hans-Joachim Laesicke antreten, der seit knapp 23 Jahren Amtsinhaber ist. Große Fußstapfen, die der studierten Politikwissenschaftlerin keine Angst machen.

Voriger Artikel
Stadtverordnete einig in Sachen Eierfarm
Nächster Artikel
SPD startet Projekt „10unter20“

Jennifer Collin ist in Oranienburg und auf Landesebene bestens vernetzt.

Quelle: MK

Oranienburg. Nein, Angst vor den großen Fußstapfen hat sie nicht. „Respekt vor der Leistung aber schon“, sagt Jennifer Collin. Bei den Wahlen im Herbst 2017 möchte die Sozialdemokratin die Nachfolge von Hans-Joachim Laesicke antreten. Er hat das Amt des Oranienburger Bürgermeisters im 23. Jahr inne. Der SPD-Ortsverein hat sie jüngst als Spitzenkandidatin präsentiert. „Wichtig ist doch das Potenzial, das man mitbringt. Und Hansi war schließlich auch Mitte 30, als er Bürgermeister wurde.“

Trotzdem habe sie lange überlegt, ob sie den Hut in den Ring werfen sollte. Es sei unter Politikwissenschaftlern eher verpönt, selbst Politik zu machen. Auch sie sah sich bisher eher in der zweiten Reihe gut aufgehoben: „Ich will gern Berater und Entscheidungshelfer sein“. Schließlich wisse sie aus ihrer Arbeit nur zu gut, was Minister und Staatssekretäre so dienstlich alles um die Ohren haben. Doch sie bringe sich eben auch gern ein, hat dabei einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Und deshalb habe sie sich dann doch entschieden, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten.

Die Runge-Absolventin ist 31 Jahre jung. Und in Oranienburg fest verwurzelt. Nach dem Studium der Politikwissenschaft in Rostock und Potsdam wohnte sie zwischenzeitlich in Berlin. Doch letztlich zog es sie zurück. Jennifer Collin lebt hier mit ihrem Partner Klaus und Sohn Juri, im August erwartet sie ihr zweites Kind. „Eigentlich perfektes Timing, dann kann ich nach einem Jahr in die heiße Wahlkampfphase starten.“ Nur ungern läss sich Jennifer Collin auf junge Mutter mit politischen Ambitionen reduzieren. Auch bisher habe ihr die Hilfe der Familie eine engagierte Berufstätigkeit ohne Wenn und Aber möglich gemacht. Darauf setzt sie auch weiter.

Parteipolitisch habe sie lange geschwankt: SPD oder Grüne? „Ich habe wirklich viel Parteiprogramme gelesen“. Letztlich begeistert habe sie 2008 Außenminister Steinmeier von der SPD. Doch bei den Sozialdemokraten ist sie dann doch erst 2013 eingetreten. Jennifer Collin ging schon als Schülerin gegen die Schließung des Rungegymnasium mit auf die Barrikaden, nahm Kontakt zu Michael W. Blumenthal auf, gewann den Ehrenbürger der Stadt und damaligen Leiter des Jüdischen Museums in Berlin, als Pate für die „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Sie lernte bei Praktika in Bundestag und Landtag nicht nur das Politiker-Dasein kennen, sondern ist seitdem gut vernetzt. Seit 2009 arbeitet sie in Potsdam für die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“.

Für Oranienburg würde sie sich wünschen, dass die Stadt mit ihren vielen Ortsteilen näher zusammenrückt. Streitereien um Schulen, Kitas oder Feuerwehrstandorte – „das sollte nicht sein. Auch ein Integrationskonzept brauchen wir.“ Und Oranienburg als Kulturstandort – da sieht sie noch Luft nach oben. Ebenso möchte sie in Sachen Sicherheit und Prävention aktiv sein. Kein Wunder, in der Familie ist das oft Thema: Vater wie Schwiegervater arbeiten bei der Polizei.

Was Frauen als Politikerinnen anders machen als Männer? „Frauen sind oft selbstkritischer, reflektieren mehr und zweifeln eher“, ist ihre Überzeugung. Sie hat sich bei der Nominierung im SPD-Ortsverein durchgesetzt: „ohne Zank. Wir verstehen uns sehr gut“. Beworben hatten sich neben ihr Dirk Blettermann und Holger Mücke, Matthias Hennig und Arne Probandt. Jeder habe sich den Fachfragen des Parteivorstandes und der Mitglieder gestellt. Und dann habe sie im ersten Wahlgang eben die Nase vorn gehabt, im zweiten die absolute Mehrheit erzielt. Wenn es nach Jennifer Collin ginge, könnte der Wahlkampf gleich losgehen.

Sie verspricht für 2017 einen „jungen Wahlkampf“. Ja, Plakate an Lampen, das müsse auch sein, aber da habe sie schon neue, tollere Ideen. Und wenn sie nicht gewählt wird? „Dann bleibe ich auch gern in meinem Job in Potsdam.“ Dann hoffe sie jedoch, „dass jemand anderes Bürgermeister wird, der genauso interessiert ist, Oranienburg auf Erfolgskurs zu halten, wie ich.“

Von Heike Bergt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg