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Ein Dorf feiert 80-jähriges Bestehen

Kummersdorf-Gut Ein Dorf feiert 80-jähriges Bestehen

Das Dorf Kummersdorf-Gut entstand vor 80 Jahren als Arbeitersiedlung an der Heeresversuchsanstalt. Der Geburtstag wurde nun gefeiert. „Flotte Hummeln“ sammelten mit Kuchenverkauf Geld für die Senioren. Der neue Kinderspielplatz stand im Mittelpunkt des Festes.

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Über den neuen Spielplatz in Kummersdorf-Gut freuen sich viele Bewohner des Dorfes.

Quelle: Gudrun Ott

Kummersdorf-Gut. Am Sonnabend trafen sich Alt und Jung, Alteingesessene und ehemalige Bewohner von Kummersdorf-Gut, um das 80-jährige Bestehen ihres Dorfes rund um den neuen Kinderspielplatz zu feiern. Der war lange ersehnt worden und stand im Mittelpunkt der Festlichkeit. „Finanziert hat ihn der Kinder- und Jugendförderverein Am Mellensee“, sagte Bürgermeister Frank Broshog (parteilos). Ortsvorsteher Michael Wegner weist auf den großen Zuzug hin, den das Dorf in den letzten Jahren erlebt hat. „Wir haben jetzt viele Kinder und die wollen spielen“, so Wegner.

Der Ort entstand als Arbeitersiedlung am Rande des Schießplatzes in den Jahren 1936 bis 1939. Es wurden circa 150 Häuser gebaut, erzählt Werner Nietschmann. Der 83-Jährige ist Ehrenmitglied im Förderverein Historisch-Technisches Museum Kummersdorf-Gut. Gegründet wurde der Verein 1990 als Bürgervereinigung, um die Geschichte von Kummersdorf-Gut und der dazugehörigen ehemaligen Heeresversuchsstelle Kummersdorf aufzuarbeiten. „Wir nehmen an, der Schießplatz ist 1875 entstanden. Genaues ist nicht bekannt“, sagt Nietschmann, der 1952 ins Dorf zog. „In diesem Jahr sind wir geboren“, Monika Wolf weist auf ihre Freundin Gudrun, die früher Lässig hieß. Beide erinnern sich: „Unser Spielplatz war damals in der Birkenallee. Hier gab’s einen Kindergarten und eine Schule, die bis zur 8. Klasse führte.“ Die Schule habe sogar ein Schwimmbad und einen kleinen Zoo gehabt, schwärmen die beiden Frauen. Die Tiere wurden von den Schülern versorgt, auch an den Wochenenden und in den Ferien. „Hier gab es mal einen Bäcker, einen Fleischer, einen Konsum und wir hatten ein Kino und ein Sportlerheim“, fügt Rosa Neubert, geborene Kaiser, hinzu. Sie ist mit ihren Eltern 1936 hergezogen, da war sie 13.

Idyllisches Dorf, aber Gastronomie fehlt

Die Front hat zweimal über die Region gewechselt und Rosa Neubert denkt schaudernd daran zurück, wie sie um ihr Leben rannte. Nach dem Krieg hat sie als junge Frau helfen müssen, die vielen Toten im Massengrab zu beerdigen. Später führte sie im Ort die Bibliothek. „Ich kenne viele Leute aus dieser Zeit. Um sie wiederzusehen, bin ich heute aus Wünsdorf gekommen“, sagt sie.

Fabian Porcher, stellvertretender Ortswehrführer, wünscht sich wieder eine Gaststätte. Die alte ist seit 1993 geschlossen. „Unser Dorf ist schön, idyllisch, ruhig“, meint Löschmeister Martin Wilk. Danny Jänicke von der Fernneuendorfer Partner-Feuerwehr empfiehlt eine Ausstellung über Kummersdorf-Gut im Historisch-Technischen Museum Peenemünde.

Daneben verkaufen Damen, die ihre T-Shirts als „Flotte Hummeln“ ausweisen, Kuchen und schenken Kaffee aus, um Geld für die nächste Seniorenfeier zu sammeln. Carola Noldan, Löschmeisterin und einzige Frau der hiesigen Feuerwehr, blickt über den gut besuchten Festplatz und weiß, aus Kummersdorf-Gut würde sie nie wieder wegziehen.

Von Gudrun Ott

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