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Ein Händchen fürs Zwischenmenschliche

Erste Absolventen der Altenpflegeschule Ein Händchen fürs Zwischenmenschliche

Sie alle sind „Quereinsteiger“ und haben sich für einen neue Beruf entschieden, der immer auch Berufung sein sollte: die Altenpflege. Neun Frauen und zwei Männer können sich seit Donnerstag staatlich anerkannte Altenpflegerhelfer nennen.

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Gelöste Stimmung gestern Vormittag, als jeder seinen Abschluss in den Händen halten konnte. Rechts :Kursleiter Thomas Bode

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Die letzten acht Berufsjahre hatte Uwe Christoffers bei der Bahn gearbeitet. Dann wollte er den Bürojob tauschen gegen etwas ganz Neues: „Es war meine persönliche Entscheidung für einen beruflichen Neustart.“ Gestern hielt der 39-Jährige aus Wandlitz wie zehn andere „Quereinsteiger“ sein Zeugnis als staatlich geprüfter Altenpflegerhelfer in den Händen. Für Christoffers ein erster Schritt ins neue, ungewohntes Metier: Er lernt weiter, hängt noch zwei Jahre dran, um Altenpfleger zu werden.

Carmen Gajewski will hingegen so schnell wie möglich beruflich als Altenpflegerhelfer durchstarten. Ihr Ursprungsberuf: Sicherheitsfachkraft. Als Alleinerziehende eines Jungen „war es schwer, Fuß zu fassen. Ich war lange zu Hause, kenne mich aber auch in der privaten Pflege aus.“ Als sie von der Agus-Schule gehört hatte, ging sie zum Jobcenter: „Ich wollte diese Gelegenheit beim Schopfe packen.“ Nun hat sie gleich mehrere Jobs in Aussicht. „Wo ich anfange, entscheide ich in den nächsten Tagen“, freut sie sich.

Neun Frauen und zwei Männer sind die ersten Absolventen der 2014 von Landkreis und Agus gegründeter Schule für Gesundheits- und Sozialberufe. „Der Bedarf an Fachkräften ist enorm. Und inzwischen wird der Beruf auch stärker in der Branche gewürdigt“, so Agus-Geschäftsführer in Potsdam, Kurt Roßmann. 15 haben den Kurs begonnen, elf bekamen gestern ihr Zeugnis. Die Abbrecherquote sei in diesen Berufen hoch, räumt Roßmann ein, aber „es ist eben eine Arbeit mit dem Menschen, die muss Berufung sein. Sie ist nicht leicht, aber dankbar.“

Die Ausbildung aller Kursteilnehmer war über die Jobcenter gefördert worden.

Der stellvertretende Schulleiter, Thomas Bode, leitete den Kurs der angehenden Altenpflegehelfer: „Ihr kritisches Hinterfragen war auch für uns eine Herausforderung. Bleiben Sie auch in der Praxis dabei“, forderte er seine bisherigen „Schützlinge“ auf.

Aus der Chaos-Truppe sei schnell eine Gemeinschaft gewachsen, die sich gegenseitig half, aufmunterte, zur Seite stand, erinnerte Uwe Christoffers, der für die Absolventen sprach. Auch wenn sie manchmal „etwas stachlig“ gewesen seien, es sei in der Ausbildung viel gelacht worden. Und auch der Kaffeekonsum war hoch“, erinnerte er an lange, zähe Lerntage.

In einer Feierstunde bekamen sie gestern die Zeugnisse und Blumen überreicht. Bei einem Glas Sekt und Häppchen löste sich die Anspannung.

Examinierte Altenpfleger werden händeringend gesucht, auch in Oberhavel. Gab es 1999 noch 64 000 Pflegebedürftige in Brandenburg, so waren es 2013 bereits 102 000. Für 2030 werden 162 000 prognostiziert. Altenpflegerhelfer können bei ambulanten Pflegediensten und im betreuten Wohnen ebenso arbeiten, wie in Tagesstätten für Senioren, Pflegheimen oder geriatrischen Kliniken.

Auch Franziska Kharbeiti aus Oranienburg will sich jetzt in die Praxis stürzen. Stellenangebote hat sie gleich mehrere. „Erst einmal arbeiten und dann noch den Fachabschluss machen“, ist der Plan der früheren Bürokauffrau.

Von Heike Bergt

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