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Eindrucksvolles Bekenntnis

Kummersdorf-Alexanderdorf Eindrucksvolles Bekenntnis

Einen ökumenischen Gottesdienst feierten Menschen evangelischer und katholischer Konfession anlässlich des 500. Reformationsjubiläums im Kloster Alexanderdorf.

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Beim ökumenischen Gottesdienst im Kloster Alexanderdorf.

Quelle: Andrea von Fournier

Kummersdorf-Alexanderdorf. Parallel zum Buß- und Versöhnungsgottesdienst, den katholische und evangelische Kirche auf Bundesebene in Hildesheim zelebrierten, feierten die Christen beider Konfessionen in der Region miteinander einen ökumenischen Gottesdienst im Kloster Alexanderdorf.

Anlass ist das 500. Reformationsjubiläum, dessen man gemeinsam gedenkt, um für die Zukunft zu lernen. Vertreter der beiden großen deutschen Kirchen haben eine Umkehr von der Jahrhunderte währenden Geschichte gegenseitiger Verletzungen und Abgrenzung vollzogen.

Es wird spannend sein zu erleben, ob die obersten Kirchenvertreter hier ein Lippenbekenntnis formulierten oder die Annäherung folgt, die an der Basis schon unüberhörbar gefordert wird. Überkonfessionelle Begegnungen im evangelischen Kirchenkreis Zossen-Fläming gibt es seit Langem. Superintendentin Katharina Furian erinnerte in ihrer Predigt an „Ökumenische Gespräche“ im Kloster und an gemeinsame Gottesdienste. Kürzlich feierte man den „Weltgebetstag der Frauen“ zusammen.

Die Liturgie ist zentral erarbeitet worden

Die kleine Kirche in Alexanderdorf war am Sonnabend gut gefüllt, als sie die Schwestern des Ordens in Zweiergruppen betraten und links und rechts des Altars einzogen. Schwester Bernadette, Äbtissin von St. Gertrud, die Schwestern Johanna und Beata, die evangelischen Pfarrer Jürgen Behnken (Märkisch Buchholz), Friedemann Dühring (Zossen), Matthias Wolf (Woltersdorf) sowie Katharina Furian und der katholische Pfarrer Josef Rudolf bezogen Platz an der Stirnseite unterhalb des Kreuzes. Der Posaunenchor des Pfarrsprengels Woltersdorf-Jänickendorf und Kreiskantor Peter-Michael Seifried (Orgel) begleiteten den Gottesdienst, das „Samuel-Scheidt-Ensemble“ Jüterbog gab ihm einen würdigen Rahmen. Die Liturgie war, ähnlich dem „Weltgebetstag der Frauen“, zentral erarbeitet worden. „Wir haben sie gemeinsam für uns angepasst“, sagte Katharina Furian. Eindrucksvoll war das Bekenntnis, das verlesen wurde. Die Christen beider Konfessionen offenbarten, dass menschlicher Hochmut und die Gier nach Macht die Kirche erfasst hat. Wo es um Gottes Ehre gehen sollte, stand menschlicher Stolz im Mittelpunkt. Nur so konnte die Spaltung andauern, die Städte getrennt, Familien zerrissen hat.

Der „Heilung der Erinnerung“- Prozess, mit dem beide Kirchen nach Wegen zur Versöhnung suchen, war in den Predigten zu erkennen. Sie betonten Gemeinsames, dass das Kreuz, die Bibel und die heilige Taufe darstellen. Katharina Furian erinnerte an Kanzler Willi Brandts Kniefall in Warschau 1970: Er bat um Vergebung für ein Verbrechen, das er selbst nicht begangen hatte, unter dessen Last er stellvertretend litt. Das Kreuz wäre das überkonfessionelle Zeichen der Versöhnung.

Von Andrea von Fournier

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