Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Lokales Ekstatischer Hummelflug
Lokales Ekstatischer Hummelflug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:50 04.07.2016
Lukas Böhm und Ni Fan sind „Double Beats“. In Königs Wusterhausen ernteten sie stehende Ovationen. Quelle: Karen Grunow
Anzeige
Königs Wusterhausen

So hat man Bach noch nie gehört: Das perlt, das läutet, das gongt, das orgelt – ja, so soll es wohl sein, aber Ni Fan und Lukas Böhm spielen eben nicht Cembalo, Klavier oder Orgel, sondern trommeln auf und streichen über die Klangstäbe ihrer Marimben. Das Publikum in der Königs Wusterhausener Kreuzkirche ist nachwirkend baff, mit jedem Werk ein bisschen mehr, und am Ende stehen die vielen Zuhörer zwischen den Kirchenbänken und jubeln den beiden Perkussionisten und den Pianisten des Abends, Gerlint Böttcher und Sorin Creciun, zu.

Was für ein Auftakt der nunmehr dritten Saison der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen! Andreas H. Apelt, Bevollmächtigter des Vorstands der Deutschen Gesellschaft, deren Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark dieses besondere Klassikfestival veranstaltet, kündigt den Abend noch als „Kontrastprogramm zum abendlichen Fußballspiel“ an. Doch das rückt während des zweistündigen Konzertes ganz weit weg. Schon der Anblick des Chorraums der Kirche ist gigantisch: zwei Steinway-Flügel, dahinter die Marimben und weitere Schlagzeuginstrumente.

Als Quartett: Ni Fan, Gerlint Böttcher, Lukas Böhm und Sorin Creciun (v. l.). Quelle: Karen Grunow

„Double Beats“ nennen sich Ni Fan und Lukas Böhm, seit 2012 gibt es ihr Duo, die beiden hatten sich als Studenten an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ kennengelernt. Sie erhalten derzeit als weltweit erstes kammermusikalisches Schlagzeug-Ensemble überhaupt ein spezielles Aufbaustudium mit hochkarätigen Professoren. Beide sind international gefragt und spielen unter anderem mit den Berliner Philharmonikern.

Gerlint Böttcher wollte die beiden unbedingt mal zu den Schlosskonzerten holen. Die Pianistin ist auch künstlerische Leiterin des Festivals und ahnte, dass die eigens für Marimben arrangierte Version von Rimski-Korsakows „Hummelflug“ das Königs Wusterhausener Publikum genauso umwerfen würde wie sie, als sie das Duo zum ersten Mal erlebt hatte. Die Vorstellung, mit „Double Beats“ aufzutreten, reizte sie.

Bejubelt: Ni Fan, Gerlint Böttcher, Lukas Böhm und Sorin Creciun (v. l.). Quelle: Karen Grunow

Über Empfehlung des renommierten Musikprofessors Georg Savas kam Sorin Creciun dazu. Der Pianist hatte für den Abend in der Kreuzkirche einiges aus Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ für die außergewöhnliche Instrumentenkonstellation arrangiert. Doch auch Creciun und Böttcher traten als Duo auf, spielten auf den Flügeln eine Ciacona von Buxtehude und von Mozart die Ouvertüre der Zauberflöte.

Und dann, am Ende des kraftvollen und pulsierenden Programms, interpretierten alle vier noch Daniel Milhauds „Scaramouche“, 1937 als Auftragswerk für zwei Pianistinnen entstanden und vom Komponisten selbst für verschiedenste Instrumentenvariationen umgeschrieben. Das fetzte und jazzte und machte große Lust auf mehr.

Info:

Von Karen Grunow

Dahme-Spreewald Second Horizon Festival in Kiekebusch - Veranstalter nach Tod auf Festival tief betroffen

Der Tod eines Festivalbesuchers überschattet das „Second Horizon“, eine Psychedelic-Sounds-Veranstaltung. Starb der Mann, der mit seiner Familie und Bekannten nach Kiekebusch in der Gemeinde Schönefeld gekommen war, an Drogen? Der Veranstalter zeigt sich einen Tag danach tief betroffen.

03.07.2016
Lokales Dahme-Spreewald: Polizeibericht vom 3. Juli - Unfallflucht auf dem Radweg

Verletzt wurde eine Fahrradfahrerin in Königs Wusterhausen, die auf dem Radweg an der Luckenwalder Straße unterwegs war, durch eine von hinten heraneilende andere Radfahrerin. Diese hatte zwar entschuldigende Worte parat, scherte sich dann aber nicht weiter um den von ihr verursachten Unfall und radelte davon. Nun wird sie gesucht.

03.07.2016
Lokales Wo Kulissen entstehen - Schiffbruch im Zuschauerraum

Vor 20 Jahren hat sich Sven O. Winter im Gewerbezentrum an der Lehnitzschleuse selbstständig gemacht – mit einer Theater-Werkstatt. Seitdem baut er Säulen, Schiffe und Pferde für die Bretter, die die Welt bedeuten. Geboren in Kremmen, hat er in Berlin gelebt und ist heute in Oranienburg zu Hause.

01.07.2016
Anzeige