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Ekstatischer Hummelflug

Eröffnung der Schlosskonzerte in Königs Wusterhausen Ekstatischer Hummelflug

Das international gefeierte Schlagzeug-Duo „Double Beats“ trat zur Eröffnung der diesjährigen Ausgabe der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen auf, und die Kreuzkirche bebte. Als Dreingabe waren außerdem die künstlerische Leiterin des Festivals, Gerlint Böttcher, und ihr Pianistenkollege Sorin Creciun an zwei Flügeln zu erleben.

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Lukas Böhm und Ni Fan sind „Double Beats“. In Königs Wusterhausen ernteten sie stehende Ovationen.

Quelle: Karen Grunow

Königs Wusterhausen. So hat man Bach noch nie gehört: Das perlt, das läutet, das gongt, das orgelt – ja, so soll es wohl sein, aber Ni Fan und Lukas Böhm spielen eben nicht Cembalo, Klavier oder Orgel, sondern trommeln auf und streichen über die Klangstäbe ihrer Marimben. Das Publikum in der Königs Wusterhausener Kreuzkirche ist nachwirkend baff, mit jedem Werk ein bisschen mehr, und am Ende stehen die vielen Zuhörer zwischen den Kirchenbänken und jubeln den beiden Perkussionisten und den Pianisten des Abends, Gerlint Böttcher und Sorin Creciun, zu.

Was für ein Auftakt der nunmehr dritten Saison der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen! Andreas H. Apelt, Bevollmächtigter des Vorstands der Deutschen Gesellschaft, deren Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark dieses besondere Klassikfestival veranstaltet, kündigt den Abend noch als „Kontrastprogramm zum abendlichen Fußballspiel“ an. Doch das rückt während des zweistündigen Konzertes ganz weit weg. Schon der Anblick des Chorraums der Kirche ist gigantisch: zwei Steinway-Flügel, dahinter die Marimben und weitere Schlagzeuginstrumente.

Als Quartett

Als Quartett: Ni Fan, Gerlint Böttcher, Lukas Böhm und Sorin Creciun (v. l.).

Quelle: Karen Grunow

„Double Beats“ nennen sich Ni Fan und Lukas Böhm, seit 2012 gibt es ihr Duo, die beiden hatten sich als Studenten an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ kennengelernt. Sie erhalten derzeit als weltweit erstes kammermusikalisches Schlagzeug-Ensemble überhaupt ein spezielles Aufbaustudium mit hochkarätigen Professoren. Beide sind international gefragt und spielen unter anderem mit den Berliner Philharmonikern.

Gerlint Böttcher wollte die beiden unbedingt mal zu den Schlosskonzerten holen. Die Pianistin ist auch künstlerische Leiterin des Festivals und ahnte, dass die eigens für Marimben arrangierte Version von Rimski-Korsakows „Hummelflug“ das Königs Wusterhausener Publikum genauso umwerfen würde wie sie, als sie das Duo zum ersten Mal erlebt hatte. Die Vorstellung, mit „Double Beats“ aufzutreten, reizte sie.

Bejubelt

Bejubelt: Ni Fan, Gerlint Böttcher, Lukas Böhm und Sorin Creciun (v. l.).

Quelle: Karen Grunow

Über Empfehlung des renommierten Musikprofessors Georg Savas kam Sorin Creciun dazu. Der Pianist hatte für den Abend in der Kreuzkirche einiges aus Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ für die außergewöhnliche Instrumentenkonstellation arrangiert. Doch auch Creciun und Böttcher traten als Duo auf, spielten auf den Flügeln eine Ciacona von Buxtehude und von Mozart die Ouvertüre der Zauberflöte.

Und dann, am Ende des kraftvollen und pulsierenden Programms, interpretierten alle vier noch Daniel Milhauds „Scaramouche“, 1937 als Auftragswerk für zwei Pianistinnen entstanden und vom Komponisten selbst für verschiedenste Instrumentenvariationen umgeschrieben. Das fetzte und jazzte und machte große Lust auf mehr.

Info:

Von Karen Grunow

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