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Ende Mai kommen die ersten Maschinen

Baustellentermin bei Takeda Ende Mai kommen die ersten Maschinen

15 Gewerke geben sich derzeit auf der Großbaustelle des Pharmaunternehmens Takeda an der Lehnitzstraße die Klinke in die Hand. „Jeder treibt den anderen ein wenig vor sich her“, sagt Bauleiter Hans Kiener. Er hat seit elf Monaten den Hut dafür auf, „dass Termine und Koordination stimmen, aber auch das Wir-Gefühl ist wichtig.“ MAZ war am Donnerstagmorgen auf der Baustelle.

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Bauleiter Hans Kriener und der Chef des Projekts von Takeda, Hans-Joachim Kaatz (r.) beim Vor-Ort-Termin.

Oranienburg. Ein Loch klafft im Dach. „Wir haben da nicht etwa was vergessen, hier werden die Maschinen sukzessive eingeschwenkt“, erklärt Bauleiter Hans Kiener mit einem Schmunzeln. Der erfahrene Bauleiter der Firma Carpus+Partner aus dem Schwäbischen rückt seinen Helm gerade und steigt mit Tempo hinauf bis ins fünfte Geschoss. „Die Anlagen werden von ganz oben bis unten reichen.“ Denn auch im neuen Trakt läuft die Tablettenproduktion in der Vertikalen: Nach der Anlieferung werden die Rohstoffe gewogen, gemischt, granuliert, anschließende gepresst und letztlich im Erdgeschoss verpackt, erklärt der Projektverantwortliche von Takeda, Hans-Joachim Kaatz.

Der japanische Konzern beschäftigt 31 000 Mitarbeiter in 70 Ländern, 732 davon in Oranienburg. Von hier gehen jährlich sieben Milliarden Tabletten und Kapseln unter anderem gegen Magen- und Lungenerkrankungen in alle Welt. Ab 2017 noch mehr. Für den weltweit agierenden Konzern ist Oranienburg derzeit die größte Baustelle.

100 Millionen Euro kostet der Anbau in der Lehnitzstraße. Der Rohbau ist über den Winter fertig gestellt worden, nun läuft der Innenausbau. Solch ein Projekt ist auch für Hans Kiener etwas Besonderes. Seit elf Monaten laufen beim ihm die Fäden zusammen. Weitere elf werden dazukommen. Dabei sind aktuell 15 Gewerke auf der Baustelle, treiben sich Fliesenleger, Elektriker, Stahlbauer, Putzer und Lüftungsbauer, „ein wenig voreinander her“. Bei bis zu 200 Mann auf der Baustelle, gibt es „jede Woche Bauberatung“. Kiener muss die Termine kontrollieren, die Kosten, Planung und Ausführung, „aber auch das Wir-Gefühl ist wichtig. Letztlich werden wir aber am Endergebnis gemessen“.

Auf der Großbaustelle gibt es erstmals ein Müll-Management. Jede Firma deponiert Bau- und Verpackungsreste an einer vorgesehenen Stelle der Etage. Von dort werden sie täglich entsorgt. Ordnung auf dem Bau ist Kiener ebenso wichtig.

In mehreren Etagen waren gestern die Spezialisten von Kagetec am Wirbeln. 14 Kollegen verlegten Fliesen meterweise. Ein anstrengender Job. Zwei Tage muss der Boden für die späteren Reinsträume aushärten, dann kommen die nächsten Gewerke. „Irgendwann zum Jahresende öffnet sich diese Tür“, zeigt Kiener am Ende des langen Ganges auf der Rückseite des Gebäudes zum Bahndamm. Dann verbinden sich die Flure aller drei Gebäudemodule auf „bestimmt 500 Metern“.

2017 wird die Produktion im Erweiterungsbau starten. „Der wird anfangs nur zu 50 Prozent ausgelastet. Wir haben für die Zukunft gebaut und gehen davon aus, dass die Erweiterung zehn Jahre reicht“, so Kaatz. Nichtsdestotrotz läuft auf dem Takeda-Gelände vis a vis der Lehnitzstraße die Bombensuche. Gleich sechs Blindgänger waren dort ausgemacht worden, der erste ist bereits entschärft. „Die Munitionssuche ist ja immer der erste Schritt auf dem Weg für eine Baugenehmigung“, so Kaatz. Aktuelle Baupläne hege Takeda nicht, aber der bisherige Standort sei ausgereizt. „Und wir haben ja auch die unternehmerische Verantwortung, Optionen für die Zukunft offen zu halten“, sagt Hans-Joachim Kaatz.

Von Heike Bergt

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