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Lokales Extremwetter sorgt für Millionenverluste bei Getreide
Lokales Extremwetter sorgt für Millionenverluste bei Getreide
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00:19 19.08.2017
Gerstenernte der Agrargenossenschaft Trebbin auf einem Feld bei Lüdersdorf. Quelle: Margrit Hahn
Ruhlsdorf

Die Landwirte sind bedient. Der Frost im Frühjahr und die extremen Regenfälle im Sommer haben ihnen die Ernte zum Teil zunichte gemacht. Die Getreideernte 2017 und die Situation der Landwirte standen am Dienstagnachmittag auf der Tagesordnung der Vorstandssitzung des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming. Wie Vorsitzender Helmut Dornbusch berichtete, ist es ein verlustreiches Jahr auf Grund der extremen Wetterlagen.

Im Norden des Landkreises ist es zu noch größeren Schäden gekommen als im Süden. „Es war drei Tage heiß mit bis zu 35 Grad und dann traten schwere Gewitter mit Starkregen auf, wobei die Niederschlagsmengen sehr unterschiedlich waren“, berichtet Dornbusch. Die Obstbauern hatten bereits im Frühjahr mit Frösten zu kämpfen. Endgültige Zahlen können für den Landkreis noch nicht vorgelegt werden, weil die Ernte noch nicht komplett abgeschlossen ist. Bis Mitte August waren 85 Prozent der Druschfrüchte vom Feld und noch rund 6500 Hektar „auf dem Halm“.

Die niedrigen Erträge sind vergleichbar mit denen im Jahr 2010 – wobei nicht nur die abgeerntete Menge, sondern vor allem die Qualität eine Rolle spielt. Die Qualitätsverluste sind laut Dornbusch bei Getreide und Ölsaaten das Hauptproblem. Bisher wurden 36 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) Roggen geerntet. Entscheidend sei aber die Backqualität und die ist nicht zufriedenstellend. Die Anforderungen werden höchstens zu 50 Prozent erfüllt.

Beim Winterraps sah es erst gut aus. „Wir wollten 35 dt/ha ernten. Doch inzwischen steht fest, dass wir die gewünschte Qualität nicht erreichen können“, bedauert Dornbusch. In der Gemüseproduktion sieht es ähnlich aus. Auch das Gemüse hat zu viel Wasser abbekommen, sodass eine hochwertige Vermarktung kaum möglich ist.

Mit diesen Ergebnissen können die Landwirte nur eingeschränkte Preise erzielen. Selbst beim Stroh mussten herbe Verluste hingenommen werden. Trotzdem fordert der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes dazu auf, die abgeernteten Flächen schnell wieder zu nutzen. Schließlich wolle man nicht, dass sich die Schäden von 2017 auf das kommende Jahr auswirken. Problematisch sei allerdings, dass manche Äcker teilweise noch immer nicht mit schwerer Technik befahren werden können.

Als gut werden derzeit die Silomaisbestände gewertet. „Der Mais steht so hoch wie lange nicht mehr. Wenn wir den so ernten können, dürften gute Erträge zu erwarten sein“, sagt Dornbusch vorsichtig.

Positiv bewertet er auch die Milchproduktion. Die Preise liegen derzeit bei 34 bis 35 Cent pro Liter. So können die Milchbauern halbwegs kostendeckend arbeiten und das Sorgenkind Milchproduktion stehe nicht mehr im Rampenlicht.

Bei der Vorstandssitzung des Kreisbauernverbandes, der in der Gemeindeverwaltung in Ruhlsdorf tagte. Quelle: Margrit Hahn

Berndt Schütze vom Landwirtschaftsamt des Kreises bestätigt, dass die Getreideernte 2017 weit unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt. Im Gegensatz zu Superjahren ist für dieses Erntejahr beim Getreide mit bis zu acht Millionen Euro Verlust zu rechnen. Beim Raps sind Einbußen von 3,8 Millionen Euro zu erwarten.

Inzwischen haben sich sieben Betriebe vorwiegend aus dem Norden des Landkreises gemeldet, die überdimensional unter extremer Witterung leiden. Das Landwirtschaftsministerium erwägt, Betrieben bei denen mindestens 30 Prozent Schäden zu verzeichnen sind, finanziell unter die Arme zu greifen. „Der Landkreis unterstützt das Antragsverfahren“, sagt Schütze.

Walter Schulze, Vorsitzender der Agrargenossenschaft „Der Märker“ in Jänickendorf hat zwar keinen Antrag auf Entschädigung gestellt, hofft aber, dass diese auch wirklich bewilligt wird und der Betrag später nicht wieder zurückgezahlt werden muss. Er verzeichnete eher Schäden durch Trockenheit als durch Nässe. Sorgen bereitet ihm derzeit die Kräuterfäule bei den Kartoffeln sowie das Wild, dass im Mais wütet und zu 100 Prozent Verlust beiträgt. Hier seien die Jäger gefragt, so Schulze.

Von Margrit Hahn

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