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Frankfurt (Oder) René Wilke, der erste Linke-Oberbürgermeister
Lokales Frankfurt (Oder) René Wilke, der erste Linke-Oberbürgermeister
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21:15 19.04.2018
René Wilke (Die Linke) ist neuer Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder). Quelle: dpa
Frankfurt (Oder)

Der 33-jährige René Wilke (Linke) ist neuer Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder). Er war als Favorit ins Rennen gegangen und setzte sich am in der Stichwahl mit 62,5 Prozent der Stimmen gegen den parteilosen Amtsinhaber Martin Wilke (37,5 Prozent) durch. Damit stellt die Linke erstmals überhaupt einen Oberbürgermeister in Brandenburg. Wilke ist mit 33 Jahren zugleich der jüngste Oberbürgermeister.

Im ersten Wahlgang die meisten Stimmen

Vor zwei Wochen war der gebürtige Frankfurter und Landtagsabgeordnete mit 43,4 Prozent der Stimmen klar vorne gelegen – bei vier Konkurrenten. Amtsinhaber Martin Wilke (60) hatte nur 20,2 Prozent geholt. Die SPD hatte mit ihrem Kandidaten Jens-Marcel Ullrich ein Debakel erlebt. Für ihn stimmten nur fünf Prozent. Weder die SPD noch die CDU, deren Kandidat Markus Derling (14,2 Prozent) holte und damit hinter AfD-Mann Wilko Möller (17 Prozent) landete, wollten eine Wahlempfehlung für einen der Wilkes abgeben.

Frankfurt geht besser“

Während Martin Wilke in seinem Wahlkampf auf Kontinuität gesetzt hatte, trat René Wilke mit dem Wahlspruch an: „Frankfurt geht besser.“ Er war auch von den Grünen unterstützt worden. Vor wenigen Tagen positionierte sich ein „Frankfurter Bürgerbündnis“ aus 40 Handwerkern, Unternehmern, Arbeitern und Angestellten gegen den Kandidaten. Sie warfen dem jüngeren Wilke unter anderem fehlende Erfahrung vor.

Er wolle seiner Heimatstadt wieder zu einer größeren Bedeutung verhelfen, betonte René Wilke. Frankfurt sei arm und nicht sexy, hatte er im Wahlkampf gesagt. Ein Satz, den ihm Amtsinhaber Martin Wilke daraufhin vorhielt. Eine solche Äußerung sei nicht hilfreich. Es sei vieles erreicht worden, es „könne aber natürlich noch besser werden“, so Wilke. Der promovierte Physiker war vor acht Jahren bei seiner ersten Wahl noch von einem breiten Parteienbündnis unterstützt worden und erzielte fast 60 Prozent. Einer seiner damaligen Konkurrenten war der ehemalige Bürgermeister von Königs Wusterhausen und heutige Justizminister Stefan Ludwig (Linke).

Größe Last der Universitätsstadt ist die schlechte finanzielle Lage. Das Minus in der Stadtkasse hat sich auf inzwischen rund 131 Millionen Euro summiert, der Haushalt für das vergangene Jahr wurde von der Kommunalaufsicht bisher nicht genehmigt.

> Mehr zu den Kandidaten und zur Stimmung in der Stadt

Der gebürtige Frankfurter René Wilke gilt schon länger als Nachwuchshoffnung der brandenburgischen Linken. Seit 2014 sitzt der 33-Jährige im Brandenburger Landtag, er holte damals für seine Partei eines von vier Direktmandaten. In seiner Fraktion ist er stellvertretender Vorsitzender und haushaltspolitischer Sprecher, außerdem ist der im Frankfurter Stadtparlament Chef seiner Fraktion.

Der begeisterte Radsportler ist ledig, hat keine Kinder. Er gilt als redegewandt, bezeichnet sich selbst als „Berufspolitiker“. Wilke ist gelernter Bürokaufmann, hat an der Frankfurter Europa-Universität Viadrina und der Fernuni Hagen Kultur- sowie Politikwissenschaften und Psychologie studiert, allerdings keinen Hochschulabschluss.

Der bisherige Oberbürgermeister, der 60-jährige Martin Wilke, ist promovierter Mikroelektroniker. Als er vor acht Jahren zur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt(Oder) antrat, kam er aus der Wirtschaft, war Geschäftsführer des Investorcenters Ostbrandenburg. Deshalb setzten viele Frankfurter ihr Vertrauen in den zweifachen Familienvater. Ein breites Parteienbündnis unterstützte den Parteilosen damals, so dass er gleich im ersten Wahlgang mit knapp 60 Prozent der Stimmen gewählt worden war. In seine Amtszeit fiel der Niedergang der Solarindustrie, Fabriken in Brandenburgs Solarhauptstadt schlossen.

Von Torsten Gellner

Der neue Frankfurter Oberbürgermeister wird Wilke heißen. So viel steht schon vorab fest. Denn bei der Stichwahl an diesem Sonntag tritt Amtsinhaber Martin Wilke (parteilos) gegen Herausforderer René Wilke (Linke) an, um die kreisfreie 59.000-Einwohner-Stadt künftig anzuführen.

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