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Glasklare Luft im neuen Labor

Oranienburg Glasklare Luft im neuen Labor

Für rund 900 000 Euro ist das Labor der Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt an der Sachsenhausener Straße in Oranienburg saniert worden. Vor allem bekam es die erforderliche Be- und Entlüftungsanlage. Rund 80 000 Proben von Molkereien werden hier jährlich untersucht.

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Anke Urbanczyk untersuchte gestern Fettsäuren der Butter. Die Griebenerin ist Azubi im 2. Lehrjahr und wird Milchwirtschaftliche Laborantin.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Steckt etwa zu viel Wasser in der Milch? Und stimmt der Fettgehalt in der Butter? Schummeleien kommen hier ganz schnell ans Licht. Zum Beispiel beim Frosttest für Milch oder der Untersuchung der Bestandteile von Käse & Co. Im Labor der Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt in Oranienburg. Dem „MLUA“ an der Sachsenhausener Straße. Hier erfahren zudem Milchfachleute in spe ihre überregionale Ausbildung und es werden die Meister ihres Fachs gemacht.

70 000 bis 80 000 Proben werden jährlich im Labor des MLUA untersucht, auf Fettgehalt, Proteine oder Eiweiße. Oder es wird nach dem gefahndet, was nicht drin sein darf: Nitrite und Nitrate. Auftraggeber sind Molkereien vor allem aus den neuen Bundesländern. Zu den Beprobungen kommen noch Güteprüfungen von Milchprodukten wie Sahne, Käse, Joghurt, Desserts Schmand und Sahne. Hier wird gecheckt, ob auch drin ist, was drauf steht. „Wir geben damit Schutz vor Täuschung und sichern damit ebenso den gesundheitlichen Verbraucherschutz“, so MLUA-Direktor Michael Behr

Doch das Labor hatte eine Generalüberholung dringend nötig. Das Mobiliar stammte aus den 1970er- Jahren. Vor allem musste eine zentrale Be- und Entlüftung eingebaut werden, „denn Pflicht ist, dass die Raumluft achtmal pro Stunde erneuert wird, um mögliche Gefahrenstoffe aus der Luft zu filtern“, so Laborleiter Mathias Schlenker. 2015 wurde der Umbau geplant, bis zum Herbst 2016 realisiert. Einen großen Teil der 900 000-Euro-Investition verschlang die Lüftungstechnik, die unterm Dach steckt und über Rohrleitungssysteme sämtliche Laborräume versorgt. Auch die Labortische sind nagelneu, Räume wurden zusammengelegt, alles offener gestaltet,„nur die Analysetechnik, die wir eh auf dem neuesten Stand halten, hat nach der Umbauphase wieder Einzug gehalten“, so der Lebensmittelchemiker Mathias Schlenker.

Das Labor dient zudem Forschungszwecken: So wurde zum Beispiel der Reifungsprozess von in der Lehrmolkerei hergestellten Camemberts, abhängig von den Säuren, untersucht. Welcher Stoffwechsel vollzieht sich dabei? „2017 planen wir ein Projekt, bei dem wir Stutenmilch von Anbietern aus Brandenburg auf Inhaltsstoffe analysieren“, so der Laborleiter.

Über die Großinvestition ist auch Verwaltungsleiter Richard Ramsl hochzufrieden. Künftigen Sanierungsbedarf sieht er allerdings allmählich in der Lehrmolkerei, die inzwischen auch schon 16 Jahre seit Eröffnung auf dem Buckel habe. Und insgesamt müsse „der Raumbedarf verbessert werden“, so Ramsl. Das Labor stoße an seine Kapazitätsgrenzen, vor allem auch personell. Doch damit beginnt wieder der Kampf ums liebe Geld.

13 Mitarbeiter sind im Labor des MLUA beschäftigt.

Die Gesamtinvestition ins Labor belaufen sich auf 900 000 Euro, die das Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft in Potsdam zur Verfügung gestellt hat.

Jährlich 80 000 Analyseaufträge werden im Labor untersucht.

Auftraggeber kommen aus dem ganzen Bundesgebiet, aus Frankreich, Irland, Tschechien und Polen.

In einem Forschungsprojekt wird 2017 Stutenmilch aus Brandenburg untersucht.

Von Heike Bergt

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