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Lokales Große Pläne für Gutshof
Lokales Große Pläne für Gutshof
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15:05 04.07.2016
Schöne Aussichten: Bauleiter Alexander Ludwig, Architektin Carmen Fassauer, Polina und Ralf-Dieter Montag-Girmes (v.l.) zeigen ein Bild mit einer Projektansicht des sanierten Gutshofes. Quelle: Frank Pechhold
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Kallinchen

Saftig grünes Weideland rahmt den Reitplatz und das frisch sanierte Herrenhaus ein. Ländliche Idylle vermittelt ein farbenfrohes, ockerfarben gerahmtes Bild, das Ralf-Dieter Montag-Girmes stolz vorzeigt. „So wird es hier einmal aussehen“, blickt der Kallinchener Gutshofbesitzer in die nahe Zukunft. Viel hat sich bereits auf seinem Anwesen verändert, reichlich bleibt noch zu tun.

Ein echter Hingucker ist das Herrenhaus noch nicht. Allerdings steht das markante Gebäude am Ortseingang wieder für jedermann sichtbar da. Wildwuchs verdeckte lange Zeit die Sicht auf das dem Verfall geweihte Gebäude. Wohl kaum ein Dorfbewohner hätte auch nur einen Cent darauf gewettet, dass sich das eines Tages wieder ändert. Bis Ralf-Dieter Montag-Girmes das Anwesen einschließlich 17 Hektar selbst bewirtschaftetem Weideland kaufte. Seitdem investiert der Geschäftsmann kräftig in seinen privaten Wohnsitz auf dem denkmalgeschützten Hof und das benachbarte Lipizzaner-Gestüt. Der alte Pferdestall wurde schon komplett saniert und umgebaut. Oben ist eine Dachgeschosswohnung für Rubinela Reichart entstanden. Die Betriebsleiterin und Bereiterin kümmert sich um die unter ihrer Wohnung in Boxen untergebrachten Lipizzaner: zwei Zuchthengste, jeweils drei Stuten und Fohlen. Der vorhandene Reitplatz soll sich ab Mitte Oktober in eine wetterfeste, 40 mal 20 Meter große Halle aus Holz-Fertigbauteilen mit Boxengang für neun Pferde, Seminarraum, Tribüne und ein, zwei Ferienwohnungen verwandeln. „Am Ende werde ich wohl 1,2 Millionen Euro in die Sanierung des Gutes Kallinchen gesteckt haben“, wagt Montag-Girmes eine grobe Kostenschätzung.

Rubinela Reichart betreut die nach der Geburt erst braunen Lipizzaner-Fohlen Katze, Silva und Abby und deren Mütter Zoe, Mara und Aurelia. Quelle: Frank Pechhold

Wobei der in der Flugzeugleasing und -verkaufsbranche tätige Geschäftsmann genau wusste, worauf er sich einlässt, als er das Anwesen im Juni 2014 erwarb. „Das ist nicht mein erstes, aber hoffentlich das letzte Gutshaus, das ich saniere“, sagt der erfahrene Immobilienentwickler. Bei der ersten Vor-Ort-Begehung war alles von der Dorfstraßenseite her komplett zugewachsen. Nur mit viel Fantasie konnte man erahnen, wie schön der ehemals geschlossene Vierseithof in seiner Blütezeit einmal gewesen war. Auf den Herrenhaus-Terrassen wurzelten kleine Birken. Hüfthoch wucherten Sträucher auf dem Hof. „Nirgends konnte man treten“, erinnert sich Montag-Girmes ganz genau an diesen Tag. Damals wies ihn sein Makler sofort darauf hin, „dass das Herrenhaus unter Denkmalschutz steht und wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden darf. Aber die Bausubstanz war gar nicht so schlecht.“ Davon habe er sich schnell überzeugen können. „Von außen sah alles viel schlimmer aus als von drinnen.“

Gemeinsam mit der Ludwigsfelder Architektin Carmen Fassauer setzt Montag-Girmes seine Gutshof-Pläne seitdem in die Tat um. Als ihn die Architektin mit den Vorgaben der Brandenburgischen Bauordnung vertraut machte, „haben sich die grauen Haare auf meinem Kopf vermehrt. Gleichzeitig ist mein Bankkonto geschrumpft.“ Beispielsweise mussten 32 Ausnahmegenehmigungen eingeholt werden, um das 1860 von einem Ziegelfabrikanten errichtete, später umgebaute Herrenhaus nach den heute gültigen Baunormen sanieren und nutzen zu können. Knackpunkte waren unter anderem die Zahl der Fenster, Deckenhöhe und Brandschutz. Bei jeder Abweichung der alten Bausubstanz von den neuen Normen mussten unabhängige Gutachter erst nachweisen und anschließend von Amts wegen bestätigen lassen, dass davon keine Gefahr für die künftigen Bewohner ausgeht. „Dieser ganze Kram hat einfach mal locker rund 25 000 Euro Mehrkosten produziert“, sagt Montag-Girmes.

An der zur Dorfstraße hin gelegenen Fassade kann man auf einem von zwei Transparenten erahnen, wie sich das Gutshof-Areal entwickeln soll Quelle: Frank Pechhold

Abermals griff er tief in die eigene Tasche, diesmal um seltene Lurche umzusiedeln. Mitarbeiter der Umweltschutz-Behörde hatten Pfauen-Eidechsen auf der geplanten Reitplatzfläche entdeckt: zwei Weibchen und ein Männchen. „Wir mussten diese streng geschützten Tiere umsiedeln, sonst hätten wir nicht weiterbauen dürfen“, so Montag-Girmes. Also habe er für die Lurche „Eigentumswohnungen“ bauen lassen. Als Bauhülle für die artgerechten, neuen Behausungen boten sich auf dem Grundstück vorhandene Wälle an. Die Wälle bestanden aus den Überresten eines großen Rinderstalles und einer Doppelscheune mit zwei Toren. Beide Gebäude wurden 1995 abgerissen. „Der Bauschutt lag 50 bis 80 Zentimeter hoch und wurde damals einfach zu Wällen zusammengeschoben“, brachte Montag- Girmes in Erfahrung. Die mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Wälle wurden mit Totholz und Sand in Eidechsen-Eigenheime umgestaltet. Fang- und Schutzzäune sollen verhindern, dass die Pfauen-Eidechsen wieder auf den bereits vorhandenen Reitplatz zurückkriechen. „Das alles hat noch einmal 15 000 Euro extra gekostet.“

Während die Pfauen-Eidechsen längst ihr neues Eigenheim bezogen haben, müssen sich Ralf-Dieter und seine Ehefrau Polina Montag-Girmes vorerst mit ein paar Räumen im Untergeschoss des teilsanierten Herrenhauses begnügen. „Ende des Jahres sind hoffentlich alle Räume bewohnbar. Die Fassade ist dann im nächsten Jahr dran.“

Kontakt: www.gut-kallinchen

Von Frank Pechhold

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