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100 rechtsradikale Attacken auf Parteibüros

Erneuter Anschlag auf Nauener Partei-Büro der Linken 100 rechtsradikale Attacken auf Parteibüros

Es ist eine beispiellose Anschlagsserie: Zum siebten Mal seit März ist in Nauen das Partei-Büro der Linken attackiert worden. Auch andere Büros werden in Brandenburg immer wieder angegriffen. Meist sind die Täter Rechtsextreme, die Angst erzeugen wollen. Das klappt aber nicht, im Gegenteil.

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Das Linken-Büro in Nauen wurde zum siebten Mal Ziel eines Anschlages.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Erneut gab es einen Anschlag auf das Büro der Linkspartei in Nauen: Polizisten haben in der Nacht zu Mittwoch einen 27 Jahre alten Havelländer erwischt, der Klebstoff ins Tür- und Briefkastenschloss der Büros geschmiert hatte. Der Mann ist bereits wegen verschiedener Delikte polizeilich in Erscheinung getreten und als Sympathisant der rechtsextremen Szene bei der Polizei bekannt.

Die Anschläge in Nauen

25. März 2015: Einschlagen der Scheiben des Büros mit 29 Hammerschlägen

Ende März: Zerstören des Fahrradständers mit Partei-Logo vor dem Haus

25. Mai 2015:
Anschlag mit Farbbeuteln und halb ausgebrüteten Eiern, Verkleben der Schlösser

31. Mai 2015 : Bekleben der Fensterscheiben mit Aufklebern der NPD

3. Juni 2015 : Einschlagen der Scheiben mit vier Hammerschlägen

7. Juni 2015: Anschlag mit Farbbeuteln, vordere und seitliche Fassade (Festnahme zweier Tatverdächtiger)

9 Juni 2015: Verkleben der Schlösser (Festnahme eines Tatverdächtigen)

Auch der Verein Mikado in Nauen wurde Opfer eines Anschlags:

16. April 2015: Zerstechen der Reifen des Busses von Mikado., Hinterlassen eines Zettels „Liebe Asylantenfreunde, Töglitz ist auch hier. Bis bald!

Linke engagiert sich für Asylbewerberheim

Der Anschlag auf der Büro der Linken ist der siebte seit Ende März, mittlerweile ist laut Parteiangaben ein Schaden von rund 20.000 Euro entstanden. Andrea Johlige, Mitglied der Links-Fraktion im Landtag, vermutet einen rechtsextremen Hintergrund, denn aktuell engagieren sich Parteimitglieder für den Bau des Asylbewerberheimes am Waldemardamm.

Auch Trittbrettfahrer könnten unter den Tätern sein

Der Staatsschutz ermittle nach den Anschlägen intensiv, so Polizeisprecherin Jana Birnbaum. Sie könne aber nicht sagen, ob alle Anschläge einen rechtsextremen Hintergrund hätten. Es könnten auch „Trittbrettfahrer“ dabei sein, die nur die Aufmerksamkeit der Presse suchten, so Birnbaum.Erst am Sonntag hatte die Polizei zwei Männer (26 und 29) gestellt, die Farbbeutel auf das Büro der Linken geworfen hatten. Sie waren vernommen worden.

Rechte versuchen gezielt Angst zu verbreiten

Nicht nur in Nauen kommt es immer zu Anschlägen auf Parteibüros. Auch das Büro des Landtagsabgeordneten der Grünen, Axel Vogel, in Eberswalde ist von Rechtsradikalen angegriffen worden. In den letzten zehn Jahren haben Neonazis mindestens 100 Büros attackiert. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Linken im Landtag hervor. Fassaden wurden mit Hakenkreuzen beschmiert, Schaukästen beschädigt oder gar Eingangstüren in Brand gesetzt. Die meisten der erwischten Täter hatten einen rechtsextremen Hintergrund. Auf dem ersten Platz liegt der Landkreis Spree-Neiße mit zwölf Anschlägen, das Havelland rangiert mit elf Attacken auf dem zweiten Rang, in der Landeshauptstadt Potsdam gab es seit 2005 immerhin zehn Anschläge. Auf den hinteren Rängen sind Elbe-Elster und die Uckermark – jeweils zwei Anschläge – und Frankfurt/Oder mit einer Attacke.

Anschläge sorgen für Trotzreaktionen

Die Täter wollen so ein Klima der Angst erzeugen, erreichen damit aber nur das Gegenteil. Trotz. Man lasse sich aber von „Nazis“ nicht einschüchtern, sagt etwa die Grünen-Landesvorsitzende Petra Budke. Auch Andrea Johlige, Sprecherin der Linksfraktion für Asyl- und Flüchtlingspolitik, sagt, dass man sich auf keinen Fall einschüchtern lasse wolle und sich weiter für Flüchtlinge einsetze.

Von Marco Paetzel

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