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10000 Fahrzeuge täglich, aber keine Ampel

Berge 10000 Fahrzeuge täglich, aber keine Ampel

Fußgänger leben gefährlich im Nauener Ortsteil Berge, wenn sie die B 5 im Dorf überqueren wollen. Bisher lehnt die Straßenverkehrsbehörde des Kreises den Bau einer Ampel oder eines Zebrastreifens ab, weil nicht genügend Überquerungen pro Stunde erfolgen.

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Mit seinem Stock und einem guten Gehör schafft es der sehbehinderte Torsten Fischer, die viel befahrene B 5 in Berge zu überqueren.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Berge. Wenn Torsten Fischer im Nauener Ortsteil Berge über die Straße vor seinem Haus gehen will, ist das für ihn besonders gefährlich. Der Mann ist stark sehbehindert, hat eigentlich einen ausgebildeten Hund an seiner Seite. Aber an der B 5-Ortsdurchfahrt in Berge ist auch das so zuverlässige Tier überfordert. Denn der Verkehr nimmt zu und: „Die Autos und Busse werden immer leiser, es wird also immer schwieriger für mich, auf mein Gehör zu vertrauen und loszugehen“, sagt Fischer und ergänzt: „Wenn nicht gerade der Bus kommt und die Autos sich dahinter stauen, hält kaum einer an, um Fußgänger rüber zu lassen.“

Seit fast zwei Jahren wünscht er sich deshalb, einen Fußgängerüberweg auf der B 5. Nicht nur für sich, „auch weil ganz viele Kinder aus den Schulen nachmittags in Nauen mit dem Bus zurück kommen und dann einfach vor oder hinter den Fahrzeugen rüberlaufen“, weiß Fischer.

Er und Berges Ortsvorsteher Manuel Meger (LWN) können nicht verstehen, warum die in Berge vor der Sanierung der Ortsdurchfahrt vorhandene Ampel an der Kreuzung nach Bergerdamm nicht wieder aufgestellt wurde. „Den Antrag der Stadt Nauen vom 4. November 2015 zum Einrichten eines Fußgängerüberweges hat die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Havelland abgelehnt“, sagt Nauens Bauamtleiter Stefan Lux.

Statt dessen hat die Behörde im April 2016 in der Hamburger Allee (B 5) „an einer Querungshilfe im Bereich der Bushaltestellen – für die Zeit, in der Querungsbedarf besteht – die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h und das Gefahrenzeichen ’Kinder’ angeordnet“, so Kreissprecherin Caterina Rönnert.

Damit aber geben sich die Berger nicht zufrieden. „Es ist doch nicht erklärbar, warum in der Ortsdurchfahrt Lietzow eine Ampel oder ein Fußgängerüberweg existieren, auch im hinter Berge liegenden Ribbeck wieder so etwas entstehen soll, wenn die Sanierung der B 5-Ortsdurchfahrt beendet wird. Nur in Berge passiert nichts“, sagt Torsten Fischer und fügt hinzu. „Ich sehe es als die Pflicht der Stadt Nauen an, sich noch stärker für eine solche Anlage einzusetzen, bevor etwas passiert. Und dabei darf Geld nicht die Rolle spielen“.

Untätig war die Stadtverwaltung Nauen nicht. Sie gab eine Verkehrszählung in Berge in Auftrag. Die erfolgte an drei Tagen Mitte Juni. Mit dem Ergebnis: Mehr als 10 000 Fahrzeuge, darunter zehn Prozent Transporter und Schwerlaster, passieren täglich Berge. Das würde die Bedingungen für einen Fußgängerüberweg oder eine Ampel erfüllen.

Jedoch reichen laut der geltenden Richtlinie für Fußgängerüberwegs die Fußgängerbewegungen in Berge nicht aus. Gezählt wurden 26 bis 47 am Tag, die Mindestanforderung liegt bei 50 pro Stunde. „Ich bin aber der Meinung, die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer sollte Priorität haben“, sagt Stefan Lux.

Zwar wisse die Straßenverkehrsbehörde, dass die Stadt Nauen in Berge eine Verkehrszählung hat durchführen lassen, aber „das Ergebnis liegt uns bisher nicht vor“, so die Kreissprecherin. Sie liefert aber eine Erklärung dafür, warum es in der B 5-Ortsdurchfahrt Lietzow eine Bedarfsampel gibt: „Dort befindet sich eine Kita. Deshalb ist es notwendig, dass die Kindergruppen geschlossen die Straße queren können.“

Man wolle sich nun noch mal mit dem Landkreis in Verbindung setzen und über die Möglichkeiten eines Zebrastreifens reden, so Bauamtschef Stefan Lux. Auch Torsten Fischer jedenfalls will die Sache weiter verfolgen.

Von Jens Wegener

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