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12-fache Mutter wegen Fluchthilfe vor Gericht

Diebstahl im Outlet-Center Elstal 12-fache Mutter wegen Fluchthilfe vor Gericht

Räuberischer Diebstahl, Körperverletzung und Nötigung: Wegen dieser drei schwerwiegenden Vorwürfe ist am Dienstag im Amtsgericht Nauen (Havelland) verhandelt worden. Angeklagt: eine 12-fache Mutter. Es geht um den Diebstahl eines 300 Euro teuren Mantels und darum, was die Frau sich wirklich zu Schulden kommen lassen hat.

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Angeklagt wegen Diebstahls, Nötigung und Körperverletzung – das Gericht sah nur einen Tatbestand als erfüllt.

Quelle: dpa

Nauen. Eine zwölffache Mutter aus Berlin musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Nauen wegen gemeinschaftlichen räuberischen Diebstahls, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der 48 Jahre alten Frau wurde vorgeworfen, im November 2014 in einem Modegeschäft im Outlet-Center Elstal, einen Mantel im Wert von 315 Euro gestohlen zu haben und einem Mittäter anschließend gewaltsam die Flucht ermöglicht zu haben.

Mittäter rannte aus dem Geschäft

Der Hauptzeuge, ein 28-jähriger Verkäufer des Modegeschäfts, sagte: „Die Dame schob einen Kinderwagen und über dem Griff lag ein beiger Mantel.“ Wenige Minuten später hätte die Sicherungsanlage am Eingang des Geschäftes Alarm geschlagen und eine unbekannte männliche Person sei mit dem Mantel über dem Arm aus dem Geschäft gerannt. Anschließend verfolgte der Verkäufer den Täter und konnte ihn in einem Nachbargeschäft festhalten und zurück in den eigenen Laden bringen. Dort widersetzte sich der junge Mann, bei dem es sich laut Gericht vermutlich um den Sohn der Angeklagten gehandelt hat, den Handlungen des Verkäufers. „Währenddessen hat er mehrfach nach seiner Mutter geschrien“, sagte der Verkäufer.

Angeklagte packte den Verkäufer an den Armen

An dieser Stelle habe sich die Angeklagte eingemischt und den Verkäufer von hinten an den Armen gepackt und an ihm gezerrt. Dem Mittäter konnte so die Flucht gelingen. Anschließend habe der Verkäufer erneut die Verfolgung aufgenommen, wurde jedoch vermutlich von der Tochter der Angeklagten seitlich angerempelt und bei der Verfolgung behindert. Der Mittäter konnte weiter fliehen. Als der Verkäufer abermals die Verfolgung aufnehmen wollte, habe nun wiederum die Angeklagte versucht, ihm den Kinderwagen in den Weg zu schieben. Nur durch einen Sprung zur Seite habe der Verkäufer dem Wagen ausweichen können. Nach einem späteren Sturz musste er die Verfolgung dann jedoch einstellen.

Verfolgung bis zum Bahnhof Spandau

Gefasst wurde die Angeklagte schließlich am Bahnhof Spandau, nachdem eine weitere Mitarbeiterin des Ladens die Frau im Bus wiedererkannt habe. Selbst gesehen habe sie die Dame im Laden nicht, aber ihr Kollege habe ihr die Frau als „große kräftige Dame, mit buntem Kopftuch und Kinderwagen“ beschrieben. Auch auf die ausländische Herkunft der Dame sei er eingegangen, sagte die Zeugin. Ob es sich bei der Frau auch wirklich um die Frau aus dem Modegeschäft handelt, könne nicht bewiesen werden, sagte der Verteidiger und forderte daher einen Freispruch.

Angeklagte äußerte sich nicht

Die Angeklagte selbst äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. Und auch die Tochter, die als Zeugin geladen war, machte von ihrem Recht zu Schweigen gebrauch. Nach Abschluss der zweistündigen Beweisaufnahme ging die Staatsanwaltschaft nur noch von einfachem gemeinschaftlichen Diebstahl aus und forderte eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten auf Bewährung.

Verurteilung wegen Nötigung

Das Gericht sah nur den Tatbestand der Nötigung als erfüllt. Für einen Diebstahl würden die genauen Beweise fehlen, etwa wer den Mantel auf den Wagen gelegt hatte. Und da der Verkäufer keine Verletzungen davongetragen hatte, könne auch nicht von einer gefährlichen Körperverletzung ausgegangen werden. Mit den Ausführungen des Verteidigers, es habe sich bei der Angeklagten nicht um die Frau aus dem Geschäft gehandelt, stimmte das Gericht nicht überein. Die Beschreibung des Zeugen sei ausreichend. Und: „Die zeitlichen Zusammenhänge geben keine Anhaltspunkte für eine Verwechslung“, sagte der Richter. Daher wurde die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen a 10 Euro verurteilt.

Von Danilo Hafer

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