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14-Jähriger zum Handel mit Drogen angestiftet

Nauen/Schönwalde-Glien 14-Jähriger zum Handel mit Drogen angestiftet

Weil er einem Jugendlichen Drogen verkauft und ihm Cannabis für den Weiterverkauf an Dritte besorgt hat, musste sich ein 24-Jähriger aus Schönwalde-Glien jetzt vor dem Nauener Amtsgericht verantworten.

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Heute habe der Angeklagte dem Drogenkonsum und -handel abgeschworen.

Quelle: dpa

Nauen. Weil er einem Jugendlichen Drogen verkauft und ihm Cannabis für den Weiterverkauf an Dritte besorgt hat, musste sich ein 24-Jähriger jetzt vor dem Nauener Amtsgericht verantworten.

Gleicher Freundeskreis

Kennengelernt hatten sich der angeklagte Malte Martensen* und der damals 14-jährige Aljosha Schröder* durch den gemeinsamen Freundeskreis. Man traf sich an verschiedenen Plätzen in Schönwalde-Glien und verbrachte die Zeit nach der Schule oder der Arbeit gemeinsam. „Dass Aljoscha damals erst 14 war, wusste ich nicht. Ich habe ihm ab und zu etwas Gras verkauft und mich gut mit ihm verstanden – deswegen habe ich ihn gefragt, ob er sich nicht auch vorstellen könnte, Gras an seine Freunde weiter zu verkaufen“, so der Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt - Ende 2015 - selber regelmäßig Cannabis konsumierte.

Fünf Taten Ende 2015

Zu insgesamt fünf Taten soll es zwischen dem 1. und dem 19. November 2015 gekommen sein. Jedes Mal erhielt der minderjährige Schönwalder vom Angeklagten etwa fünf bis 10 Gramm Cannabis. Davon sollte er den Großteil verkaufen, ein kleiner Anteil zwischen einem und drei Gramm stand ihm anschließend frei zur Verfügung. „Ich konnte das restliche Gras entweder verkaufen und das Geld behalten oder es selber rauchen“, so der heute 15-Jährige, der vor rund zwei Jahren das erste Mal mit dem Kiffen in Berührung kam. Per Handy wurde dann der Treffpunkt für die Übergabe ausgemacht, alles Weitere klärten die jungen Männer meist persönlich. „Ich habe das Gras an Freunde und Bekannte verkauft, wenn alles leer war, habe ich Malte geschrieben und er hat mir Nachschub besorgt. Das ging etwa drei Wochen so“, erinnert sich Aljoscha. Die 10 Euro pro verkauftem Gramm übergab der Minderjährige dem Angeklagten und wurde gleich wieder mit weiteren Drogen versorgt. Als jedoch sein Vater mehrere Portionstütchen mit dem Rauschgift in seinem Zimmer entdeckte, war für den Jugendlichen Schluss mit dem Dealen.

Ausbildungsgehalt war ihm zu wenig

„Ich habe damals eine Ausbildung gemacht und wollte mich nicht mit meinen 500 Euro Ausbildungsgehalt zufriedengeben. Durch den Verkauf von Cannabis erhoffte ich mir einen guten Nebenverdienst“, so der Angeklagte, der nach eigener Aussage lediglich etwa 50 Cent an einem weiterverkauften Gramm verdient hat. „Ich bereue es und habe bereits seit einem Jahr nichts mehr mit Drogen zu tun. Zu diesem Zeitpunkt hat die Polizei meine Wohnung durchsucht und ich habe alles meinem Stiefvater gebeichtet“, so Martensen, der nach seiner Festnahme einige Zeit in der Gewahrsamszelle verbringen musste, was bei ihm sichtlich Eindruck hinerließ. „Diese Rüge habe ich gebraucht, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Mittlerweile habe ich meine Ausbildung abgeschlossen und ein Studium begonnen, dem ich mich derzeit verstärkt widme“, sagt der 24-Jährige, der bis zu diesem Zeitpunkt strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war.

Mit einem blauen Auge davongekommen

Weil es sich in allen fünf angeklagten Fällen weder um harte Drogen noch um größere Mengen Cannabis gehandelt hat, kam der 24-jährige Schönwalder vor dem Nauener Amtsgericht noch einmal mit einem blauen Auge davon. Seine Geständigkeit und der blütenreine Vorstrafenregister trugen ebenso zum Strafmaß bei, das das Amtsgericht letztlich auf 10 Monate Freiheitsstrafe festlegte, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Insgesamt zwei Jahre darf sich der Angeklagte, der mittlerweile nach Berlin gezogen ist und dort in einer Wohngemeinschaft lebt, nichts zu Schulden kommen lassen. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Auf die Herausgabe aller bei ihm sichergestellten Drogen sowie des bei der Durchsuchung seiner Berliner Wohnung beschlagnahmten Handys verzichtete der Angeklagte.

*Namen geändert

Von Laura Sander

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