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140 000 Euro mehr für Schloss Ribbeck

Havelland 140 000 Euro mehr für Schloss Ribbeck

Die Schloss Ribbeck GmbH hat 2017 ein Defizit erwirtschaften, auch 2018 rechnet die Geschäftsführung mit Verlusten. Nun hat der Kreistag einen Zuschuss von insgesamt 140 000 Euro bewilligt – allerdings nicht ohne kritische Töne. Die kommen vor allem von den Grünen.

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Mit 350 000 Euro unterstützt der Landkreis jährlich das Schloss Ribbeck. Nun wird diese Summe um 140 000 Euro aufgestockt.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. 350 000 Euro fließen jährlich als Betriebskostenzuschuss in die Schloss Ribbeck GmbH, so sieht es eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Landkreis Havelland und der GmbH vor. Viel Geld, aber offenbar nicht genug. Weil die Geschäftsführung 2017 kein ausgeglichenes Betriebsergebnis erreicht und ein Defizit in Höhe von 70 000 Euro erwartet, stockt der Landkreis den Zuschuss nun um insgesamt 140 000 Euro auf – jeweils 70 000 Euro für das Jahr 2017 und das Jahr 2018.

Darüber stimmten am Montag die Abgeordneten in der letzten Sitzung des Kreistages für dieses Jahr ab. Der Beschluss wurde zwar angenommen – mehr als 30 Abgeordnete stimmten dafür, acht dagegen, sechs enthielten sich – aber nicht ohne Kritik. Die gab es in erster Linie von Felix Doepner (Die Grünen).

„Das Schloss Ribbeck ist immer wieder ein Thema im Kreistag und wenn es um das Schloss geht, dann in erster Linie darum, dass es wieder mehr Geld braucht“, so Doepner.

Abgeordnete erfuhren aus der Zeitung vom Defizit

Was ihn besonders ärgert, dass er von der klammen Finanzlage des Schlosses nicht im Wirtschaftsausschuss, sondern aus der Zeitung erfahren hatte. „Warum sind wir nicht darüber informiert worden, obwohl es doch gerade im Haushaltsplan um Ribbeck ging?“, fragte der Grünen-Abgeordnete kritisch nach.

Es reiche nicht aus, solche Themen im Aufsichtsrat zu besprechen, denn es sind Informationen, die für die Abgeordneten wichtig sind, vor allem wenn es darum geht, über zusätzliche finanzielle Mittel zu entscheiden, so Doepner. „Wir stimmen diesem Zuschuss dieses Mal nicht zu, weil wir das ganze Verfahren für äußerst problematisch halten“, begründete Doepner.

Als Ursache für das Defizit werden in der Beschlussvorlage, die den Abgeordneten zur Abstimmung am Montag vorlag, Baustellen an der Bundesstraße 5 und in Ribbeck genannt, die einen starken Rückgang im Tagesgeschäft des Restaurants, bei Museumsbesuchen und im Verkauf des Shops zur Folge hatten. Demnach besuchten bis Ende September 2017 bereits 2 000 Gäste weniger das Museum, heißt es in dem Papier. Ob sich diese Zahl auf den Vorjahreszeitraum bezieht, bleibt offen.

Zuletzt wurde Zuschuss Ende 2015 um 50 000 Euro erhöht

Zudem ist die Rede von „unabwendbare Vertragsverpflichtungen für Veranstaltungen aus Vorjahren“, die die Gesellschaft zusätzlich belasten würden. Hinzu kommt das wetterbedingte schlechte Sommergeschäft, einschließlich eines zurückhaltenden Kaufinteresses für die Open-Air-Konzerte, sowie die allgemeine Steigerung der Betriebskosten. All das habe zur Entstehung des voraussichtlichen Defizits beigetragen.

Da sich auch 2018 voraussichtlich an der Baustellensituation an der Bundesstraße nichts ändern wird und das Museum aufgrund von Umbauarbeiten spätestens ab Mai geschlossen wird, was den Besucherzustrom weiter reduzieren dürfte, rechnet die Geschäftsführung 2018 mit einem vergleichbaren Defizit wie in diesem Jahr.

Zuletzt wurde der Zuschuss für die Schloss Ribbeck GmbH Ende 2015 von 300 000 Euro auf 350 000 Euro aufgestockt. Damals stieg Frank Wasser als zweiter Geschäftsführer neben Bettina Götze ein, die 2014 die Geschäftsführung übernommen hatte. Seit März 2016 ist Frank Wasser alleiniger Schlossherr.

Von Christin Schmidt

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