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Kunst und Kitsch unter freiem Himmel

15. Kunstbörse in der Spandauer Altstadt Kunst und Kitsch unter freiem Himmel

Von märchenhaft glitzernden Stadtansichten aus Stoff bis zum Stöckelschuh mit Acryl, gemalt auf kubanischem Sand, reichte die Angebotspalette der 15. Spandauer Kunstbörse am Sonnabend. Auf dem Marktplatz in der Altstadt hatten zahlreiche Künstler ihre Stände aufgebaut. Den ganzen Nachmittag flanierte das Publikum und kaufte Unikate.

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Zahlreiche Besucher beim Flugplatzfest

Susanne Stein bemalt Spiegelrahmen.

Quelle: Fotos: Hans-Peter-Theurich

Spandau . Von märchenhaft glitzernden Stadtansichten aus Stoff bis zum Stöckelschuh mit Acryl, gemalt auf kubanischem Sand, reichte die Angebotspalette der 15. Spandauer Kunstbörse am Sonnabend. Auf dem Marktplatz in der Altstadt hatten zahlreiche Künstler ihre Stände aufgebaut. Den ganzen Nachmittag flanierte das Publikum und kaufte Unikate.

Einer der ersten Besucher war Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank. Angesichts der Zitadellen-Modelle in Hundertwasser-Manier von Guenther Demiselle sagte der SPD-Politiker: „Die Kunstbörse ist der ideale Ort, um originelle Geschenke zu finden.“

Etwa bei Susanne Stein aus Spandau. Sie bemalt Spiegelrahmen. „Am liebsten mit Hausfassaden“, sagte sie. Auf Teneriffa inspirierte sie der abbröckelnde Putz eines Gebäudes zu einem Gemälde à la René Magritte: Die Hauswand erscheint in Himmelblau mit weißen Wolken und spielt Verstecken mit dem Firmament.

Gute Laune verbreiten möchte der Schöneberger Wolfgang Leonhardt mit seinen kleinen Kunstkästen. In weißen Boxen gibt es allerhand zu entdecken: zum Beispiel eine Fischbüchse mit Schraubenantrieb. „Was liegt näher, als eine Fischdose zum Schwimmen zu bringen?“, fragte der Künstler, der Kunsterziehung studiert hatte, aber dann in Richtung IT beruflich abgebogen war.
„Wir wollen keine Jury. Gerade die Mischung von Kunsthandwerk und Kunst macht den Reiz aus“, sagte CDU-Bezirksstadtrat Gerhard Hanke. Er erinnerte sich daran, wie vor 15 Jahren die erste Kunstbörse auf einem Parkplatz bei Siemens stattfand. „Inzwischen gibt es regelrechte Stammkunden der Kunstbörse!“

Nicht alle Künstler konnten sich über viele Verkäufe freuen. Etwas ausgedünnt dagegen wirkte der Tisch von Hannelore Heinsch schon am frühen Nachmittag. Aus Klosterfelde hatte die Computer-Expertin und Hobbytöpferin superleichte Aufbaukeramik mitgebracht, zum Teil mit feinen Prägemustern versehen und delikat glasiert in Blau und Grün.

Lena Kayser aus Wustermark stellte ihr Bilder in Spandau aus

Lena Kayser aus Wustermark stellte ihr Bilder in Spandau aus.

Quelle: Meisner

Mit erstaunten Plastikaugen schauten an einem anderen Stand groteske Figuren einer Armee aus Heubällen in die Welt, keine empfehlenswerte Deko für Allergiker. Heilend dagegen, weil wärmend, wirkten die zarten Wollschals der Spandauerin Monika Taterra im klassischen Zickzackmuster von Missoni. Der Stand der Dozentin an der Volkshochschule Havelland in Falkensee war einer der vielfältigsten. Sie präsentierte Aquarelle, Serviettentechnik und asiatische Malerei. Eine ihrer Arbeiten ist derzeit in der Korea-Ausstellung des Bundespresseamtes in Berlin zu sehen. Internationales Flair brachte Lena Kayser nach Spandau: Die aus der Ost-Ukraine stammende Künstlerin wohnt in Wustermark. Eines ihrer farbenfrohen Ölgemälde mit dem Titel „Blumenbeet“ zeigt Leitungsrohre mit verschiedenfarbigen Verschlüssen. „Es ist das einzige Bild, das ich aus der umkämpften Donezk-Region mit nach Deutschland nehmen konnte. Alle anderen Werke musste ich zurücklassen“, erzählte sie melancholisch.

Glitzernde Zwiebeltürme und blaugrüne Unterwasserperspektiven hatte Ilse-Maria Feltz aus Pankow mitgebracht. Die Patchwork-Arbeiten zeigten die Professionalität der Bühnenbildnerin. Sie war in der DDR für das Staatliche Tanzensemble international tätig gewesen. Ihre Märchenszenen auf Wandbehängen stellt sie regelmäßig aus, und in Pankow gibt sie ihre Kunst in Kursen weiter.

Bei strahlendem Sonnenschein und guter Stimmung boten sich Künstlern und Gästen viele Gelegenheiten zu intensiven Gesprächen. Denn der Markt war gut besucht, aber nie überfüllt.

Von Judith Meisner

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