Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland 150 Kita-Plätze fehlen bis Jahresende
Lokales Havelland 150 Kita-Plätze fehlen bis Jahresende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 06.06.2017
Auch die Kita „Birkenwichtel“ betreut mit Ausnahmegenehmigung mehr Kinder, als ursprünglich geplant. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Brieselang

Bei der Zahl der Kita-Plätze kann die Gemeinde momentan nicht mehr mit ihrem rasanten Bevölkerungswachstum mithalten. „Bis zum Jahresende können wahrscheinlich etwa 150 Kinder nicht mit einem Kita-Platz versorgt werden. Die Verwaltung ist bemüht, Härtefälle zu vermeiden“, sagte jetzt Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). Eine Entspannung werde sich erst mit Fertigstellung des Neubaus der Kita am alten Rathaus und dem Ausbau der Kita in Zeestow einstellen. Der Kita-Neubau wird jedoch 2017 auf keinen Fall fertig werden, da noch keine Baugenehmigung vorliegt und die archäologischen Grabungen auf dem Gelände für Verzögerungen sorgen. In den nächsten 14 Tagen sollen die betreffenden Eltern, die einen Antrag auf einen Kita-Platz gestellt haben, einen Bescheid erhalten – entweder eine Zusage oder eine Ablehnung.

„150, das haut mich vom Sockel. Es ist unzumutbar, dass so viele Familien keinen Kita-Platz erhalten“, meinte denn Aileen Jütterschenke (SPD) in der Gemeindevertretersitzung. Doch eine kurzfristige Lösung ist nicht in Sicht. Die meisten Kitas arbeiten schon mit Ausnahmegenehmigungen. „Egal, was wir schaffen: Es ist baugenehmigungspflichtig“, so Garn. „Deshalb sind wir dankbar für Ideen.“ So habe man schon ans Rüstzeitheim in Zeestow gedacht, das der Kirche gehört. Doch das werde gerade umgebaut. Momentan sei man in Gesprächen mit dem Landkreis wegen der Jugendherberge in der Straße Am Wald, die der Kreis für die Flüchtlingsunterbringung angemietet hatte. Doch egal, ob man an Räume kommt: „Wir brauchen auch qualifiziertes Personal“, meinte Garn. Und das dürfte schwierig werden. Auch andere Kommunen haben Probleme, Erzieherinnen zu finden.

Der geplante Anbau in Zeestow soll weitere 31 Plätze bringen, der Neubau der Kita am alten Rathaus zusätzlich 108. Ursprünglich sollte die Kita Regenbogen dort einziehen. Doch angesichts des anhaltenden Bedarfs steht im Prinzip schon jetzt fest, dass der bisherige Standort im Forstweg mit etwas über 70 Plätzen weiterbetrieben werden muss. Weitere Kitas mit insgesamt 180 Plätzen sind in Planung, werden aber nicht so schnell zur Verfügung stehen, wie Michael Koch (CDU) sagte.

Koch meinte zudem, dass das Defizit nicht ganz überraschend ist, erinnerte aber auch daran, dass man schon weiter sein könnte mit dem Kita-Neubau: „Die Eltern der Kita Regenbogen hatten darauf gedrungen, dass die Kita in Bahnhofsnähe entstehen soll. Und dass es dort so viele archäologische Funde gibt, war keinem bewusst.“ Ursprünglich sollte die neue Kita in der Hauffstraße errichtet werden. Garn sprach von zwei Jahren Verzögerung durch diesen Ortswechsel. Zudem werde der hohe Bedarf an Plätzen weiter anhalten. „Die Bevölkerung nimmt drastisch zu.“ Darauf weise auch die aktuell große Zahl an Bauanträgen hin.

Weil die Kommune dem Betreuungsbedarf der Eltern nicht gerecht werden kann, muss man nun mit Klagen rechnen. Wie Michael Koch sagte, der auch den Kreis-Jugendhilfeausschuss leitet, gibt es so etwas im Landkreis Havelland bereits. „Die ersten Eltern klagen schon gegen den Landkreis als Träger der örtlichen Jugendhilfe, weil sie keinen Kita-Platz bekommen haben.“

Von Andreas Kaatz

Ute Lucke-Polz sucht einen Pächter für ihren Hof. Sie findet keinen, weil der nicht wirtschaftlich ist. Weil landwirtschaftliche Nutzung keinen Erfolg verspricht, bietet sie den Hof als Unterkunft für Kindergruppen an und organisiert Veranstaltungen. Jetzt ist die Intagus-Beratung mit im Boot, die für den Hof ein Konzept erarbeitet, um ihn in zwei Jahren in die Wirtschaftlichkeit zu führen.

05.06.2017

Rathenows Stadtförster hat am Donnnerstag im Hauptausschuss noch einmal dargelegt, warum es sich aus seiner Sicht bei dem am Körgraben getöteten Reh nicht um einen Wolfsriss gehandelt hat. Bis auf Gerd Wollenzien folgten alle Ausschussmitglieder seinen Argumenten.

05.06.2017

Vor nicht einmal zwei Wochen starteten Steckelsdorfer Bürger eine Initiative gegen die geplante Sperrung des Kreisverkehrs in Rathenow-West. Innerhalb kürzester Zeit haben sich bereits knapp 900 Menschen in Unterschriftenlisten eingetragen. Auch in der Rathenower Verwaltung stoßen die Pläne des Landkreises auf Widerstand.

05.06.2017
Anzeige