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18 Banner setzen Ausrufezeichen gegen Gewalt

Rathenow 18 Banner setzen Ausrufezeichen gegen Gewalt

Bis zum 2. März zeigt das Netzwerk brandenburgischer Frauenhäuser in Rathenow die Ausstellung „Rosarot – Eine Kampagne gegen häusliche Gewalt“. Auf 18 Bannern können Besucher nicht nur Fallbeispiele aus Brandenburg nachlesen oder hören. Die barrierefreie Ausstellung hat auch ein klares Anliegen.

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Ronald Seeger, Petra Herbrich, Catrin Seeger und Jana Reinhardt während der Ausstellungseröffnung.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. „Nehmen Sie die rosarote Brille ab, schauen Sie hin, aber nehmen Sie nicht alles hin. Werden Sie aktiv und bieten Opfern Hilfe an.“ Catrin Seeger, Sprecherin des Netzwerks brandenburgischer Frauenhäuser, fand am Dienstagvormittag klare Worte um auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen. Während andere sich am Dienstag mit Pralinen und Blumen zum Valentinstag beschenken ließen, erinnerte Catrin Seeger mit der Eröffnung der Ausstellung „Rosarot – Eine Kampagne gegen häusliche Gewalt“ daran, dass sich hinter der hübschen Fassade so mancher Beziehung ein brutales Trauerspiel verbirgt.

Auf 18 knallbunten Bannern erzählt die Wanderausstellung in klaren Worten reale Geschichten aus brandenburgischen Frauenhäusern. Konzipiert wurde sie von den Mitstreiterinnen des landesweiten Netzwerks.

Jede fünfte Frau erlebt Gewalt in der Beziehung

Für Catrin Seeger und ihre Kollegin Jana Reinhardt, die betroffene Frauen und ihre Kinder im Frauenhaus in Rathenow sowie in den Beratungsstellen in Falkensee und Nauen betreuen, sind diese Geschichten Alltag. Mit der Ausstellung wollen sie die breite Masse für das Thema sensibilisieren. Auf den ersten Blick sieht vieles schön aus, erst beim näheren Hinsehen offenbart sich die Realität – genau so ist auch die Ausstellung konzipiert.

Wer genauer Hinschaut erkennt die Botschaft – es ist eben doch nicht alles in Ordnung

Wer genauer Hinschaut erkennt die Botschaft – es ist eben doch nicht alles in Ordnung.

Quelle: Christin Schmidt

Die rosarote Farbe verheißt Positives, ebenso wie die plakativen Sprüche: „Du machst mich glücklich!, „Ich liebe Dich“, „Halb so wild“. Wer näher hinsieht, sich mit dem Thema auseinandersetzt und die Botschaften zwischen den rosafarbenen Worten liest, erkennt die dunkle Wahrheit: Unzählige Frauen werden in den eigenen vier Wänden bedroht, geschlagen oder vergewaltig. „Jede fünfte Frau in Deutschland ist von körperlicher Gewalt durch ihren Partner betroffen, jede zweite hat psychische Gewalt erlebt“, heißt es auf einem Banner.

Prominente haben der Kampagne ihre Stimme geliehen

Die rosarote Kampagne will aber mehr, als nur auf das Schicksal der Betroffenen aufmerksam machen: „Wir wollen nicht nur Botschaften verbreiten, wir wollen Antworten gegen. Denn viele haben Angst zu reagieren. Sie wissen nicht, wie sie betroffene Frauen ansprechen sollen. Es ist ja nicht so, dass die Menschen nicht helfen wollen, sie wissen aber oft nicht wie“, so Seeger.

Sogar Prominente wie Schauspieler Klaus Behrendt oder Kanutin Brigit Fischer haben sich für die Kampagne zur Verfügung gestellt und alle Texte eingesprochen. Mit dem Smartphone und der passenden App können Besucher sich von den Stimmen der Promis durch die Ausstellung führen lassen oder sich die Texte später noch einmal anhören.

Die Ausstellung ist noch bis 2. März in Rathenow zu sehen

Zur Eröffnung kam auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger. „Prävention und Aufklärung sind verdammt wichtig. Denn dieses Thema betrifft die gesamte Gesellschaft und nicht nur einzelne Personen“, betonte das Stadtoberhaupt. Im März 2016 hatte Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze als Schirmherrin der „RosaRot-Kampagne“ die barrierefreie Wanderausstellung im Bildungsforum in Potsdam erstmals eröffnet. Seither war sie in Bonn, Ludwigsfelde und Luckenwalde zu sehen.

In Rathenow können die Bürger sich nun bis zum 2. März zu den Öffnungszeiten der Sparkasse zum Thema häusliche Gewalt informieren. „Ich bin mir sicher, dass diese Ausstellung die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht“, erklärte Filialleiter Oliver Menzel. Kurz darauf las eine Frau die Geschichte einer Betroffenen und stellte erschrocken fest: „Man weiß gar nicht, was alles passiert.“

Von Christin Schmidt

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