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Havelland Die Farbe der Milch
Lokales Havelland Die Farbe der Milch
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13:04 16.06.2014
Den Weg der Milch erklärte Lars Schmidt von der Brandenburger Vermarktungs- und Dienstleistungsgesellschaft Lietzow seinen aufmerksamen Zuhörern. Quelle: Philip Häfner
Havelland

Kamila Zaborska ist eine Frau mit Prinzipien. Kuscheln beim ersten Date ist in Ordnung, aber Küssen kommt für sie nicht in Frage. Die Ziege auf dem Ribbecker Kinderbauernhof Marienhof sah das bei der Brandenburger Landpartie aber offenbar ganz anders. Das Tier schmiegte sich zärtlich an die Berlinerin, streckte die Zunge aus und knabberte an ihrer Lederjacke. Das reichte! Kamila Zaborska schob sie weg, doch die Ziege ließ nicht locker. Eine Abfuhr wollte sie nicht akzeptieren.

Den Menschen das Landleben näher bringen – dafür war die Brandenburger Landpartie 1994 ins Leben gerufen worden. Zum 20. Jubiläum beteiligten sich am Wochenende auch 16 Betriebe aus dem Havelland, davon neun aus dem Osten des Landkreises. Erstmals dabei war der Damwildhof von Sven Kraatz in Pausin. „Es lief ganz gut“, sagte er. Vor allem die Fahrten zu den Wildgehegen kamen bei den Besuchern gut an.

Anne und Günter Mellmann aus Berlin waren mit ihrem Enkel Johann ebenfalls in Ribbeck zu Gast. Immer wieder hatten sie dem Zweijährigen das Buch über den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland vorgelesen – nun sollte er sich selbst ein Bild machen. Den Ausflug zum Birnbaum verbanden sie mit einem Abstecher zum Marienhof. „Für die Kinder ist es schön mal rauszukommen und sich die Tiere anzuschauen“, sagte Anne Mellmann. Vor allem die Ziegen hatten es ihr angetan: „Die haben so lustige Ohren, wie ein Cockerspaniel. Das sind sozusagen Cockerziegen“, sagte sie vergnügt.
Vor einer Woche waren sie mit ihrem Enkel schon einmal im Umland unterwegs und wurden Zeugen eines Großbrandes. So viel Action wurde diesmal auf dem Marienhof nicht geboten. Unbeeindruckt von den Besuchern dösten die Schweine in der Sonne. „Hey, aufwachen!“, rief Günter Mellmann und klatschte der Sau zwei, drei Mal aufs Hinterteil. Grunzend wackelte sie davon und legte sich an anderer Stelle wieder schlafen.

Wie wenig manche Großstadtkinder über die Landwirtschaft wissen, wurde in Lietzow deutlich, wo Lars Schmidt über den Hof der Brandenburger Vermarktungs- und Dienstleistungsgesellschaft führte. „Welche Farbe hat die Milch?“, fragte er in die Runde – und ein Mädchen antwortete tatsächlich „gelb“. Doch selbst wer sich schon etwas besser auskannte, konnte auf der Tour durch den Stall und den Melkstand noch einiges lernen. Zum Beispiel, dass eine Kuh täglich bis zu 200 Liter Wasser trinkt und unter anderem auch mit Hefe gefüttert wird – nicht, damit sie aufgeht, wie ein Mann glaubte, sondern weil die Hefe Gifte bindet. „Milchviehfütterung ist ein Buch mit sieben Siegeln“, sagte Lars Schmidt und ließ die Besucher gleich noch einmal staunen: Damit ein Liter Milch entsteht, müssten die Kühe 500 Liter Blut durch ihre Euter pumpen. „Kühe sind Hochleistungssportler“, sagte Schmidt. Vielleicht sollte sich das Schwein in Ribbeck daran mal ein Beispiel nehmen.

Von Philip Häfner

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