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Havelland 20.000 Stiefmütterchen im Gewächshaus
Lokales Havelland 20.000 Stiefmütterchen im Gewächshaus
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00:18 28.02.2016
Die Mitarbeiter im Gewächshaus der Rathenower Werkstätten in Hohennauen, in dem derzeit 20 000 Stiefmütterchen gedeihen. Quelle: fotos: n. stein
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Hohennauen

Arbeiten, Wohnen und am gesellschaftlichen Leben im Westhavelland teilhaben: Diese Möglichkeiten bieten die Rathenower Werkstätten 310 behinderten Menschen in mehreren Städten und Gemeinden.

In Hohennauen (Amt Rhinow) hat das gemeinnützige Unternehmen Wohnstätten und am Ortsrand einen Betriebsteil mit Gewächshaus. Ein im wahrsten Sinne des Wortes blühender Betriebshof. Dafür sorgen derzeit im Gewächshaus vor allem Primeln und rund 20 000 Stiefmütterchen.

Unterteilt ist das über 1800 Quadratmeter große Gewächshaus in drei Kammern. In einer Kammer gedeihen die blühenden Frühlingsboten. Geranien, Fuchsin und andere Blumen kommen später.

In der zweiten Kammer werden Gurken, Tomaten, Petersilie, Weißkohl und anderes Gemüse herangezogen. Aus den Sämlingen in der Erde haben sich schon kleine Pflänzchen entwickelt.

Grünpflanzen vor Frost geschützt

In der dritten Kammer stehen derzeit vor Frost geschützt Dauergrünpflanzen in wolliger Wärme. In der Hauptsaison wird dann das komplette Gewächshaus für Blumen und Gemüse genutzt sowie eine 20 000 Quadratmeter große Freifläche. „In und um dem Gewächshaus haben damit rund 40 behinderte Menschen eine Arbeit“, erklärt Mike Hagemann, Geschäftsführer der Rathenower Werkstätten, den wirtschaftlichen Alltag auf dem Betriebshof. Auch zwölf schwerstbehinderte oder mehrfach schwerstbehinderte Menschen helfen bei leichten Arbeit mit.

Primeln im Gewächshaus. Quelle: Stein

Die im Gewächshaus gedeihenden Blumen pflanzen Mitarbeiter in den kommenden Wochen auf Anlagen und Gräber. Die Rathenower Werkstätten haben Pflegeverträge für die kommunalen Friedhöfe in Rathenow, Premnitz und Friesack, mit den Havelland- Klinken für die Außenlagen auf dem Krankenhausgelände in Rathenow und der Kreisverwaltung in Rathenow.

Mike Hagemann Quelle: Stein

Insgesamt haben damit 70 Behinderte eine Arbeit im Grün- und Holzbereich der Rathenower Werkstätten. Auf dem Betriebshof in Hohennauen werden zudem Pflanzen an private Abnehmer verkauft. Das Gemüse und Obst wird in die betriebseigene Küche nach Elslaake geliefert oder vor Ort zu Marmelade verarbeitet.

Beheizt wird das Gewächshaus vorwiegend mit Wärme aus einer 300 Meter entfernten Biogasanlage der Agrargenossenschaft Hohennauen. Technisch möglich ist auch der Einsatz von Gas oder Holz für die Beheizung des Gewächshauses.

Zum Betriebshof gehören auch Trainingswohnungen mit fünf Plätzen. In diesen Wohnungen bereiten sich Behinderte auf ein selbstständiges Leben in eigenen Wohnungen vor.

Von Norbert Stein

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