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Havelland 200 Helfer befreiten Schönwalde vom Müll
Lokales Havelland 200 Helfer befreiten Schönwalde vom Müll
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18:25 18.03.2018
Einige Kameraden der Feuerwehr Schönwalde waren beim Umwelttag damit beschäftigt, um noch letzte Sturmschäden zu beseitigen. Quelle: Carsten Scheibe
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Schönwalde-Glien

Um halb neun am Samstagmorgen redet sich Reinhold Ehl bereits in Rage. Der Bayer, der seit vielen Jahren in Schönwalde wohnt und im Ortsteil Dorf das Theater in der Scheune und den kreativ-Verein betreut, zeigt mit dem Finger auf den Müll, der direkt neben der Hauptstraße in der Böschung liegt. Dicht an dicht liegen Glasflaschen, Pappbecher, Lebensmittelverpackungen und anderer Unrat herum. Ehl: „Es kann doch nicht sein, dass direkt am Dorfeingang so viel Müll zu sehen ist. Auch aus diesem Grund bin ich von Anfang an mit dabei und habe bislang bei jedem Umwelttag geholfen. Ich freue mich, wenn ich durch den Ort fahre und es sieht wieder schön und sauber aus.“

Gemeinde stellt die Müllsäcke

Die blauen Müllsäcke anlässlich des 15. Umwelttages hat die Gemeinde Schönwalde-Glien ausgegeben. Der erste ist bereits nach wenigen Minuten voll. Reinhold Ehl hat zum Glück sein Auto dabei. Der Kofferraum ist bestückt mit Harken, Schippen und anderem Werkzeug, sogar eine Motorsäge ist mit an Bord – falls beim Aufräumen auch gleich noch letzte Sturmschäden zu beheben sind.

Heike Wieseke ist fast immer zusammen mit Reinhold Ehl unterwegs, wenn zum Umwelttag gerufen wird: „Am schlimmsten für uns war einmal ein Müllsack, in den jemand ein verendetes Reh gestopft und das dann in den Graben geworfen hat. Als wir den Sack entsorgen wollten, guckte uns das Reh aus toten Augen an.“

Gräben sind mit Gartenschnitt voll

Bei minus 3,5 Grad und einem eisigen Wind hatten sich an die 200 freiwillige Helfer angemeldet, um in allen Ortsteilen von Schönwalde-Glien für mehr Sauberkeit zu sorgen. Bürgermeister Bodo Oehme war ganz allein in den Gräben rund um den Amselsteig unterwegs, um hier vor allem leere Flaschen und Plastik in allen Variationen einzusammeln: „Dass es so kalt ist, ist hier am Graben ganz gut so. Dann ist der Boden gefroren und nicht mehr so matschig. Nur deswegen komme ich heute überall ran“, sagt er und ergänzt: „Ich finde es schade, dass viele Anwohner den Graben zum Kompostieren ihres Gartenschnitts verwenden, dabei kostet ein Big Bag doch nicht die Welt. Die Leute vergessen immer wieder, dass die Gräben in Schönwalde echte Funktionsgewässer sind. Nachher laufen dank der fehlenden Entwässerung die Keller wieder voll und dann heulen alle.“

Kurz vor dem Havelkanal bricht plötzlich Arnold Spätling aus dem Unterholz. Der pfiffige Schönwalder wurde vor Jahren von seiner Frau „angelernt“ und sammelt nun fleißig Müll mit ein. Damit ihm die Arbeit leichter von der Hand geht, hat er eine Sackkarre mitgenommen und auf der den blauen Müllsack montiert. So kann er seine Sammelobjekte ohne große Anstrengungen vor sich herschieben: „Ich habe viele alte Flaschen, leere Kaffeebecher, Büchsen und sogar einen blauen Gartenschuh gefunden.“

Stiefmütterchen und Bäume gepflanzt

Am Umwelttag in Schönwalde wird aber nicht nur der Müll aus den Gebüschen gezerrt. Bodo Oehme: „Wir pflanzen auch die ersten Stiefmütterchen. Von der Grünen Woche haben wir auch sieben Spalierobstbäume mitgebracht. Jeder Ortsteil bekommt nun einen Baum und kann frei entscheiden, wo er hin soll. Der erste steht bereits auf dem Gelände des Jugendklubs.“

Nach ein paar Stunden Schuften am wohl kältesten Umwelttags in der Geschichte von Schönwalde-Glien werden alle Helfer auf Kosten der Gemeinde zum Essen an den verschiedenen Standorten eingeladen. Es gibt je nach zuvor geäußerter Präferenz der Gruppen wahlweise Erbsensuppe mit Würstchen oder Steaks vom Grill. Reinhold Ehl: „Ganz zum Schluss haben wir gleich neben dem Kreativ-Verein noch eine alte Matratzenauflage mit Stahlfedern aus dem Dorfteich geholt. Wer die dort wohl hineingeworfen hat?“

In Falkensee wird es einen Umwelttag am 21. April geben.

Von Carsten Scheibe

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