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Havelland 200 Lämmchen kommen über Ostern zur Welt
Lokales Havelland 200 Lämmchen kommen über Ostern zur Welt
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17:21 30.03.2018
Olaf (li.) und Fritz Kolecki halten stolz ihre Oster-Lämmchen hoch. In der Lammung werden über 200 neugeborene Schäfchen erwartet. Quelle: Carsten Scheibe
Falkensee

In den Stallungen von Olaf Kolecki tobt das Leben. Auf der einen Seite des Stalls sind die Schafe zu sehen, die die Geburt bereits hinter sich haben: Hier suchen pro Muttertier ein bis zwei Lämmchen nach den Zitzen, um sich sattzutrinken. Wenn sie nicht gerade durch das Heu toben oder ermattet ein erstes Schläfchen halten. Auf der anderen Seite haben die Schafe noch dicke Bäuche. Hier kann es mit der Geburt jederzeit losgehen.

Insgesamt erwartet der Schäfer über die Ostertage 200 neugeborene Lämmer. Quelle: Carsten Scheibe

„Wir befinden uns mitten in der Lammung. 45 Lämmer sind schon da, aber über Ostern rechne ich mit etwa 200“, sagt der 54-jährige Olaf Kolecki. Es sei Tag und Nacht jemand bei den Schafen. „Ich schlafe hier auch.“ Meistens gehe alles gut, aber manchmal müsse auch der Tierarzt gerufen werden. „Wie letztens, als zwei Lämmer gleichzeitig durch den Geburtskanal wollten. Das ist dann leider nicht gut gegangen“, so Kolecki.

Schafe perfekt für ökologische Landschaftsflächen

Die kleinen Lämmer, zum Teil schneeweiß und zum Teil pechschwarz, dürfen die Osterfeiertage überleben und landen nicht als Lammbraten auf den Tellern des Havellandes. Stattdessen werden sie zur Landschaftspflege eingesetzt. „Meine Schafe stehen in Rohrbeck auf der alten Deponie, in Nauen auf dem Betriebsgelände von Bosch-Siemens und seit 2014 auch in Berlin Tegel“, sagt Olaf Kolecki. „Hier nehmen wir an einem Projekt zur Bekämpfung der invasiven Traubenkirsche teil.“

Bis Ostermontag kann jeder die kleinen Schäfchen des havelländischen Schäfers bei einem Hofbesuch betrachten. Quelle: Carsten Scheibe

Schafe eignen sich perfekt zur ökologischen Landschaftsfläche – und sie zaubern Spaziergängern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Kolecki: „In Nauen sind die Mitarbeiter von Bosch-Siemens in jeder Pause draußen bei den Schafen und schauen nach den Tieren.“ Das sei auch gut fürs Betriebsklima. „In Potsdam arbeite ich seit anderthalb Jahren mit einer Montessori-Schule zusammen. Es macht mir ganz großen Spaß: Die Kinder sind so neugierig und aufgeschlossen.“

Sohn Fritz Kolecki möchte Betrieb weiterführen

In die Zukunft schaut Olaf Kolecki mit gemischten Gefühlen. „Der Beruf des Schäfers stirbt aus. Es lohnt sich ja auch nicht wirklich“, sagt der 54-Jährige. „Von der Landschaftspflege und dem Fleisch kann man nicht leben, die Wolle wird ja schon fast als Sondermüll behandelt.“ Als Schäfer ohne eigene Flächen kriege er auch keine Agrarförderung. „Deswegen wäre es wichtig, dass Deutschland wieder die Weidetierprämie einführt, wie es sie in 22 anderen europäischen Staaten gibt“, so Kolecki. „Sonst werden wir nicht mehr lange Schafe in unserer Landschaft zu sehen bekommen.“

Olaf Kolecki (54) sorgt sich um den Beruf des Schäfers. Quelle: Carsten Scheibe

Immerhin ist die Zukunft von Olaf Koleckis Betrieb gesichert. Sohn Fritz (16) ist bereits mit Feuereifer dabei, hilft auf dem Hof und möchte nach dem Abschluss der Schule selbst Schäfer werden. Schon jetzt hat er zwölf eigene Schafe, die in Falkensee direkt angrenzend zur Bahnhofstraße leben: „Das ist meine erste eigene Herde.“

Bis Ostermontag Lämmergucken

Olaf Kolecki lädt in diesem Jahr zum ersten Mal alle Interessierten zum Lämmergucken ein. Bis Ostermontag können Besucher an jedem Tag von 10 bis 18 Uhr ohne Anmeldung auf den Hof fahren und sich die neugeborenen Lämmchen anschauen. In Schönwalde-Dorf fährt man dazu die Bötzower Straße bis zur Bötzower Landstraße, kreuzt diese und fährt geradeaus weiter in einen Feldweg (mit großen Schlaglöchern), der direkt zum Hof in der alten Fliegerkaserne führt. Ein Schild weist den Weg.

Von Carsten Scheibe

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