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200 Oldtimer auf einen Schlag

Friesack 200 Oldtimer auf einen Schlag

Über 200 alte Fahrzeuge waren am Wochenende beim 2. Friesacker Oldtimertreffen zu bewundern. Vom Moped bis zur Baumaschine reichte die Palette. Weil es am Samstag immer wieder regnete, kamen deutlich weniger Zuschauer als im Vorjahr.

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Ganz besondere Schmuckstücke: Die alten Fahrzeuge bei der Tour über das Friesacker Festival-Gelände.

Quelle: Uwe Hoffmann

Friesack. So viel altes Blech auf einem Haufen gibt es selten. Beim 2. Oldtimertreffen in Friesack am Samstag konnten die Besucher rund 200 Fahrzeuge bestaunen. Allerdings hatte das regnerische Wetter den Besucherzuspruch gedämpft. Rund 300 Menschen wollten die alten Fahrzeuge sehen – erheblich weniger als im vergangenen Jahr.

Die Palette der ausgestellten Oldtimer reichte vom Moped über Pkw, Trecker und Bagger, Dumper bis zum Militärfahrzeug. Neben seltenen Fahrzeugen wie einer tschechischen Jawa 350, mit Seitenwagen, die damals nur in die BRD oder Ungarn exportiert wurden, sah man auch einige Selbstbauten, darunter einen Wartburg mit Ladefläche. Wilhelm Wätke aus Lübz bastelte dieses einmalige Fahrzeug.

„Vom Oldtimer-Zweirad bis hin zum Traktor findet man hier alles, vor allem aus DDR-Zeiten. Auch seltenere Modelle“, sagt Dieter Eckert von den Oldtimerfreunden Spornitz (bei Parchim). „Friesack hat sich mit dem Oldtimer- und auch dem Treckertreffen einen Namen gemacht.“ Der Moderator der Oldtimershow stellte jedes der Fahrzeuge sehr sachkundig mit den entsprechenden technischen Details und Besonderheiten vor. Dieter Eckert nennt selbst 25 Oldtimer vom Motorrad bis zum Lkw sein eigen. Seit dem 1. Treckertreffen in Friesack 2014 moderiert er die Trecker- und Oldtimertreffen, die die Friesacker Tobias Wollenberg und Christian Wendland organisieren.

Frank Fröhlich aus Falkensee kaufte im Januar 1989 den 1978 durch die DDR importierten VW Golf I

Frank Fröhlich aus Falkensee kaufte im Januar 1989 den 1978 durch die DDR importierten VW Golf I

Quelle: Uwe Hoffmann

Einen besonderen VW Golf I stellte Frank Fröhlich aus Falkensee vor. „Im Januar 1989 habe ich den Golf I gekauft. Das heißt eingetauscht. In der ‚Neuen Zeit’ inserierte der Besitzer aus Neubrandenburg das Fahrzeug. Er gehörte zu den 1978 durch die DDR importierten 10 000 VW Golf, die besonders verdiente DDR-Bürger für zirka 20 000 DDR-Mark kaufen konnten“, erzählt der gelernte Karosseriebauer. „Ich hatte damals einen Trabant 601, Baujahr 1977. Den bot ich zum Tausch an und zusätzlich 20 000 Mark. Auf dem Schwarzmarkt musste man rund 40 000 Mark für so einen Golf bezahlen.“

So fuhr der damals 20-Jährige nach Neubrandenburg und kehrte nach einigen Problemen mit dem VW Golf zurück. „Die erste große Fahrt ging noch im Sommer 1989 an den Balaton. Aber ich bin wiedergekommen“, so Frank Fröhlich weiter, der heute in einer Berliner Tuning-Werkstatt arbeitet. Beim Kauf waren es 55 000 Kilometer, heute hat das besondere Schätzchen 170 000 Kilometer auf dem Tacho. Außerdem besitzt der Oldtimerfan noch einen Golf GTi V16, Baujahr 1988. „Ein Traum wäre ein 125er Polski Fiat. Den hatten damals meine Eltern“, so Frank Fröhlich. „Anfang der 90er Jahre haben ihn meine Eltern für 2 000 D-Mark verkauft. Ein Polski Fiat in gutem Zustand kostet heute rund 8 000 Euro.“

Michael Buhl aus Berge gewann mit seinem T 174, Baujahr 1974, den Pokal für den „Schönster Bagger“

Michael Buhl aus Berge gewann mit seinem T 174, Baujahr 1974, den Pokal für den „Schönster Bagger“

Quelle: Uwe Hoffmann

Bei den Ackerrennen, die am Rande des Geländes stattfanden, gaben vor allem die Buggys richtig Gas und ließen den Matsch in den Kurven, zur Freude der Zuschauer, so richtig spritzen. Bereits am Freitag hatte der Familienrummel auf der Festwiese mit abendlichem Tanz die Friesacker und ihre Gäste eingeladen. Am Samstagabend feierten die Oldtimerfreunde und Friesacker mit DJ Micha ein zünftiges Oktoberfest. Das große Festzelt dafür wurde bereits am Montag aufgebaut. Mit um das Zelt aufgestellte Traktoren konnte es vor dem Sturm am Donnerstag geschützt werden.

Beim Ackerrennen flogen die Fetzen

Beim Ackerrennen flogen die Fetzen.

Quelle: Uwe Hoffmann

„Gerade vom Wetter her ist es schwierig ein Fest zu organisieren, das sich auch finanziell trägt“, sagt Tobias Wollenberg. „So hatten wir am heutigen Tag mit dem ständigen Regen zirka 300 zahlende Gäste. Im letzten Jahr waren es, bei fast noch schlechterem Wetter, zirka 800. Aber in diesem Jahr nahmen 50 Oldtimer mehr als im letzten Jahr teil.“

Mehr Wetterglück wünschen sich die Organisatoren zu ihrem Treckertreffen. Die Chancen stehen nicht schlecht. Das Treffen findet am 4./5. Mai statt.

Von Uwe Hoffmann

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