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2000. Fischadler beringt

Aktion der Vogelschützer aus dem Havelland 2000. Fischadler beringt

Vor zehn Jahren war es der 1000., am Freitag wurde der 2000. Fischadler von ehrenamtlichen Vogelschützern aus dem Havelland beringt. Derzeit gibt es 50 bis 60 Brutpaare in West-Brandenburg.

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Vogelschützer Günter Lohmann hält das 2000. beringte Fischadlerjunge in den Händen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Paaren/Ketzin. Als Jens Barczynski von seiner Klettertour auf dem 20 Meter hohen Hochspannungsmast gestern Vormittag zurück kam, war seine „Einkaufs“-Tasche voll. Zwei vier Wochen alte Fischadlerjunge hatte er aus dem Nest geholt, um sie zu beringen. Vogel „Es ist heute die absolute Ausnahme, weil es die Beringung Nummer 2000 ist. Normalerweise erledigen wir das immer oben im Nest“, sagte Günter Lohmann.

Der Rentner aus Ketzin/Havel kümmert sich seit 1986 gemeinsam mit dem Priorter Horst Köpke um das Wohl der Fischadler in West-Brandenburg. Ihr Bereich erstreckt sich von Ketzin bis Nauen und von Rathenow bis Brandenburg/Havel. Das sei deshalb so langgezogen, weil die Vögel fast ausschließlich ihre Nester auf den Hochspannungsleitungen bauen, so Lohmann.

Zwischen 50 und 60 Brutpaare haben die Vogelschützer in diesem Jahr gezählt. „Wie viele Junge in den Nestern sind, können wir erst sagen, wenn unser Partner die Edis wieder mit dem Hubschrauber die Leitungen kontrolliert“, erklärte Horst Köpke.

Beide Vogelschützer, die nicht für dem Naturschutzbund Nabu sondern aus eigener Motivation heraus arbeiten, freuen sich, weil sie dazu beitragen konnten, dass sich die vom Aussterben bedrohten Fischadler in West-Brandenburg wieder stark vermehrt haben. Günter Lohmann lobte in dem Zusammenhang vor allem den Landkreis Potsdam-Mittelmark, der häufig die Nestaufbauten finanziell unterstützt. Etwa 300 bis 400 Euro koste es, einen Unterbau für das Nest anfertigen zulassen, damit die Edis-Leute bei der Wartung der Leitungen an den Masten ungehindert arbeiten können“, erklärte Lohmann. Im Landkreis Havelland komme die Hilfe „eher schleppend“. Energiedienstleister Edis stellt für Beringungen jeweils zwei Mitarbeiter ab.

Günther Lohmann war bei fast allen Beringungen dabei. Gestern montierte er den 2000. Ring mit der Nummer AM 35 an den Fuß des jungen Vogels. Anschließend machte sich Edis-Mitarbeiter Jens Barczynski samt Tasche wieder auf den Weg und setzte die Jungtiere zurück ins Nest.

Derweil kreisten die Adlereltern schon ungeduldig über dem Mast mit der Nummer 1 K. Das K steht für Ketzin, weil die 110-Kilovolt-Leitung von Paaren bis nach Ketzin führt. Dass die Jungtiere möglicherweise von ihren Eltern nicht mehr angenommen werden, konnte Günter Lohmann ausschließen: „Es dauert eine halbe Stunde, dann landen sie wieder im Nest und sind zufrieden.“ Er sollte recht behalten.

Von Jens Wegener

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