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2017 war kein gutes Spargel- und Erdbeerjahr

Havelland 2017 war kein gutes Spargel- und Erdbeerjahr

Die Spargel- und Erdbeerbauern im Havelland blicken auf eine durchwachsene Ernte zurück. Schuld sind vor allem die Trockenheit im vergangene Jahr und der Frost zum Saisonstart. Doch auch das Kaufverhalten der Kunden ändert sich. Die Bauern stehen vor einigen Herausforderungen.

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Die Spargelernte war in diesem Jahr durchwachsen. Grund waren vor allem die Trockenheit im vergangenen Jahr und der Frost zum Saisonstart.

Quelle: dpa

Havelland. „Es war ein brauchbares Jahr“, sagt Armin Rathfelder vom Spargelhof in Hoppenrade. In Euphorie kann der Landwirt mit Blick auf die zurückliegende Saison aber dennoch nicht verfallen. „Landwirtschaft ist immer großen Schwankungen ausgesetzt. Das ist zum einen das Wetter, aber auch der Preis, den man hinterher fürs Kilo bekommt“, so Rathfelder. In diesem Jahr machte vor allem der Forst zwischen März und Mai dem Spargel zu schaffen.

„Die Köpfe die schon rausgeschaut haben sind dabei natürlich alle abgestorben, unseren Grünspargel hat es sogar dreimal erwischt“, so Rathfelder. Nach dem Frost folgte dann eine kühle Periode. „Wir haben hier drei Wochen im Grunde gefroren, weil es so kalt war. In dieser Zeit ist der Spargel nur sehr langsam gewachsen“, erklärt er. Hinzu kamen die Spätfolgen des vergangenen trockenen Jahres.

Dennoch konnten die Brandenburger Spargelbauern in diesem Jahr 22 200 Tonnen Spargel ernten, rund 23 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr, wie das Amt für Statistik mitteilt. Der Anstieg ist auf die Ausweitung der Anbauflächen zurückzuführen. Der Hektarertrag sank im Durchschnitt um 5 Prozent. Das hat auch Gabriele Feiler vom Spargelhof in Spaatz gespürt.

„Wir sind grundsätzlich zufrieden, auch wenn unser Ertrag und der Umsatz in dieser Saison unter dem Vorjahresniveau liegen“, so Feiler. Ein Problem seien der frühe Saisonstart und die Wetterbedingungen gewesen. „Wir hatten schon im März den ersten Spargel und dann kam der Frost und hat vieles kaputt gemacht“, erklärt sie. Auf den Frost folgte eine lange Trockenzeit.

Der nötige Regen kam erst, nachdem die Saison schon beendet war. Keine guten Voraussetzungen für die rund 5,8 Hektar auf denen der Spargel eigentlich prächtig wachsen soll. „Die Anlagen haben dann irgendwann nicht mehr den Ertrag gebracht, den man sich eigentlich wünscht“, erklärt Gabriele Feiler.

Nicht nur bei den Spargelbauern im Havelland sind die Erträge in diesem Jahr nicht an die Erwartungen herangekommen, auch bei den Erdbeeren sieht es durchwachsen aus. „Durch den Frost haben wir rund 20 Prozent weniger Erdbeeren ernten können als üblich“, erklärt Hans-Peter Kruse vom Hofladen Falkensee. Der Frost sei zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt gekommen. Die Pflanzen standen gerade in der Blüte. Durch den Frost konnten viele Pflanzen keine Früchte bilden.

„Davon waren natürlich vor allem unsere Freilandkulturen betroffen, die Pflanzen in den Folienzelten blieben verschont“, so Kruse. Brandenburgweit wurden pro Hektar im Durchschnitt acht Prozent weniger Erdbeeren geerntete. Dennoch stieg auch hier der Gesamtertrag, aufgrund vergrößerter Anbauflächen, um 12 Prozent auf 3 700 Tonnen.

Seine Früchte verkauft Hans-Peter Kruse dabei zum Großteil an Selbstpflücker. „Wir merken aber, dass immer weniger Leute pflücken, weil sie sie essen wollen, es ist inzwischen viel mehr ein Familienerlebnis, das aus Spaß gemacht wird“, so Kruse. Dass Kunden den Hof mit Körben voller selbstgepflückter Erdbeeren verlassen, sei ein rückläufiger Trend.

Einen leichten Rückgang der Besucherzahlen verspürt auch Armin Rathfelder in seinem Hofladen in Hoppenrade. „Wenn die Leute mit dem Auto durch die Gegend fahren, kommen sie an unzähligen Spargelständen vorbei, die Konkurrenz ist vor allem für kleine Betriebe, viel zu hoch“, erklärt der Spargelbauer. Bei schönem Wetter kommen die Kunden vor allem, weil sie gleich die Gelegenheit nutzen, im angeschlossenen Bistro eine Kleinigkeit zu essen oder zu trinken. „Wir verkaufen unseren Spargel ja nur auf unserem Hof und bei einem einzigen anderen Händler, daher ist es wichtig, dass die Leute den Weg zu uns finden“, so Rathfelder.

In Spaatz hat Gabriele Feiler nicht das Gefühl, dass die Nachfrage zurückgeht. „Die Leute kommen weiterhin, auch wenn in diesem Jahr einige treue Kunden ausgeblieben sind, aber das kann auch Zufall sein“, sagt sie. Ab dem kommenden Jahr wird es bei ihr sogar ein ausgeweitetes Angebot geben. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren schon den Grünspargel bei uns erprobt und werden im kommenden Jahr 2 200 Pflanzen setzen lassen“, sagt Gabriele Feiler.

Von den Unwettern Ende Juni waren die Spargel- und Erdbeerbauern im Übrigen nicht betroffen. „Zu diesem Zeitpunkt war die Saison schon beendet“, erklärt Hans-Peter Kruse. Dafür haben dann seine Kirschen unter dem Dauerregen gelitten und platzten teilweise auf. Sorgen die Armin Rathfelder zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hatte. „Unsere Süßkirschen sind leider schon durch den Frost abgestorben“, erzählt er.

Von Danilo Hafer

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