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23 Jahre im Helfermodus

Welttag der Ersten Hilfe 23 Jahre im Helfermodus

Der heutige internationale Tag der Ersten Hilfe wird im Landkreis Havelland nicht gefeiert. Trotzdem soll an dem weltweiten Aktionstag an die vielen Ersthelfer gedacht werden. Eine von ihnen ist Sabine Zade.

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Herz-Druck-Massage zu üben, gehört zu den wichtigsten Inhalten der Lehrgänge, die Sabine Zade leitet.

Quelle: Jens Wegener

Falkensee. Wenn Sabine Zade in einem Ersthelferkurs ihre Puppe auspackt und die Herz-Druckmassage an der Reihe ist, dann fallen schon mal solche Männer-Sprüche wie: „Können wir das nicht an dir üben?“ oder „Leg du dich doch hin“. Aber das steckt die 54-Jährige mit einem Lächeln weg, denn: „Wer so lange diesen Job macht, den schockt so schnell nichts mehr. Schon gar nicht irgendwelche Machosprüche.“ Außerdem seien Zwischenrufe ja auch nicht so gemeint. „Sie tragen eher zu einer lockeren Atmosphäre bei, die gut ist für die Übungen“.

Es war 1992, als sich die gelernte Krankenschwester und spätere OP-Schwester überlegte, einen Ersthelfer-Ausbildungslehrgang zu besuchen. Neun Tage dauert der Kurs „Breiten- und Sanitätsdienstausbildung“, wie er offiziell heißt. Die wesentliche Voraussetzung – medizinisch-fachliche Kenntnisse – hatte Sabine Zade als Krankenschwester sowieso. „Mir gefiel das so gut, dass ich anschließend beim Arbeiter-Samariter-Bund auf Honorarbasis als Ausbilder für Erste Hilfe begann“, blickt Sabine Zade zurück. Seit 2002 ist sie beim ASB in dieser Funktion fest angestellt und leitet weitere acht Kolleginnen an.

In unzähligen Kursen hat sie inzwischen vor allem betriebliche Ersthelfer, Feuerwehrleute und Privatpersonen, die einem Führerschein machen wollen, darin geschult, wie man sich im Fall der Fälle richtig verhält. Alles ohne weißen Kittel, weil der abschreckt, sagt die Nauenerin. In den zehnstündigen Kursen geht es unter anderem um das Absichern von Unfallstellen, die richtigen Notrufangaben, das Verhalten bei Bewusstlosigkeit, die Wiederbelebung oder um die Frage, wann man bei einem verletzten Motorradfahrer den Helm abnehmen soll und wann nicht. „Die meisten älteren Leute erinnern sich nur noch an die stabile Seitenlage und haben deshalb oft Angst, etwas falsch zu machen, wenn sie zu einem Unfall oder einem Hilfebedürftigen kommen. Aber aus der Erfahrung kann ich sagen: Erste Hilfe ist leicht. Das schafft jeder“, so Zade. Auch die Menschen, die angeblich kein Blut sehen können. „Wenn sie in einer Notlage gefordert sind, dann funktionieren sie auch. Hinterher sacken sie dann manchmal zusammen, wenn der Kreislauf versagt, aber das ist nicht so schlimm.“

In den Kursen muss jeder Teilnehmer alle wichtigen Sachen üben, um die nötige Bescheinigung zu bekommen. Manch einer ziere sich anfangs mit den Puppen zu hantieren. Das sei aber schnell überwunden.

Besonders freut sich Sabine Zade, wenn sie hin und wieder eine Rückmeldung von Teilnehmern bekommt. So wie vor wenigen Wochen, als sie von einer Firma in Hennigsdorf eine E-Mail erhielt. „Ein betrieblicher Ersthelfer, den ich gerade vorher geschult hatte, konnte in seinem Urlaub ein kleines Mädchen vor dem Ertrinken im Pool retten. Da weiß ich, dass sich meine Arbeit auszahlt.“

Obwohl Sabine Zade in ihrem Ersthelfer-Berufsleben schon so viele Kurse geleitet hat und sie im Schlaf weiß, was wann zu tun ist – selbst Soforthilfe leisten oder jemanden wiederbeleben musste sie noch nicht. Mal ein Pflaster aufkleben und einen Verband anlegen bei Großveranstaltungen wie der Brala in Paaren im Glien, mehr war nicht. In den eigenen vier Wänden ist sie als Ersthelferin natürlich auch gefragt. „Statistisch gesehen passieren 33 Prozent aller Unfälle zu Hause und 32 Prozent in der Freizeit. Lediglich 14 Prozent auf der Arbeit“, weiß Sabine Zade.

Dass es zum heutigen Welttag der Ersten Hilfe im Landkreis Havelland keine Aktionen gibt, wundert schon ein wenig. Aber die 54-Jährige hätte sowieso nicht mitmachen können, denn sie schult heute Ausbilder für die Ersthelferausbildung in Stuttgart.

Von Jens Wegener

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