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Havelland 24 Sprach-Kitas im Kreis: Reden ist hier Gold
Lokales Havelland 24 Sprach-Kitas im Kreis: Reden ist hier Gold
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00:18 10.03.2017
Bücher anschauen und darüber reden. Erzieherin Monique Otto mit Kindern in der Leseecke der Rathenower Kita „Haus der kleinen Strolche“.  Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

 Dass beim Umgang mit kleinen Kindern nicht das sprichwörtliche Schweigen als Gold zu betrachten ist, sondern vielmehr das Reden, haben Experten des Bundesministeriums für Familie heraus gefunden. Deshalb hat das Ministerium zu Beginn des Jahres 2016 ein Programm für Sprach-Kitas aufgelegt, da die Sprache für Kinder als „Schlüssel zur Welt“ angesehen wird. Weil es gut lief, ist das Programm zu Beginn des Jahres 2017 mit einer zweiten Welle von Sprach-Kitas erweitert worden.

Der Landkreis Havelland ist bei dem Programm sehr gut dabei. Wie Anissa Pankonin und Ulrike Schwuchow, die dort über Landesmittel für den Bereich Sprachförderung eingestellt wurden, berichten, sind 2016 sieben Kitas des Kreises ins Programm aufgenommen worden. 2017 waren es noch einmal neun Einrichtungen. Durch großes Interesse und gute Vorarbeit sei es dann gelungen, zu Beginn dieses Jahres weitere acht Kitas als Nachrücker in das Programm aufzunehmen.

Für drei weitere Kitas stehen die Chancen gut, sie sind nur noch nicht bestätigt worden. Funktioniert es wie geplant, werden 27 Einrichtungen im Landkreis eine Sprach-Kita sein. In Bezug auf die insgesamt 115 Kitas im Havelland wäre das im Vergleich mit anderen Kreisen ein hoher Anteil.

Sprach-Kita zu sein bringt für die beteiligten Einrichtungen eine Reihe von Vorteilen – aber auch Pflichten. Da ist zuerst vor allen Dingen für jede Kita ein Personalkostenzuschuss für eine zusätzliche halbe Stelle, also 19,5 Stunden die Woche. Außerdem bekommt sie für projektbezogene Ausgaben einen Zuschuss von 25 000 Euro im Jahr. Der Förderzeitraum ist stattliche vier Jahre lang. Er endet für die 1. Sprach-Kita-Welle also im Dezember 2019 und für die zweite Welle im Dezember 2020.

Die zusätzliche halbe Fachkraft darf in der Kita aber nicht wie alle anderen Erzieherinnen für die übliche Gruppenarbeit eingesetzt werden. Sie hat vielmehr selbstständig zu wirken im Sinne der Sprachförderung und die Kolleginnen zu begleiten, zu unterstützen und zu beraten.

Die Sprachkitas im Landkreis Havelland

1. Welle ab 2016: Kita „Rhinspatzen“ mit Hort (Friesack), Kita „Sonnenschein“ (Pessin), Kita „Zwergenburg“ mit Hort (Milow), Kita „Lietzower Luchwichtel“ (Lietzow), Kita „Jenny Marx“ und Kita „Haus der kleinen Strolche (beide Rathenow), Kita „Knirpsenstadt mit Hort (Rhinow)

2. Welle ab 2017: Kita „Regenbogen“ (Senzke), Kita „Spatzennest (Stechow), Kita „Unter den Kiefern“ (Falkensee), Kita „Kinderland“ mit Hort (Nauen), Kita „Flax und Krümel“ (Premnitz), Kita „Olga Benario“ und Kita „St. Maria“ (beide Rathenow), Kita „Waldeck“ und Kita „Waldwichtel“ (Schönwalde-Glien)

Nachrücker 2017: Kita Vietznitz (Wiesenaue), Kita „Kunterbunt“ (Nauen), Kita „Zwergenland“ und Kita „Havelkinder“ (beide Rathenow), Kita „Rasselbande“ (Retzow), Kreativitätskindergarten (Nauen), Kita „Haus Sonnenschein“ (Nennhausen), Kita „Zum Wiesenhaus“ (Märkisch Luch)

Nachrücker 2017, noch nicht bestätigt: Kita „Sonnenschein“ (Pessin), Kita „Arche“ (Falkensee), Kita „Zwergenland“ (Etzin)

In der Regel geht es darum, mit den Kindern besonders viel und bei vielfältigen Gelegenheiten zu sprechen. Für die Kita ist die Teilnahme am Bundesprogramm verbunden mit den Pflichten, an Arbeitskreisen und Schulungen teilzunehmen, die Einrichtungskonzeption fortzuschreiben und etwas für die Teamentwicklung zu tun.

„Das Programm setzt an einem wichtigen gesellschaftlichen Schwerpunkt an“, sagt Birgit Hubert, Leiterin vom Haus der kleinen Strolche in Rathenow, das Anfang 2016 zur Sprach-Kita erhoben worden ist. Die Sprachkompetenz sei besonders wichtig für das Kind. Sie sei ein wesentlicher Baustein für dessen kognitive, soziale, emotionale und motorische Entwicklung und trage bei zur Chancengleichheit. „Ein Kind, das gut sprechen kann, wird im Leben bestehen“, sagt Birgit Hubert. Das Programm sei ein wirklicher Gewinn für die Einrichtung.

Gegenwärtig ist die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern der Schwerpunkt. Die Familie sei ein wichtiger Lernort für die Kinder, teilt die Kita-Leiterin mit. Man merke, dass den Eltern dieses Thema sehr wichtig sei, und unterstütze diese dabei zu erkennen, was sie dafür tun können, um ihre Kinder zum Sprechen anzuregen.

„Das Programm ermöglicht es uns, jedes Kind da abzuholen, wo es mit seinen sprachlichen Fähigkeiten ist“, resümiert Birgit Hubert. „Wir können seine Vielfalt und Individualität im Blick behalten und erkennen dabei, was wir noch für seine weitere Sprachentwicklung tun können.“

Von Bernd Geske

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