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Havelland 27-Jähriger leitet Asylunterkunft in Rathenow
Lokales Havelland 27-Jähriger leitet Asylunterkunft in Rathenow
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16:31 27.06.2016
Valentin Franklyn ist neuer Leiter der Asylbewerberunterkunft am Rathenower Birkenweg. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

Seit April leitet Valentin Franklyn das Übergangswohnheim für Asylbewerber und Flüchtlinge im Birkenweg. Der 27-Jährige löste Sandy Kias ab, die die Einrichtung seit Juli 2014 führte. Wie seine Vorgängerin kennt sich auch Valentin Franklyn bestens im Havelland aus. Er ist in Friesack aufgewachsen, hat in Berlin Linguistik studiert und nach einer journalistischen Ausbildung beim Radio beschlossen, beruflich neue Wege zu gehen.

Im April 2015 übernahm er als Quereinsteiger die Leitung des Asylbewerberheims in Friesack. Eine Aufgabe, die ihm offenbar liegt. „Es war zwar stressig und es gab immer viel zu tun, aber es hat mir wirklich Spaß gemacht“, erzählt Franklyn. 120 Menschen, davon lebten 100 im Heim und 20 in Wohnungen, betreute er ein Jahr lang im Auftrag des Landkreises.

Vom Heimleiter zum Betriebsleiter

Dass er sich für den Job qualifiziert hat, kommt nicht von ungefähr, denn der junge Mann engagiert sich seit langem für Friesacker Willkommensinitiativen und ist Mitbegründer und aktives Mitglied des Runden Tisches Friesack, ein Gremium das in Sachen Integration und Willkommenskultur beispielgebend für andere Kommunen im Havelland ist.

Mit dem Wechsel nach Rathenow kommen auf Valentin Franklyn auch neue Aufgaben zu. „In Friesack war ich nur Heimleiter, jetzt bin ich Betriebsleiter für die Arbeiterwohlfahrt im Auftrag des Landkreises, das heißt mir sind auch die Sozialarbeiter unterstellt.“ Dazu gehören vier Mitarbeiter die die Menschen in Wohnungen betreuen sowie vier weitere Sozialarbeiter, von denen jeweils einer im Übergangswohnheim im Grünauer Weg und in Premnitz arbeitet.

Das ist kein Acht-Stunden-Job

Für die größte Wohnanlage im Birkenweg sind zwei Sozialarbeiter vorgesehen. Sie sind derzeit Ansprechpartner für rund 170 Menschen. Als Betriebsleiter habe er nun mehr Kompetenzen, ist auch für die Koordination und Vernetzung zuständig. Ein Acht-Stunden-Job, sagt Franklyn, sei das nicht. „Aber es macht mir so viel Spaß, dass es mich nicht stört, wenn ich mal mehr arbeiten muss.“

Sein Ziel ist es, eine Struktur im Heim aufzubauen, die es den Menschen so leicht wie möglich macht, dort zu leben. „Es ist ja schon an sich eine sehr unangenehme Situation überhaupt in einer solchen Lage zu sein. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen. Umso wichtiger ist es mir, für die Menschen hier den Alltag möglichst angenehm zu gestalten“. Im beruflichen Alltag kommt ihm eine Fähigkeit zu Gute, die er schon in der Schule unter Beweis stellen konnte: „Ich habe diplomatisches Talent, war schon als Schüler Streitschlichter. Davon kann ich nun Gebrauch machen. Denn natürlich gibt es auch mal Konflikte unter den Bewohnern. Die lassen sich nicht vermeiden, wenn Menschen aus unterschiedlichsten Nationen und Kulturen unter einem Dach leben“, so Franklyn.

Man kann nicht allen helfen

Man muss für diese Arbeit also durchaus stressresistent sein, eine Eigenschaft, die er in seinem früheren Berufsleben als Journalist auch immer wieder beweisen musste.

Besonders wichtig sei es zudem, dass Vertrauen der Bewohner zu gewinnen, was dem 27-Jährigen offenbar gelingt. Noch immer kontaktieren ihn Flüchtlinge, die er während seiner Arbeit in Friesack kennengelernt hat, und bitten ihm um Hilfe. Die Kunst besteht darin, zu wissen, wann man nein sagen muss, so Franklyn. Man kann eben leider nicht allen helfen.

Asylunterkünfte im Westhavelland

Derzeit sind im Westhavelland Flüchtlinge und Asylbewerber in Wohnungen sowie in drei Gemeinschaftsunterkünften untergebracht.

In der Unterkunft im Birkenweg in Rathenow leben aktuell 164 Menschen.

In der Anfang 2015 eröffneten Unterkunft am Grünauer Weg in Rathenow sind aktuell 71 von insgesamt 87 Plätzen belegt.

In Premnitz leben 63 Menschen in dem Gebäude der ehemalige Förderschule.

Die Notunterkunft am Hasenweg in Rathenow wird noch in dieser Woche geschlossen.

Von Christin Schmidt

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