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Drei Jahre Jugendhaft für schweren Raub

Amtsgericht Rathenow Drei Jahre Jugendhaft für schweren Raub

Ein 20-jähriger Rathenower ist wegen eines schweren Raubes vom Amtsgericht zu einer Jugendfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Er hatte mit Pfefferspray einen Bäckerladen ausgeraubt. Verschärfend wirkte, dass er erst im Juli wegen eines anderen Überfalls eine Bewährungsstrafe erhalten hatte.

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Dieses Bäckergeschäft in der Schopenhauerstraße ist im September überfallen worden.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Vorgeführt in Handschellen. Der 20-jährige Rathenower Martin G. hat eine steile Karriere gemacht, die ihn schnell nach unten führte. Untersuchungshaft, überschuldet, Wohnung verwahrlost, Drogenprobleme, vermutlich psychisch krank. So lässt sich die Bilanz kurz zusammen fassen. Ein Rathenower Jugendschöffengericht hat ihn wegen schweren Raubes zu einer Jugendhaftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass am er 7. September dieses Jahres um 16.55 Uhr einen Bäckerladen in der Schopenhauerstraße von Rathenow überfallen hatte. Mit vorgehaltenem Pfefferspray zwang er die Verkäuferin, die Kasse zu öffnen und erbeutete rund 400 Euro.

Das Geld hat er gebraucht, um Drogen zu bezahlen

Strafverschärfend wirkte sich aus, dass er vom gleichen Gericht erst im Juli wegen eines anderen Überfalls zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt worden war. Er war am 27. Februar um 12.25 Uhr in ein Lottogeschäft an der Berliner Straße gegangen und hatte die Angestellte mit vorgehaltenem Messer zur Herausgabe von Bargeld zwingen wollen. Die Frau fing an zu schreien und drückte einen Alarmknopf. Er ergriff ohne Beute die Flucht. Ein zusammen mit drei anderen jungen Männern versuchter Fahrraddiebstahl vom Juli und der missglückte Diebstahl einer Flasche Kräuterlikör für 5,99 Euro vom August wurden ihm auch noch zur Last gelegt. Das eingenommene Geld hätte er gebraucht, um Drogen zu bezahlen.

Für den Angeklagten sprach, dass er sich voll geständig zeigte. Dadurch ersparte er der Bäckereiverkäuferin die Zeugenaussage – und er bat sie vor Gericht auch um Entschuldigung. Dann ließ er mit feuchten Augen einmal langsam einen traurigen Blick über die voll besetzten Zuschauerreihen wandern. Familienangehörige und eine 8. Klasse in Jugendfeiervorbereitung schauten zu.

Martin G. stand am Tag des Überfalls offenbar erheblich unter Druck. Vor Gericht sagte er aus, der etwa Gleichaltrige Tom W. habe ihn bedroht und von ihm verlangt, genau jenen Bäckerladen zu überfallen. Er habe das abgelehnt, doch dann habe W. vor seinen Augen eine Pistole geladen, sie auf ihn gerichtet und nachdrücklich aufgefordert, das „Problem“ zu lösen. Martin G. sollte nach seinen eigenen Angaben 5000 Euro beschaffen, weil Tom W. ihm über einen längeren Zeitraum hinweg Drogen zukommen ließ, ohne dass er dafür bezahlen musste. Kokain und Cannabis hatte er regelmäßig konsumiert.

Abschluss der Ausbildung kann in der Haft nachgeholt werden

Richter Axel Teckemeyer gab dem jungen Mann mit auf den Weg, dass er in der Haftanstalt die versäumten Abschlussprüfungen für seine Ausbildung nachholen könne. Er appellierte an ihn, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben. Unter Umständen werde er bei guter Führung früher entlassen. Vielleicht gelinge es sogar, die Kontaktsperre zu seinen Eltern streichen zu lassen, so der Richter. Man muss wissen: Der eigene Vater hatte der Polizei den Hinweis gegeben, die Täterbeschreibung des Bäckereiüberfalls treffe zu auf seinen Sohn.

Von Bernd Geske

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