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Havelland 3-Seiten-Hof in Nauener Altstadt wird saniert
Lokales Havelland 3-Seiten-Hof in Nauener Altstadt wird saniert
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10:19 14.03.2017
Martina Dube umwickelt die Staken mit Stroh und Lehm. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Die Winterpause auf der Baustelle in der Nauener Holzmarktstraße 6 ist vorbei. Seither wird dort wieder gehämmert, gesägt und gebohrt. Mitarbeiter der Zimmerei Döring schneiden neue Balken zurecht und passen sie ein. Dabei verwenden sie die gleiche Technologie wie einst die Erbauer des denkmalgeschützten Drei-Seiten-Hofes vor rund 300 Jahren. Dieses Vorhaben gehört zu den letzten größeren im Rahmen der Altstadtsanierung.

Blick ins Hofinnere. Quelle: Andreas Kaatz

Momentan präsentieren sich die ehemalige Scheune samt Stall sowie ein weiteres Nebengebäude des historischen Ensembles in der Altstadt noch sehr ursprünglich. Das heißt: Zu sehen ist nur die nackte Fachwerkkonstruktion, davor Gerüste. An vielen Stellen müssen dicke Balken ausgetauscht werden, die verfault sind. Der jahrzehntelange Leerstand, wodurch Regenwasser durchs undichte Dach gesickert ist, fordert seinen Tribut. Allein bei Stall und Scheune an der Gebhard-Eckler-Straße konnte nur noch in Drittel der alten Hölzer verwendet werden.

Dass es den Hof in dieser Form noch gibt, ist insbesondere Martina Dube und Dietmar Schramm zu verdanken. Denn als 2015 die Entscheidung fiel, den Hof zu übernehmen, lag die Abrissgenehmigung für das marode Gebäudeensemble bereits vor. „Wir wollten aber, dass es stehen bleibt. Denn es ist schade um jedes alte Gebäude, das abgerissen wird. Die historischen Häuser geben der Stadt ein Gesicht“, sagt Martina Dube und streicht liebevoll über einen alten Querbalken, der vermutlich aus der Entstehungszeit stammt. Er ist sichtlich abgegriffen. „Da haben schon Generationen immer wieder mit der Hand drübergestrichen, so dass er schon abgerundet ist. Der Balken hat eben gelebt“, sagt sie.

Hintergrund

Seit 1991 bis einschließlich 2016 standen 25,3 Millionen Euro Städtebaufördermittel für das Sanierungsgebiet Nauener Altstadt zur Verfügung.

Allein 2016 wurden rund 800 000 Euro Fördermittel im Sanierungsgebiet umgesetzt.

Neun Förderprojekte zur Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden liefen 2016, vier wurden im Wesentlichen abgeschlossen: Bergstraße 14, Gartenstraße 47, Jüdenstraße 17 und Goethestraße 43-44.

Ebenso wie Dietmar Schramm legt auch Martina Dube selber mit Hand an, wenn es um die Sanierung geht. Sie füllt die Gefache in der einstigen Scheune auf traditionelle Art aus. Dazu umwickelt sie senkrecht stehende Hölzer, die Staken, mit Lehm und Stroh, das überwiegend noch aus dem 18. Jahrhundert stammt. Erfahrungen konnte sie mit dieser Bauweise bereits reichlich sammeln – nämlich ebenfalls bei einem scheinbar hoffnungslosen Fall, der Goethestraße 35, aber auch am Haus daneben.

Die Arbeiten schreiten voran. Quelle: Andreas Kaatz

„Man braucht schon ein wenig Fantasie, um sich vorzustellen, wie es künftig aussehen soll“, sagt Dietmar Schramm, als er durch das an der Holzmarktstraße gelegene Wohnhaus führt. Die Aufteilung der Zimmer soll im Wesentlichen so bleiben wie bisher, jedoch werden Türen versetzt. Des Weiteren erhält das Haus eine moderne Heizung, den alten Kachelofen will Schramm aber behalten. „Der hat eine schöne Strahlungswärme“, schwärmt er. Insgesamt zwei Wohnungen werden künftig im Vorderhaus zu finden sein.

Er geht davon aus, dass voraussichtlich im Mai die Gerüste im Hof abgebaut sind. „Zum Tag des offenen Denkmals im September wollen wir ihn dann auch schon mal zeigen. Wir hoffen, dass wir zu dem Zeitpunkt bereits im Haupthaus zugange sind.“ Voraussichtlich sei dort der Sanierungsaufwand am Fachwerk aber nicht ganz so hoch.

Von Andreas Kaatz

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