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Seemannslieder am Havelstrand

3. Brandenburger Shanty-Festival im Optikpark Seemannslieder am Havelstrand

Am Samstagnachmittag standen fünf Shanty-Chöre aus Brandenburg und Berlin auf der Bühne des Rathenower Optikparks. Das Chor-Festival war Höhepunkt der Maritimen Tage, zu dem Anfang Mai traditionell die Freunde von Wasser, Meer und Seemannsromantik auf das Gelände am Schwedendamm strömen.

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Organisator Hartmut Paschen vom Kyritzer Shanty-Chor „Stella Maris“ eröffnete das Festival.

Quelle: Fotos: Uwe Hoffmann

Rathenow. Am Samstagnachmittag standen fünf Shanty-Chöre aus Brandenburg und Berlin auf der Bühne des Rathenower Optikparks. Das Chor-Festival war Höhepunkt der Maritimen Tage, zu dem Anfang Mai traditionell die Freunde von Wasser, Meer und Seemannsromantik auf das Gelände am Schwedendamm strömen.

„Heute feiern wir ‚Klock 8 achtern Strom’ hier in Rathenow“, moderierte Marina Ringel die Shanty-Chöre auf der Bühne im Mühlenhof an. Der Optikpark war in diesem Jahr Gastgeber des 3. Brandenburger Shanty Festivals. „Was die in Warnemünde können, schaffen wir in Brandenburg auch“, erzählt Hartmut Paschen, Gründer und Leiter von „Stella Maris“ mit heute 32 Mitgliedern. „So entstand mit Marina Ringel zum Kyritzer Stadtfest vor drei Jahren die Idee zu einem Brandenburger Shanty Chor Festival.“

„Ohne Hartmut gäbe es das Festival gar nicht“, ergänzt Waltraud Potraffke von den „Havelschippern“ aus Potsdam, die einzige singende Frau an diesem Tag auf der Bühne. Und so fand 2014 das erste Festival in Werder/Havel statt. 2015 traf man sich in Oranienburg. In Rathenow gestalteten die rund 20 Sänger des Shanty-Chores „Eisvogel“ aus Lychen unter Leitung von Fritz Hopf als erste ihr halbstündiges eigenes Programm auf der Bühne. Der Chor aus der Uckermark wurde im Jahr 2000 gegründet. „Wir haben den Eisvogel, der in unserer Region noch häufiger vorkommt, auch als unser ‚Wappentier’ gewählt“, sagt Akkordeonspieler Reiner Heinecken, seit 15 Jahren Mitglied des Chores.

Musikalische Liebeserklärung ans Havelland

Dann kam der Shanty-Chor Reinickendorf auf die Bühne. Der Chor mit 35 Sängern wurde zwar erst 1999 gegründet, kann aber auf eine über 100-jährige Tradition zurückblicken. „Unser Chor ging aus dem 1914 gegründeten ‚Postgesangsverein Edelweiß’ hervor“, erzählt Chorleiter Karl-Heinz Malingriaux. Zu den Maritimen Tagen 2012 waren die Berliner bereits im Optikpark zu Gast. Die „Havelschipper“ aus Potsdam waren bereits schon in Werder und Oranienburg beim Shanty Chor Festival dabei. „Unser Akkordeonspieler Hans ist früher zur See gefahren“, sagt Waltraud Potraffke. „2004 gründete er mit Gitarrist Andy und dem bereits verstorbenen Akkordeonspieler Hans unseren kleinen Shanty-Chor. Unsere sieben Musiker werden zu Auftritten, wie einmal im Monat auf dem Restaurantschiff ‚John Barnett’ am Theater am Schiffbauerdamm, durch Berufsmusiker verstärkt.“ So trat der Chor auch in Rathenow zusätzlich mit Gitarren und Schlagzeug auf. Mit ihrem eigen komponierten „Havelland“-Lied machten sie der Havel und Potsdam eine musikalische Liebeserklärung.

Zum Abschluss versammelten sich Sänger aller Chöre auf der Bühne

Zum Abschluss versammelten sich Sänger aller Chöre auf der Bühne.

Quelle: Uwe Hoffmann

„De Goode Winds“ ist der zweite Shanty-Chor aus der Hansestadt Kyritz. Der bereits 1969, durch die DDR-Akkordeonspieler-Legende Heinz Rilke, gegründete Chor trat immer wieder in der maritimen DDR-Fernsehshow ‚Klock 8 achtern Strom’ mit Rica Deus und Horst Köbbert auf. Diese Zeiten hat auch der heutige Chorleiter Bernd-Rudolf Füllgraf aktiv miterlebt. Er kam vor 46 Jahren zu „De Goode Winds“. „Wir sind singende Segler. Der Chor ist aus einem Seglerverein hervorgegangen“, erzählt Hermann Trilck, der bei Rilke lernte. „Die Segler saßen am Abend immer gemütlich beisammen und da wurde auch gesungen. So ist das noch heute.“ Der Chor tritt immer wieder auch an der Ostsee auf. Neben Gitarren und Schlagzeug wurde der Shanty-Chor „Stella Maris“ aus Kyritz, schon mehrmals zu Gast in Rathenow und Premnitz, zusätzlich durch zwei Saxophone musikalisch verstärkt. Begrüßt wurde das Publikum, das bei schon sommerlichem Wetter zahlreich zum Festival in den Optikpark kam, durch ein neues Lied. Chorgründer und -leiter Hartmut Paschen schrieb den Titel „Melodien der Meere“ zum zehnjährigen Bestehen des Chores in diesem Jahr.

Das Publikum ging begeistert mit,

Das Publikum ging begeistert mit,

Quelle: Uwe Hoffmann

Das Finale auf der Bühne gestalteten wieder nach dreieinhalb Stunden wieder durch die rund 90 Sänger gemeinsam. So erklang auch der Shanty-Klassiker „Hamburger Viermaster“. Das Publikum, das sich von der Stimmung auf der Bühne mitreißen ließ forderte natürlich noch eine Zugabe. „Als gebürtigem Hamburger geht mir bei Shantys immer das Herz auf“, schwärmte Optikparkgeschäftsführer Joachim Muus als er gemeinsam mit Organisator Hartmut Paschen Marina Ringel den Staffelstab in Form einen kleinen Messingankers weiterreichte. Das 4. Shanty Chor Festival findet wieder in ihrer Heimatstadt, Werder, statt. „Es hat Spaß gemacht - gemeinsam mit den anderen Chören“, meinte der Berliner Günter Torwest nach dem Finale. „Die Lychener klassisch mit Akkordeon, die anderen Chöre mit mehr Instrumenten. Die Vielfalt war gut!“

Auch die Marinekameradschaft Rathenow von 1909/1998 e.V. zeigte vor Ort Flagge. Zum Shanty Chor Festival lud der Optikpark die kleinen Gäste wieder zum Piratenfest ein. Und Mitglieder des Schiffmodellbau Stendal/Altmark e.V. ließen am Stadtplatz ihr Schiffsmodelle zu Wasser.

Von Markus Kniebeler

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