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300.000 Euro für die Schliepenlanke

VW-Konzern bezahlt Altarmanschluss in Rathenow 300.000 Euro für die Schliepenlanke

Wenn alles so läuft wie geplant, dann wird die Halbinsel gegenüber des Rathenower Segelsportvereins am Baumschulenweg zur richtigen Insel. Genauer gesagt und ganz offiziell zur "VW-Insel".

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Thomas Steg, Generalbevollmächtigter der Volkswagen-AG, bei der Unterzeichnung des Schecks.

Quelle: R. Stork

Rathenow. "Das mit dem Namen war unsere Idee", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Donnerstagmittag auf dem Vereinsgelände der Segelsportler. Großzügeigen Spendern kann man sich ruhig auch selbst großzügig gegenüber zeigen. Kurz zuvor hatte Thomas Steg für die Volkswagen-AG einen Scheck in Höhe von 300.000 Euro unterschrieben und überreicht. Mit dem Geld soll die Schliepenlanke wieder an den Hauptarm der Havel angeschlossen werden. Ein nur zwölf Meter breiter Durchstich ist dafür nötig und schon wäre aus der Landzunge eine Insel/VW-Insel entstanden. "Wir sind zwar sehr spät dran, aber es gibt noch eine reale Chance, dass die Maßnahme bis zur Buga abgeschlossen ist", sagte Rocco Buchta, der Leiter des Renaturierungsprojektes an der Unteren Havel. Die Anlieger der Schliepenlanke haben dem Altarm-Anschluss bereits zugestimmt. Dadurch verkürzt sich das notwendige Verfahren. "Das Plangenehmigungsverfahren kann in einigen Monaten auf den Weg gebracht sein", so Buchta. Mit der Umsetzung der Maßnahme könnte dann im Herbst 2014 begonnen werden. Das alles hängt davon ab, ob sich im dem Schlamm, der aus der Lanke gebaggert werden muss, Schwermetalle oder andere Schadstoffe abgelagert haben. Wenn ja, muss der Schlamm aufwendig entsorgt werden. Das Projekt würde sich dadurch deutlich verteuern und verzögern. Ist der Schlamm unbedenklich, sollte die Fertigstellung bis zur Buga klappen.

Der Nabu versucht, bis 2015 an jedem der Buga-Standorte eine abgeschlossene Renaturierungsmaßnahme zeigen zu können. In Havelberg erfolgt in den kommenden Wochen der erste Spatenstich für einen Altarmanschluss und den Bau eines Besucherzentrums, das über die Renaturierung informiert. Von der Strodehner Brücke werden die Buga-Besucher ebenfalls auf eine Renaturierungs-Baustelle blicken können. In Premnitz ist der Anschluss der Grubenlanke geplant. Die Stadt hat dafür bereits ihren Eigenanteil bereitgestellt. Allerdings steht die Bewilligung von Fördermitteln noch aus.

"Wir arbeiten schon viele Jahre sehr gut mit der Volkswagen-AG zusammen. Die Revitalisierung der Schliepenlanke, die VW nun möglich macht, ist ein weiterer Baustein für den Erfolg des gesamten Projektes", sagte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller.

VW hat nach dem Jahrhunderthochwasser im Juni insgesamt 2 Millionen Euro als Flutopferhilfe zur Verfügung gestellt. 300000 Euro davon fließen nun in das Projekt Schliepenlanke. "Wir freuen uns, einen gewichtigen Teil des Geldes hier in den präventiven Hochwasserschutz investieren zu können. Es trifft sich hervorragend, dass der Altarmanschluss zugleich die Havelrenaturierung voranbringt", sagte Thomas Steg von der Volkswagen AG.

DIE VORHABEN DER HAVEL-RENATURIERUNG

Institut für Auenökologie: Für die Renaturierung der Havel stehen mehr als 20 Millionen Euro bereit. Weil mit dem Geld nicht alle gewünschten Maßnahmen realisiert werden können, bemüht sich das Institut für Auenökologie zusammen mit dem Nabu um zusätzliche Geldgeber. Neben der Schliepenlanke werden derzeit auch zwei Projekte in Sachsen-Anhalt umgesetzt. Leiter des Instituts ist Rocco Buchta.

Weniger Deckwerke: Die Beseitigung vieler Deckwerke gilt als wichtigste Maßnahme im Rahmen des Projektes. Durch die Beseitigung erhöht sich die Dynamik des Flusses. Auf einer Länge von 29 Kilometern sollen Deckwerke entfernt werden.

Vernetzung von Fluss und Aue: Durch Uferwälle ist die Havel zum Teil von ihren Auen abgeschnitten. An insgesamt 66 Stellen sollen Wälle und Schutzdeiche entfernt werden und Flutrinnen wieder angeschlossen werden.

Anschluss von Altarmen: Der Altarmanschluss ist für die Havelanrainer der attraktivste Aspekt der Renaturierung. 15 Altarme sollen wieder an den Havel-Hauptstrom angeschlossen werden.

Von Ralf Stork

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