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35000 Besucher auf der Brala

Paaren im Glien 35000 Besucher auf der Brala

Die Leistungsschau im Grünen bot wieder einmal für jeden Geschmack das Passende: Die 27. Brala in Paaren im Glien wurde ein Erfolg. Mehr als 35000 Besucher zog es zu der viertägigen Landwirtschaftsausstellung ins Havelland.

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Für den 15-jährigen Jungzüchter Fritz Kolecki aus Falkensee steht fest: Ich werde Schäfer.

Quelle: Astrid Wiebe

Paaren im Glien. Die 27. Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung schloss am Sonntag nach vier erfolgreichen Messetagen ihre Tore. Die Leistungsschau bot auf dem Gelände des Erlebnisparks Paaren ein Programm mit Spaß, Unterhaltung und Fachwissen. Landmaschinen und Traktoren in Aktion, Tierschauen, Züchterwettbewerbe, Dinge für Haus und Garten, Rummelplatz-Atmosphäre und Kulinarisches an jeder Ecke, lockten traditionsgemäß die Massen an.

Bier in Bio-Qualität

Schon ab dem frühen Vormittag strömten die Besucher in die neu eröffnete historische Braumanufaktur, denn zum ersten Mal wurde das naturtrübe 501 ausgeschenkt. Ein Pils mit weichem Charakter und in Bio-Qualität, das in einer alten Braupfanne aus dem Jahre 1834 gebraut wurde. Dass die sonderbare Wortschöpfung nichts mit dem bekannten Jeansnamen zu tun hat, betont Steffen Krebs, Geschäftsführer des Erlebnispark Paaren: „Der Name kam zustande, weil das Bier mit seinen 4,5 Prozent Alkohol 2017, also ein Jahr nach dem 500. Jubiläum der Festlegung des Deutschen Reinheitsgebotes zum ersten Mal gebraut wurde. Die Marke haben wir uns europaweit schützen lassen.“

Nicht nur Premierenbier gab es zu probieren, sondern erstmals präsentierten sich knapp 35 regionale Erzeuger und Direktvermarkter mit kulinarischen Angeboten nach dem Motto „Handgemacht – mit Lust und Liebe: Genuss made in Brandenburg!“ auf dem Pro-agro-Regionalmarkt. Die Tische und Bänke der 3 000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche waren den ganzen Tag über gut belagert und die langen Warteschlangen an den Ständen zeigten, dass Regionales gut ankommt und schmeckt.

Regionales made in Brandenburg gefragt

Brotaufstriche aus Küstriner Vorland, Gewürzkräuter und Teesorten aus Rohrlack, Salami Beißer vom Strauß aus Neuhardenberg, Löwenzahn Blüten Secco aus Schwielowsee - die Auswahl an Köstlichem war riesengroß und die schmackhaften brandenburgischen Waren füllten denn auch die Taschen und Beutel der Besucher. Manche regionalen Erzeuger präsentierten sich zum ersten Mal vor breiterem Publikum. So Egbert Baehr, Fleischermeister aus Herzberg/Elster, und Andreas Hoffmann, Bäckermeister aus Falkenberg, die gemeinsam eine rustikale Rauchwurst im Brotteig mit Sauerkraut und Natursenf entwickelten und erstmals vorstellten. Der „knackige Fritz“ war ein beliebter Gaumenschmaus bei den Besuchern des Regionalmarktes.

Besuchermagnet, wie in jedem Jahr auf der Leistungsschau im Grünen, waren die Zelte der Tierzuchtverbände. Kaninchen, Federvieh, Rinder, Schweine, Pferde und Schafe – die Vielzahl der präsentierten Tiere, denen man teilweise sehr nahe kommen konnte, machte für Kinder und Familien den Besuch zum Ausflugshöhepunkt.

Jungzüchter stellen sich vor

Fritz Kolecki, dessen Vater Olaf Kolecki sicherlich den Falkenseern als Schäfer bekannt sein dürfte, züchtet seit fünf Jahren Jakobschafe. „Diese auffälligen schwarz-weiß gefleckten Schafe heißen auch Vier – oder Mehrhornschafe und sind in Großbritannien häufig anzutreffen“, erklärt der 15-jährige Nachwuchszüchter den neugierigen Besuchern. „Die Tiere sind für ihre Gutmütigkeit bekannt und Böcke bringen schon einmal bis 80 Kilogramm auf die Waage.“ Acht Muttertiere, einen Schafbock und aktuell sechs Lämmer besitzt Fritz Kolecki. Die müssen jeden Tag vor und nach der Schule versorgt werden. „Ich werde Schäfer“, das steht für den Neuntklässler schon fest. „Mir gefällt es, mit den Schafen übers Land zu ziehen. Die Arbeit im Freien macht mir großen Spaß.“

Dass junge Menschen wieder mehr an Berufen in der Landwirtschaft interessiert sind, freut Gerlinde Korb. Als Ansprechpartnerin am Stand der Initiative „Landaktiv“ informiert sie über Agrarberufe. „Schon ab der Grundschule können Kinder und Jugendliche bei uns an Schulprojekten Landwirtschaft hautnah miterleben. Wir sensibilisieren für Grüne Berufe und vermitteln korrekte Berufsbilder.“

Zweifellos gehören moderne Traktoren und Landmaschinen zum Berufsbild eines Landwirts. Die Räder mannshoch, das Führerhaus mit Klimaanlage, Freisprecheinrichtung und GPS ganz weit oben – die PS-starken Geschosse hatten auch diesmal wieder eine ganz besondere Anziehungskraft. Aber auch die Oldtimerschau der Traktoren und die Fahrten mit den knatternden und qualmenden Exemplaren waren beliebte Höhepunkte bei Groß und Klein.

Wie in jedem Jahr gab es einen Brala-Verkaufsschlager, bei dem die Gartenbesitzer hellhörig wurden. Diesmal war es die Maulwurf-Schreck-Pflanze. Die Wunderpflanze, deren Geruch den pelzigen Gesellen in die Flucht schlagen soll, fand reißenden Absatz.

Von Astrid Wiebe

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