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Havelland 43 000. Falkenseer begrüßt
Lokales Havelland 43 000. Falkenseer begrüßt
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00:18 25.01.2016
Der kleine Ahmed ist der 43 000. Einwohner von Falkensee. Bürgermeister Heiko Müller begrüßte ihn. Quelle: Peter-Paul Weiler
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Falkensee

Falkensee wächst und wächst. Zum Jahresende wurden 43 233 Falkenseer gezählt. Mehr als 100 von ihnen waren am Freitag zum Neujahrsempfang des Bürgermeisters Heiko Müller (SPD) gekommen. Unter ihnen Landrat Burkhard Schröder, Bundestagsabgeordneter Harald Petzold, die Bürgermeister aus Spandau, Schönwalde und Dallgow-Döberitz, Landtagsabgeordnete, Olympiasieger und viele Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Bildung und aus Vereinen.

In seinem Rückblick auf 2015 nannte Heiko Müller zwei Schwerpunkte: Wahlen und Stadthalle. Während die Bürgermeisterwahl für ihn gut ausging, gelang das bei der Stadthalle nicht. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Heiko Müller den 5. September als Eröffnungstermin für die neue Stadthalle genannt. So genau wollte er sich diesmal nicht festlegen, der ursprüngliche Termin ist längst verstrichen, aber in diesem Frühjahr scheint eine Eröffnung doch greifbar. Es wird eine „Stadthalle für alle“ blickte Heiko Müller in die Zukunft. Und der Schriftzug über der Bühne machte das wortspielerisch sichtbar: „Stadt(h)alle“ war da zu lesen.

Ein fröhlicher Ausblick wurde es gestern dennoch nicht. Denn Heiko Müller erinnerte an das schreckliche Attentat in Istanbul, bei dem die Falkenseer Marianne und Rüdiger Faber getötet wurden. Am 5. Februar wird es dazu eine Trauerfeier im Rathaus geben. „Die Welt ist in Aufruhr“, sagte der Bürgermeister, „der Terror hat Falkensee direkt erreicht“. Seit dem Zweiten Weltkrieg hatte es nicht einen derart starken Flüchtlingsstrom gegeben. Er rechne mit eintausend Flüchtlingen, die bis Jahresende in Falkensee leben werden, derzeit sind es 330. Einer von ihnen ist offiziell der 43 000. Einwohner von Falkensee. Mit einem Präsent wurde gestern der kleine Ahmed begrüßt, der Sohn von Aisha und Ahmed Alkhsam. Die Familie hat in Falkensee privat Wohnraum zur Verfügung gestellt bekommen, ihr steht ein deutscher Pate zur Seite, der ihr bei den Behördengängen hilft.

Wie viele Flüchtlinge kommen noch? Darauf weiß keiner eine Antwort. „Das macht vielen Menschen Sorgen, die gilt es ernst zu nehmen“, sagte Bürgermeister Heiko Müller. Aber er ist froh, dass es in dieser Stadt auch die unglaublich große Hilfsbereitschaft gebe. Der Neujahrsempfang wurde deshalb auch genutzt, mit dem Bürgerpreis für 2015 fünf Frauen und Männer auszuzeichnen, die sich besonders für die Betreuung von Bedürftigen einsetzen.

Kathleen Kunath ist Mitbegründerin und Gesicht der Willkommensinitiative Falkensee, in der sich inzwischen mehr als 500 Menschen einsetzen; sie stemmt sich mit ihrer Kraft und ihren Ideen gegen eine Welt des Pessimismus und Egoismus.

Rassoul Faki ist Arzt in Falkensee, als syrischer Kurde gehen ihm die Ereignisse besonders nahe; er sammelt Spenden und ist unermüdlich als Übersetzer für Flüchtlinge unterwegs und betreut sie medizinisch.

Gisela Dittmer ist Pfarrerin in Falkensee, sie will zeigen, dass Menschlichkeit nicht von Religionen abhängig ist, sie vernetzt und vermittelt zwischen Flüchtlingen und Bürgern, hatte selbst bei sich zuhause monatelang einen Flüchtling aufgenommen.

Volker Mueller setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Bedürftigen in der Überflussgesellschaft geholfen wird. Er gehört zu den Initiatoren der Falkenseer Tafel, die auch Sachspenden für Flüchtlinge sammelt.

Michael Richter-Kempin engagiert sich seit mehr als zehn Jahren im „Bündnis gegen Rechts“, das sich mit rechtspopulistischem Gedankengut – auch in Verbindung mit den Flüchtlingen – aktiv und bunt auseinandersetzt.

Aktiv und bunt wurde der Neujahrsempfang auch nach dem offiziellen Teil. Bei den vielen Gesprächen im Saal und in den Fluren des Hauses. Das Büfett bot neben Lachsschnittchen und Hähnchenkeulen als Hingucker eine Torte in Stadthallenform an. Und das führte zur meistgestellten Frage des Abends: „Wann wird die Stadthalle eröffnet?“ Die Antwort des Bürgermeisters, soweit wollte er sich dann doch festlegen, lautete: „An einem Freitag.“

Von Marlies Schnaibel

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