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Havelland Besucher-Boom auf dem Bismarckturm
Lokales Havelland Besucher-Boom auf dem Bismarckturm
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23:24 22.10.2015
Der Blick von der Aussichtsbalustrade des Bismarckturms ins weite Havelland ist ein Erlebnis. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Wenn man an die Bundesgartenschau zurückdenkt, taucht neben vielen positiven Erlebnissen auch ein Ärgernis vor dem geistigen Auge wieder auf: Der anfangs geschlossene Bismarckturm. Wegen Sicherheitsbedenken hatte der Buga-Zweckverband in den ersten Wochen der Schau den Aufstieg auf die Aussichtsplattform verweigert. Erst nach einem regelrechten Proteststurm von Rathenower Bürgern wurde der Turm Anfang Juni geöffnet.

Möglich wurde dies nur, weil der Optikpark sich bereit erklärt hatte, Personal für den Bismarckturm abzustellen. Dies war nicht ohne Risiko: 30.000 Besucher, so die Vorgabe, mussten ein Ein-Euro-Ticket für den Turmaufstieg lösen, sonst wäre die Betreuung zum Verlustgeschäft geworden.

Zehntausende Besucher auf dem Bismarckturm

So ist es nicht gekommen. In der Schlussbilanz des Optikparks sind etwas über 46.000 Besucher verbucht – und dazu rund 1700 Kinder, die keinen Eintritt bezahlen mussten. „Viele Besucher wollten sich den spektakulären Blick ins Havelland nicht entgegen lassen“, sagt Joachim Muus, Geschäftsführer des Rathenower Optikparks. Und etliche hätten in Gesprächen mit dem Personal geschwärmt von dem Erlebnis.

Die Betreuung durch die freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter des Optikparks hat sich bewährt. Quelle: Markus Kniebeler

Grund genug für das Optikparkteam, die Besucherbetreuung am Turm, die er seit 2011 organisiert, weiterzuführen. Allerdings sind, wie in den Vorjahren, die Besuchszeiten im Winterhalbjahr stark eingeschränkt. Wer zwischen Oktober und April die rund 90 Stufen hoch will, der muss sich vorher im Optikpark anmelden. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gibt es in Herbst und Winter keine Aufstiegsmöglichkeiten. Etwaige Ausnahmen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Ab dem Saisonbeginn (24. April) ist der Turm dann bis zum 3. Oktober wieder täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr offen. Zuvor wird nach Auskunft des Optikparkchefs der Turm bereits am Ostersamstag und Ostersonntag (26. und 27. März 2016) zu den vorgenannten Zeiten geöffnet.

1,50 kostet der Aufstieg – Beratung und Broschüre inklusive

Eine Änderung im Vergleich zu der Vor-Buga-Zeit wird es geben. Für den Aufstieg muss ein moderater Obolus entrichtet werden. 1,50 Euro pro Person werden fällig, dafür bekommt der Besucher neben der grandiosen Aussicht ein Faltblatt mit Daten zur Geschichte des Bauwerks und jede Menge Tipps und Informationen von den Betreuern. „Wir halten das Gelände rund um den Turm in Schuss, wir stellen das Personal, wir liefern Informationen – dafür sind 1,50 Euro kein überzogener Betrag“, sagt Muus. Und fügt hinzu: „Qualität darf ruhig ein bisschen kosten.“

Dass der Betrag alles andere als überzogen ist, zeigt ein Blick auf vergleichbare Angebote. Wer etwa auf den Turm der Sankt-Marien-Andreas-Kirche will, zahlt 2 Euro. Eine Fahrt mit dem Buga Skyliner kostete sechs Euro. Und die Aussicht vom Turm ist sogar noch um Einiges besser.

Turm zu Ehren des eisernen Kanzlers

Den Grundstein des Bismarckturms, der zu Ehren des Reichskanzlers errichtet wurde, legte der damalige Rathenower Stadtbaurat Friedrich Sprotte am 1. April 1913.

Feierlich eröffnet wurde das Bauwerk im neugotischen Stil am 24. Juni 1914.

Der Turm ist 34 Meter hoch. Die Aussichtplattform erreicht man über zwei Treppentürme. Der eine ist für den Aufstieg, der andere für den Abstieg reserviert.

Im 2. Weltkrieg Krieg wurde der Turm stark beschädigt. Zu DDR-Zeiten verfiel das Bauwerk.

Im Jahr 2001 begann die umfangreiche Sanierung des Wahrzeichens, am 29. März 2003 wurde das von Grund auf erneuerte Bauwerk feierlich eingeweiht.

Anfangs kümmerte sich der Bismarckturmverein um den Turm. Nach dessen Auflösung übernahm der Optikpark diese Aufgabe und wird dies auch künftig fortsetzen.

Von Markus Kniebeler

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