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50-Jahr-Feier: Ein Leben für die Kita

Premnitz 50-Jahr-Feier: Ein Leben für die Kita

Die Erzieherin Andrea Frimel hat eine besondere Beziehung zu der Kita „Flax und Krümel“ in Premnitz, die seit Montag mit einer Festwoche ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Sie war als Baby mit dabei, als das Haus im November 1966 eröffnet worden ist, hat als Schülerin dort in den Ferien gearbeitet und ist hier nun seit 2010 als Erzieherin tätig.

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Andrea Frimel heute mit einigen Kindern ihrer Kita-Gruppe.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Wenn die Kita „Flax und Krümel“ in Premnitz diese Woche ihr 50-jähriges Bestehen feiert, wird sicher einer Frau etwas mehr Aufmerksamkeit zuteil. Eine der zwölf Erzieherinnen des Hauses war nämlich bereits im November 1966 dabei, als die Einrichtung eröffnet worden ist. Mit verwertbaren Erinnerungen an jene Tage kann die Premnitzerin Andrea Frimel (51) allerdings nicht dienen, denn sie ist damals ein Baby gewesen. „Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich ein Schreikind war“, teilt sie mit. Insofern dürfe es das Personal mit ihr nicht ganz so leicht gehabt haben.

Den Namen „Flax und Krümel“ habe das Haus von Anfang an gehabt, blickt Andrea Frimel zurück. Es sei eine Kinderkrippe gewesen, nur für den Altersbereich von null bis unter drei Jahren. Gleich daneben gab es einen Kindergarten, der ist einige Jahre nach der Wende abgerissen worden. „Ich fand Krippenerzieherin immer toll“, erzählt sie. Bereits als junges Mädchen sei von dieser Tätigkeit begeistert gewesen. Sie ging damals in die Premnitzer POS Geschwister Scholl, hat sich mehrfach um Ferienarbeit in ihrer einstigen Kinderkrippe beworben – und ist auch genommen worden.

Erst Flüchtlinge betreut, dann Verwaltungsdienst

Ihre dreijährige Ausbildung zur Krippenerzieherin hat Andrea Frimel von 1982 bis 1985 an der Medizinischen Fachschule Brandenburg absolviert. Dann nahm sie eine Tätigkeit im damaligen „Dauerheim“ Premnitz auf – einem Heim, in dem auch ganz kleine Kinder waren. Sie hatte ihn, ihren Traumberuf. Doch die Wende kam und das Schicksal bog plötzlich ab. Der Landkreis als Träger schloss 1991 das Dauerheim und bot ihr, um sie nicht entlassen zu müssen, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zur Betreuung der ersten Asylbewerber an. Andrea Frimel sagte zu, betreute Flüchtlinge, qualifizierte sich für den Verwaltungsdienst und war schließlich im Bereich „Hilfe zur Pflege in Einrichtungen“ des Kreissozialamtes für Pflegeheime tätig. Doch ihr fehlte was...

„Ich hab’ in dieser Zeit immer wieder mit Wehmut an meinen Traumberuf gedacht“, erinnert sich Andrea Frimel. Nach fast 20 Jahren in der Verwaltung hat sie sich dann tatsächlich entschlossen, den sicheren Hafen im öffentlichen Dienst zu verlassen, um wieder mit kleinen Kindern arbeiten zu können. Auf privater Basis hat sie zunächst in ihrer arbeitsfreien Zeit eine Anpassungsfortbildung bis zur staatlichen Anerkennung als Erzieherin gemacht. Als der Rechtsanspruch für Eltern auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr kam und Fachkräfte gesucht wurden, hat sie sich 2010 in ihrer alten Kita beworben und wurde genommen. Die hieß immer noch „Flax und Krümel“ und hatte den freien Träger Internationaler Bund.

Eröffnet am 11. November 1966

Die Eröffnung der Kita „Flax und Krümel“ war am 11. November 1966.

Gegründet wurde das Haus als Kinderkrippe mit 64 Plätzen. Nebenan gab es einen Kindergarten mit 100 Plätzen.

Die Kindereinrichtungen entstanden damals im neuen Premnitzer Zentrum, dessen Bau 1963 begann.

Träger der Kita ist seit 2001 der Internationale Bund.

Als Kapazität hat die Kita heute 100 Plätze. Noch in diesem Jahr soll die Erweiterung auf 120 Plätze beginnen.

Während ihrer Zeit in der Verwaltung habe sie immer darunter gelitten, nicht in ihrem Traumberuf arbeiten zu können, das weiß sie jetzt. Nach fast 20 Jahren Pause wieder mit Krippenkindern umzugehen, das sei natürlich ein Sprung ins kalte Wasser gewesen, blickt Andrea Frimel zurück: „Doch ich habe es nie bereut. Sicher gibt es manchmal Stress, aber der ist für mich positiv.“ Die Erzieherinnen seien ein tolles Team, und die Arbeit mit den Kleinen sei wunderbar. „Ich liebe es, sie zu trösten und mit ihnen zu muscheln“, gesteht Andrea. „Sie machen in dieser kurzen Zeit eine so umfangreiche Entwicklung durch, das ist für mich immer wieder faszinierend.“ Die Gruppengrößen im Bereich unter drei Jahren seien relativ klein, so hätten die Erzieherinnen genug Möglichkeiten, sich intensiv um alle Kinder zu kümmern.

Andrea Frimel ist mittlerweile auch Schriftführerin des im Frühjahr gegründeten Fördervereins der Kita und hat wie ihre Kolleginnen viel Arbeit in die Vorbereitung der jetzt laufenden Festwoche investiert. Besonders freut sie sich auf Freitag: Es seien auch ehemalige Erzieherinnen eingeladen, da gebe es sicher viel zu erzählen.„In der Einrichtung, in der ich als Kind glücklich begonnen habe“, resümiert sie, „bin ich jetzt glücklich als Erzieherin und werde hoffentlich auch glücklich in Rente gehen.“

Von Bernd Geske

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