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50 Jahre Kita „Am See“ in Falkensee

Kinderbetreuung 50 Jahre Kita „Am See“ in Falkensee

Mit einer Krippe fing es vor 50 Jahren an: Ein Wohnhaus am Falkenhagener See wurde zur Kinderbetreuung in Falkensee benutzt. Mit 42 Kindern ist die Kita „Am See“ heute die kleinste Einrichtung der Stadt. Gefeiert wurde trotzdem groß.

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Der Kita-Geburtstag wurde draußen gefeiert.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Heute heißen die Kinder in der Falkenseer Kita „Am See“ Frida oder Liliana, William oder Cedric. Als das Haus vor 50 Jahren seine Pforten öffnete, waren es die Sabines und Monikas, Peters und Uwes, die hier betreut wurden. 1966 bezog eine Kinderkrippe am Internationalen Frauentag die Villa am Falkenhagener See. Der „8. März“ sollte auch bis zur Wende der Name der Einrichtung bleiben. Danach weitete man das Angebot auf die älteren Kinder aus und legte sich den geografisch motivierten Namen Kita „Am See“ zu.

Der 50. Geburtstag wurde nach Kinderart begangen. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es mit den Mädchen und Jungen in den nahen Wald zur Schatzsuche. Dann versammelten sich die Steppkes zum Picknick am Haus. Die Kinder hatten sich Minipizza gewünscht.

Die Kita „Am See“ ist die kleinste Kindertagesstätte der Stadt Falkensee. 42 Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis sechs Jahren werden hier betreut. Vier Frauen kümmern sich um die Steppkes.

Zu DDR-Zeiten gab es in dem Haus mal 16 Angestellte, da wurde aber auch noch selbst gekocht und die Wäsche gemacht. Als die Krippe 1966 eingerichtet wurde, bezog sie zuerst nur das Untergeschoss des Wohnhauses. 1981 zogen die letzten Mieter aus, dann wurde auch die Dachetage benutzt. „1987 wurde eine Gruppe mit geistig und körperlich behinderten Kindern eröffnet“, erinnert sich Heidemarie Städter. Sie hat 30 Jahre in der Einrichtung gearbeitet und ist inzwischen in Rente. Aber an ihre Arbeit denkt sie gern zurück: „Das Schönste war, die Kinder aufwachsen zu sehen.“

Die schöne Lage, die Ruhe, die Natur – das hätten die Eltern schon damals geschätzt, erzählt sie. Daran hat sich wenig geändert, sagt die heutige Leiterin Silvia Scheller. Die 54-Jährige weiß, dass so manches Elternpaar enttäuscht werden muss, das sein Kind gern in diese Kita gebracht hätte. Die Plätze sind knapp. „Wir sind sehr gefragt“, sagt Silvia Scheller. Mag das Haus mit seinen baulichen Gegebenheiten für eine Kindereinrichtung auch ungünstig sein, das Innenleben ist bunt und lebendig. Geschätzt wird von den Eltern das Überschaubare, das Familiäre. Aber auch die Arbeit, die hier geleistet wird.

Das Haus ist von 6 bis 17 Uhr offen. Die Kinder sind sehr viel an der frischen Luft, sei es auf dem Grundstück mit seinem Spielplatz oder bei den Spaziergängen in den nahen Wald. „Im Wald sind sie am liebsten“, hat Silvia Scheller beobachtet, „Matschhose und Gummistiefel gehören zur Grundausstattung.“ Im Wald wird mit dem gespielt, was die Natur bietet. „Hier kommen die Kinder zur Ruhe“, erzählt die Kita-Leiterin. Wobei die Ruhe auch mal von großer Aufregung abgelöst wird. Etwa als ein Schädel gefunden wurde. „Ein Dinosaurier?“ wollten die Kinder wissen. Nein, es waren Knochen von einem Wildschwein. Aber auch sehr imposante.

Ein Frühenglisch-Angebot wird den Kindern unterbreitet. Aber allzu viel Sonderaktionen gibt es in dieser Kita nicht. „Die Kinder sollen nicht zu viel getaktet sein, weniger ist manchmal mehr“, beschreibt Silvia Scheller den Ansatz der Betreuung. Die Kinder öffnen sich im Spiel und in der Gruppe. Einen Fernseher gibt es in dem Haus nicht, höchstens wird zu besonderen Tagen, etwa am Nikolaustag, auch mal ein passender Film gezeigt.

Der kleinen Kita am Falkenhagener See steht neben der Trägerschaft durch die Stadt seit 2007 auch ein Förderverein zur Seite. Der hilft bei mancher Neuanschaffung, aber auch, wenn es etwas zu feiern gibt. Denn der runde Geburtstag wird Ende Mai bei einem großen Familienfest so richtig nachgefeiert.

Von Marlies Schnaibel

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