Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
50 Jahre durch dick und dünn

Jubiläum im Nauener Seniorenzentrum 50 Jahre durch dick und dünn

Es lag eine Menge Schnee am 5. Februar 1966, als Christel und Ulrich Traska in Brieselang den Bund fürs Leben schlossen. Ihre Goldene Hochzeit feiern die beiden an diesem Freitag im Seniorenzentrum des Arbeiter-Samariter-Bunds in Nauen im Kreise von Familie und Angehörigen.

Voriger Artikel
Neuer Eigentümer packt an
Nächster Artikel
Heizöllaster kippt um und landet im Vorgarten

Die beiden Jubilare: Christel und Ulrich Traska sind seit 50 Jahren verheiratet.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Nauen. Ein halbes Jahrhundert sind Christel und Ulrich Traska gemeinsam durch dick und dünn gegangen. An diesem Freitag feiert das Ehepaar seine Goldene Hochzeit in Nauen.

Die beiden Jubilare wohnen im Seniorenzentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) an der Dammstraße. In einem Saal des modernen Altenpflegeheims gibt es am Vormittag einen Empfang für die gewiss zahlreichen Gratulanten. „Ich bin mal gespannt, wer von meinen drei Töchtern und drei Söhnen zu der kleinen Feier kommen wird, vielleicht sind auch ein paar Enkel dabei“, sagt Christel Traska.

Die 71-Jährige hat ein bewegtes Leben voller harter Arbeit hinter sich. „In einer Gärtnerei bei meiner Geburtsstadt Rostock habe ich schon mit zwölf gearbeitet. Mit dem Geld konnte ich meiner Mutter helfen, die nur eine kleine Rente bezogen hat.“ Aus dem Mädchentraum, einmal Gärtnerin zu werden, ist nichts geworden. „Es ist eben alles anders gekommen“, meint Christel Traska ein bisschen wehmütig. „Meinen späteren Mann Ulrich habe ich auf einem Versuchsgut für Pflanzenanbau kennengelernt.“ Er stammt aus dem ostpreußischen Königsberg und kam als Heimatvertriebener nach Rostock.

Ulrich Traska erinnert sich noch genau an den 5. Februar 1966. „Als wir nach Zeestow gezogen waren, haben wir in Brieselang geheiratet. An unserem Hochzeitstag lag überall hoher Schnee.“ Einen kleinen Scherz kann er sich nicht verkneifen: „Christel wollte ja unbedingt die Trauung. Und sie hat sich durchgesetzt.“

Für ein Foto des MAZ-Reporters tastet er mit der Rechten nach der Hand seiner Frau. Seit sieben Jahren ist Ulrich Traska blind. „Den Schicksalsschlag hat er ganz gut verkraftet“, sagt sie und schaut ihn liebevoll an dabei. Das Leben war selten leicht für die zwei. „Dreißig Jahre lang habe ich als Tierpflegerin in Zeestow, Bredow und Brieselang geschuftet. Morgens musste ich um halb vier raus und nachmittags noch mal in den Stall. Unsere Kinder und Ulrich haben mächtig im Haushalt geholfen, sonst wäre das alles nicht gegangen“, erzählt Christel Traska.

Ihr Mann äußert nur wenige Worte über die „Plackerei im Kuhstall“, mit denen er seinen früheren Beruf als Melker beschreibt. Seitdem er sein Augenlicht verloren hat, hört der 74-Jährige leidenschaftlich gerne Radio: „Am liebsten Volksmusik und Schlager. Wunderbar finde ich das Duo Marianne und Michael oder den Sänger Semino Rossi.“ Von ihm wünscht sich das Paar bei der Feier zur Goldenen Hochzeit das Lied „Rot sind die Rosen.“

Nach einem Schlaganfall, der sie 1997 ereilte, ist Christel Traska linksseitig gelähmt und muss im Rollstuhl sitzen. Über ihre Behinderung spricht sie kaum, eher über ihre Hobbys: „Ich lese Heimatromane oder löse Kreuzworträtsel. Im Fernsehen gucke ich mir Fußballspiele an, Handball und natürlich Wintersport.“ Die resolut wirkende Dame lebt mit ihrem Gatten seit fast zehn Jahren im Seniorenzentrum. „Hier fühlen wir uns aufgehoben wie in einer Familie, ist doch so, Ulrich.“

Ute Ehrendreich gehört im Pflegeheim als Betreuungskraft zu einem Team von fünf Frauen, das Dampferfahrten, Geburtstagsfeten oder Partys im Garten organisiert. „So eine Goldene Hochzeit ist natürlich ein Highlight bei uns. Es gibt zur Feier des Tages ein bisschen Sekt, belegte Brötchen und diverse Torten“, sagt sie.

Zum Mittagessen darf sich Ulrich Traska auf sein Lieblingsgericht freuen: Wildschwein mit Kartoffelsalat. „Hier im Haus wird es nie langweilig. Das war auch in unserer Ehe so. Wir haben uns immer friedlich zusammengerauft“, erzählt Christel Traska.

Ihr Mann mahnt derweil zum Aufbruch, stellt sich dann hinter den Rollstuhl und schiebt ihn vorsichtig aus dem Zimmer. Auf dem Flur ist Christel Traska zu hören, wie sie ihm freundlich die Richtung weist.

Von Hans-Peter Theurich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg