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5500 Jahre alte Axt entdeckt

Brieselang 5500 Jahre alte Axt entdeckt

Die Erdarbeiten und somit auch die geplante Rodung der Baumstubben auf dem Gelände des Alten Rathauses an der Wustermarker Allee müssen von Archäologen begleitet werden. Grund ist, dass es sich dort um ein Bodendenkmal handelt. So wurde auf dem Grundstück unter anderem eine etwa 5500 Jahre alte Knaufhammeraxt entdeckt.

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Um Baufreiheit für den Kita-Neubau zu schaffen, mussten auf dem Gelände des alten Rathauses zahlreiche Bäume gefällt werden.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Noch ist die Baugenehmigung für den Kita-Neubau an der Ecke Forstweg/Wustermarker Allee nicht eingetroffen. Aber auch mit den Vorbereitungsarbeiten dauert es noch ein wenig. Denn zwar wurden die Bäume auf dem Grundstück des ehemaligen Rathauses gefällt, um Baufreiheit zu schaffen. Doch nun muss die Rodung der Stubben etwas warten. Weil es sich um ein Bodendenkmal handelt, ist es erforderlich, dass Archäologen die weiteren Arbeiten im Boden begleiten. „Die Stubben können gefräst werden, aber es muss jemand vom Fach daneben stehen“, sagte Bauamtsleiter Uwe Gramsch.

Bei vorbereitenden Untersuchungen sind die Experten nämlich bereits fündig geworden. Wie Gramsch mitteilte, fanden sie unter anderem eine neolithische Knaufhammeraxt, die etwa 5500 Jahre alt ist. Nun muss das archäologische Büro ein Konzept erarbeiten, das letztlich von der Denkmalbehörde zu genehmigen ist.

Dass dort aber überhaupt etwas archäologisch Wertvolles gefunden worden ist, ist an sich keine allzu große Überraschung. „Wir befinden uns dort am Rande eine großen bronzezeitlichen Gräberfeldes“, sagt Jens May, Gebietsarchäologe des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums. Er bezeichnete den gefundenen Axtrohling als recht bedeutend. „Das ist schon ein relativ seltenes Stück. Von diesem Typ sind nicht so viele bekannt im Havelland“, so der Archäologe. Wie er weiter sagt, habe die Axt ohne klaren Kontext im Boden gelegen. Im Normalfall finde man so etwas in Gräbern oder Abfallgruben. Das war diesmal nicht der Fall.

Das bronzezeitliche Gräberfeld erstreckt sich fast über den gesamten Forstweg in östlicher Richtung. Auch in der Vergangenheit mussten bei anderen Bauvorhaben in dem Bereich archäologische Untersuchungen vorgenommen werden. „Da sind überall Spuren des Gräberfeldes“, sagt Jens May, auch bronzezeitliche Urnen sind schon entdeckt worden. Da wo neue Bauten entstehen, müssen deshalb in der Regel archäologische Dokumentationen angefertigt werden, auch im Falle des Kita-Neubaus.

Des Weiteren hat die Gemeinde mittlerweile ein Vorabexemplar des vom Landkreis geforderten Verkehrsgutachtens erhalten. Dieses sieht unter anderem vor, dass auf der Südseite des Forstweges ein Gehweg errichtet wird bis mindestens in Höhe Bushaltestelle, besser sogar bis Hans-Klakow-Straße. Ein Schutzgitter vor der Kita soll dafür sorgen, dass dort nicht ausgestiegen werden kann. Wenn die Eltern ihre Kinder holen oder bringen, dann soll dies in der Wustermarker Allee erfolgen. Die Anzahl der geplanten Stellplätze wird als ausreichend erachtet. Zudem empfiehlt das Gutachten einen zweiten Fußgängerüberweg auf dem Forstweg westlich der Wustermarker Allee. Und es soll künftig so sein, dass die fußläufige Verbindung zwischen Markt und Kita verbessert wird, indem man eine neue Brücke über den Graben baut. Insgesamt kommt das Gutachten laut Verwaltung zu dem Schluss, dass die Kita am geplanten Standort verträglich ist.

Von Andreas Kaatz

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