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Havelland 6 verkaufsoffene Sonntage, die kaum einer will
Lokales Havelland 6 verkaufsoffene Sonntage, die kaum einer will
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13:27 29.12.2015
In Falkensee eher selten zu erleben. Quelle: dpa
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Falkensee

Von Potsdamer Zuständen ist Falkensee weit entfernt. In der Landeshauptstadt streiten sich auf juristischem Parkett Einzelhändler und Stadtverwaltung, Innenstadtläden haben an Sonntagen trotz Verbots geöffnet, nun droht ihnen Strafe. Ein solcher Streit ist in Falkensee undenkbar. Die Sache mit den verkaufsoffenen Sonntagen ist seit zehn Jahren geregelt, aber keiner bemerkt’s so richtig.

„Das ist nicht sinnvoll für uns kleine Läden“, sagt Andreas Kohn, der in Falkensee ein Fotogeschäft betreibt. „Wir haben selbst sonnabends nur alle vierzehn Tage geöffnet. Es lohnt sich nicht.“ Insofern ist es ihm nahezu egal, welche Regelung die Stadt dort vorgibt. Denn geregelt wird. Genau nennt sich das „Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen aus Anlass von besonderen Ereignissen an Sonn- und Feiertagen“. Seit zehn Jahren gibt es diese Regelungen in Falkensee. Für 2016 haben die Stadtverordneten wieder sechs Tage ausgewählt: zum Frühlingsfest am 20. März, zum Havellandfest am 8. Mai, zum Stadtfest am 11. September, zum Kürbisfest am 30. Oktober sowie den 1. und 4. Adventssonntag in Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt.

Bei der Abstimmung in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte die Fraktion der Linken geschlossen gegen diese Verordnung gestimmt. „Wir sind gegen Sonntagsöffnung“, sagt Gerhard Thürling, „sie sind arbeitnehmerunfreundlich. Wir sehen keine Notwenigkeit, die Geschäfte am Sonntag offenzuhalten.“ So entstehe ja nicht mehr Kaufkraft, das vorhandene Geld wird nur anders verteilt. Außerdem: Sechs Tage sind der Anfang, wo soll das enden? „Ein Tag Ruhe in der Woche tut den Menschen gut“, sagt Gerhard Thürling und amüsiert sich ein wenig darüber, dass die Linken in der Frage mit der Kirche auf einer Wellenlänge schwimmen.

Verhindern konnten die Linken die sechs verkaufsoffenen Tage aber nicht. „Es ist ein Angebot an die Händler im gesamten Stadtgebiet“, sagt Bürgermeister Heiko Müller (SPD), gemeinsam habe man mit Interessenten nach geeigneten Tagen gesucht, Erfahrungen und Vorschläge berücksichtigt. Er weiß, dass sich momentan in der Frage im Stadtzentrum eher nichts tut, sieht aber „Entwicklungspotenzial“, wenn er an die Ansiedlung des Einkaufszentrums See-Carré denkt. Mit der Vision steht er nicht alleine da. „Das muss man dann mal testen“, sagt Sven Peters von der Goldschmiede Kämling in der Bahnhofstraße. Bisher lohnt es für das Juwelier-Fachgeschäft nicht. „Selbst sonnabends nach 13 Uhr kommt ja kaum noch einer“, sagt er. Es gibt zu wenig Fachgeschäfte, die allein durch ihre Masse zum Bummeln einladen würden. Das könne sich vielleicht ändern, wenn das Einkaufszentrum als Magnet einen verkaufsoffenen Sonntag macht. Aber das wird ja noch bis 2017 dauern.

So lange wollen große Händler nicht warten. Der Baumarkt Hellweg ist bei seinen verkaufsoffenen Sonntagen gut besucht gewesen. Zufrieden ist auch Mike Grajek, der Geschäftsleiter des Selgros-Marktes in Falkensee. Als Großhändler sind sie freier in der Gestaltung ihrer Sonderöffnungszeiten. „Wir waren mit dem Besuch an den Adventssonntagen zufrieden“, sagt er. Aber sie bieten ihren Kunden nicht nur gefüllte Einkaufsregale, sondern an solchen Tagen mehr, wie ein Pokerevent oder Konzert. Zudem wird Geld für einen guten Zweck gesammelt. Der Sonntag soll so mehr als Einkaufstag sein.

Von Marlies Schnaibel

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