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Havelland Dürrehilfe: Landwirte beantragen 16 Millionen Euro
Lokales Havelland Dürrehilfe: Landwirte beantragen 16 Millionen Euro
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10:30 11.01.2019
Die anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr hat vielen Anbaukulturen im Havelland erheblich geschadet. Quelle: Christin Schmidt
Havelland

„Bis Mitte April war die Welt noch in Ordnung“, erinnert sich Detlef Ebert, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Stölln. Doch dann blieb der Regen aus und für den Landwirt nahm ein katastrophales Jahr seinen Lauf. „Das Ende der Geschichte ist, dass wir bei allen Kulturen die schlechtesten Erträge seit 30 Jahren hatten“, erklärt Ebert.

Allein bei den Grünlandflächen konnte Ebert nur rund ein Drittel der sonst üblichen Erträge einholen. Auch Mais und Getreide brachen gut um die Hälfte ein. Dies schmälerte nicht nur die Einnahmen aus der Vermarktung der Anbauprodukte, sondern stellte den Geschäftsführer noch vor eine weitere Herausforderung.

Tierfutter wurde knapp

„Den Großteil der Ernte nutzen wir als Futtermittel für unsere rund 780 Milchkühe. Zeitweise mussten wir vor allem Körnermais zukaufen“, erklärt er.

Da die Agrargenossenschaft schon seit einigen Jahren das Prinzip der Vorratshaltung pflegt, mussten jedoch keine Tiere verkauft werden, weil es nicht mehr genügend Futter gab. „Wir lagern immer Futtermittel für ein halbes Jahr, die Vorräte sind aber so gut wie aufgebraucht“, so Ebert.

60 Betriebe stellten Antrag auf Dürrehilfe

Den Schaden aus der Dürre des vergangenen Jahres schätzt der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Stölln allein für seinen Betrieb auf rund eine Million Euro. Dabei besteht für Ebert und viele weitere Landwirte im Havelland die Hoffnung, dass sie vom Staat finanzielle Unterstützung erhalten. Insgesamt 60 landwirtschaftliche Betriebe haben bei der Agrarförderung des Landkreises einen Antrag auf Unterstützung durch das Bund-Länder-Förderprogramm für Bodenproduktion eingereicht.

Landwirte hoffen auf 16 Millionen Euro

„Die beantragte Schadenssumme beläuft sich im Havelland auf insgesamt 16 Millionen Euro, wovon nach Prüfung etwa 7,7 Millionen gefördert werden könnten“, erklärt Peter Sanselzon, der beim Landkreis für die Agrarförderung zuständig ist. Auf ihr Geld müssen die Bauern aber noch warten. Das Problem: Für das Land Brandenburg stehen etwa 46 Millionen Euro bereit, die Kosten werden zur Hälfte mit dem Bund geteilt. „Die beantragte Schadenshöhe liegt jedoch bei 93,5 Millionen Euro. Woher das restliche Geld kommen soll, ist derzeit noch unklar“, so Sanselzon.

Detlef Ebert hat insgesamt 500 000 Euro beantragt, dies ist die Höchstsumme, die ein Betrieb erhalten kann. „Wenn wir am Ende 250 000 Euro bekommen, können wir zumindest einen kleinen Teil des Schadens ausgleichen“, sagt Ebert. Er geht jedoch davon aus, dass das Geld frühestens Mitte des Jahres gezahlt werde.

Auch Detlef Wacker, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und Geschäftsführer des Märkischen Hofes in Selbelang rechnet damit, dass aufgrund der hohen Schadenssumme nur noch 25 Prozent übernommen werden.

Bauern wünschen sich steuerfreie Rücklage

Und auch mit dem ersten Förderprogramm, bei dem Betriebe bis zu 15 000 Euro für den Zukauf von Futtermitteln beantragen konnten, konnte nur ein kleiner Teil des eigentlichen Schadens ausgeglichen werden. Detlef Wacker würde sich daher etwas ganz anderes wünschen. „Landwirte müssten in guten Jahren eine steuerfreie Rücklage anlegen dürfen, auf die sie dann in Jahren mit massiven Ernteausfällen zurückgreifen können“, so Wacker.

„Wir hatten jetzt vier schlechte Jahre in Folge. Erst zwei Jahre Milchkrise, dann der viele Regen und Überschwemmungen 2017 und nun die Trockenheit. Langsam kommen wir an unsere Grenzen“, sagt auch Detlef Ebert von der Agrargenossenschaft Stölln. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht noch ein weiteres Jahr der Extreme folgt.

Von Danilo Hafer

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