Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland 600 Besucher beim Franziskusfest
Lokales Havelland 600 Besucher beim Franziskusfest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 07.10.2015
Auf der Fazenda bekommen Suchtkranke wieder Lust am Leben. Quelle: Wolfgang Balzer
Anzeige
Markee

Es ist seit 17 Jahren Tradition auf Gut Neuhof bei Markee: Seit der Gründung im Jahre 1998 findet am ersten Oktoberwochenende auf der Fazenda da Esperanca (zu deutsch: „Hof der Hoffnung“) das Franziskusfest statt. Fast 600 Besucher waren am Sonnabend der Einladung gefolgt auf diesem Hof der Hoffnung einen gemeinsamen Tag im Zeichen des Lebens zu begehen und um Erfahrungsberichte junger Menschen zu hören, die hier als Rekuperanten in einer außergewöhnlichen Form der Suchttherapie ihre Abhängigkeit überwunden und ihren Weg zurück in ein verantwortetes, gemeinschaftsorientiertes Leben gefunden haben.

Es mache ihm große Freude, wie hier auf Gut Neuhof und inzwischen weltweit in 111 Fazendas in 20 Ländern das Motto des Jahres „Wir sind Familie – Wir sind Hoffnung“ gelebt wird, sagte der Franziskaner Frei Hans Stapel, der gemeinsam mit Nelson Giovanelli vor 32 Jahren in Brasilien die erste Fazenda gegründet hat. Das Gut Neuhof war die erste Fazenda außerhalb Brasiliens. Hier lebte ein Jahr lang auch Jean-Pierre (43). „Mit 14 Jahren begann ich leichte und mit 21 Jahren harte Drogen wie Heroin zu konsumieren. Mehrere Therapien brachten keinen Erfolg. Irgendwann kam die Erkenntnis: Wenn ich so weiter mache, sterbe ich daran“, erzählte er. Mit 41 Jahren habe er die Notbremse gezogen und sei auf das Gut Neuhof gezogen. „Vorher war da viel Dunkelheit, jetzt habe ich wieder Freude am Leben“, sagt er. Derzeit hilft er als Freiwilliger auf der Fazenda Freren bei Osnabrück (Niedersachsen).

„Wer zur Therapie auf einer Fazenda aufgenommen wird, macht einen radikalen Schnitt“, sagte Pfarrer Franz Schulte beim Franziskusfest. Er müsse bereit sein, sich auf die Säulen des Alltagslebens einer Fazenda einzulassen.: Arbeit, Gemeinschaft und Spiritualität. So versorgen sich die Rekuperanten auf Gut Neuhof weitestgehend selbst. Hier werden Schweine, Schafe und Hühner gehalten, das Gemüse kommt aus dem Garten der Fazenda. Es gibt eine eigene Wäscherei, alle Instandhaltungsmaßnahmen werden selbst ausgeführt. Dabei stehen den Jugendlichen viele freiwillige Helfer zur Seite. Staatliche Zuwendungen erhalte die Fazenda-Familie nicht. Sie lebe von den Erträgen der eigenen Arbeit und von Spenden, sagte Schulte.

Die Besucher des Fests nutzten gern die Gelegenheit im hofeigenen Hofladen Produkte der Fazenda-Gemeinschaft zu erwerben: verschiedene Sorten Wurst, aber auch Olivenöl aus Italien und andere internationale Spezialitäten. Die hatten Bewohner der Fazenden aus Italien, Portugal und der Schweiz mitgebracht.

Sie hatten gemeinsam eine Woche lang das aufwendige Franziskusfest vorbereitet, aber auch über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen und für die Eröffnung ein kleines Theaterstück vorbereitet. Darin erzählten sie die Geschichte vom Leben des Franziskus mit den Armen vor rund 800 Jahren bis hin zur heutigen Fazenda-Bewegung. In Gesprächen mit den Gründern Frei Hans Stapel und Nelson Givanelli und heutigen sowie ehemaligen Bewohnern erfuhren im überfüllten Gemeinschaftsraum fast 300 Besucher, wie junge Menschen in dieser außergewöhnlichen Form der Suchttherapie ihre Abhängigkeit überwunden und ihren Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben gefunden haben.

Bald wird eine weitere Fazenda in Polen eröffnen. Darum werden sich Frei Hans Stapel und Nelson Giovanelli aber nicht mehr kümmern: Nach 32 Jahren an der Spitze der Fazenda-Bewegung legen sie die Verantwortung nach ihrem Besuch des Franziskusfestes in jüngere Hände.

Von Wolfgang Balzer

Havelland Havelland: Polizeibericht vom 4. Oktober - Falkensee: Radler bei Unfall verletzt

In der Karl- Marx- Straße von Falkensee ist am Donnerstagnachmittag ein 66 Jahre alter Fahrradfahrer von einem Autofahrer erfasst und schwer verletzt worden. Rettungskräfte brachten den Havelländer für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus.

04.10.2015
Havelland Brieselang richtet neue Stelle ein - Anlaufstation für Flüchtlingsfragen

Die Gemeinde Brieselang will zum 1. November eine halbe Stelle einrichten, die sich um alle Fragen rund um das Thema Flüchtlinge kümmert. So geht es beispielsweise darum, Räume für die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Willkommensinitiative zu organisieren oder die Integration von Flüchtlingskindern in Kitas und Schulen zu befördern.

05.10.2015
Havelland Verein wird bei PKR-Stellen nicht berücksichtigt - Jugendarbeit in Nauen: Mikado ist raus

Es war ein schwarzer Tag für Mikado: Der Jugendhilfeausschuss des Kreistags hat entschieden, an welche Träger die geförderten Stellen in der Kinder- und Jugendarbeit im Havelland ab 2016 vergeben werden. Mikado wurde dabei in Nauen komplett übergangen. „Das ist der Super-Gau“, so Geschäftsführerin Anke Bienwald. Der Verein will sich neu aufstellen.

05.10.2015
Anzeige