Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
600 Besucher beim Franziskusfest

Fazenda Gut Neuhof öffnete ihre Türen 600 Besucher beim Franziskusfest

Fast 600 Besucher kamen zum Franziskusfest auf der Fazenda Gut Neuhof bei Markee, um einen gemeinsamen Tag im Zeichen des Lebens zu erleben. Junge Menschen berichteten, wie sie auf der Fazenda ihre Sucht überwunden und den Weg zurück in ein verantwortungsvolles, gemeinschaftsorientiertes Leben gefunden haben. Auch die Gründer waren vor Ort.

Neuhof 2, Nauen 52.57284 12.83218
Google Map of 52.57284,12.83218
Neuhof 2, Nauen Mehr Infos
Nächster Artikel
Bewegendes Einheitsfest in Staaken

Auf der Fazenda bekommen Suchtkranke wieder Lust am Leben.

Quelle: Wolfgang Balzer

Markee. Es ist seit 17 Jahren Tradition auf Gut Neuhof bei Markee: Seit der Gründung im Jahre 1998 findet am ersten Oktoberwochenende auf der Fazenda da Esperanca (zu deutsch: „Hof der Hoffnung“) das Franziskusfest statt. Fast 600 Besucher waren am Sonnabend der Einladung gefolgt auf diesem Hof der Hoffnung einen gemeinsamen Tag im Zeichen des Lebens zu begehen und um Erfahrungsberichte junger Menschen zu hören, die hier als Rekuperanten in einer außergewöhnlichen Form der Suchttherapie ihre Abhängigkeit überwunden und ihren Weg zurück in ein verantwortetes, gemeinschaftsorientiertes Leben gefunden haben.

Es mache ihm große Freude, wie hier auf Gut Neuhof und inzwischen weltweit in 111 Fazendas in 20 Ländern das Motto des Jahres „Wir sind Familie – Wir sind Hoffnung“ gelebt wird, sagte der Franziskaner Frei Hans Stapel, der gemeinsam mit Nelson Giovanelli vor 32 Jahren in Brasilien die erste Fazenda gegründet hat. Das Gut Neuhof war die erste Fazenda außerhalb Brasiliens. Hier lebte ein Jahr lang auch Jean-Pierre (43). „Mit 14 Jahren begann ich leichte und mit 21 Jahren harte Drogen wie Heroin zu konsumieren. Mehrere Therapien brachten keinen Erfolg. Irgendwann kam die Erkenntnis: Wenn ich so weiter mache, sterbe ich daran“, erzählte er. Mit 41 Jahren habe er die Notbremse gezogen und sei auf das Gut Neuhof gezogen. „Vorher war da viel Dunkelheit, jetzt habe ich wieder Freude am Leben“, sagt er. Derzeit hilft er als Freiwilliger auf der Fazenda Freren bei Osnabrück (Niedersachsen).

„Wer zur Therapie auf einer Fazenda aufgenommen wird, macht einen radikalen Schnitt“, sagte Pfarrer Franz Schulte beim Franziskusfest. Er müsse bereit sein, sich auf die Säulen des Alltagslebens einer Fazenda einzulassen.: Arbeit, Gemeinschaft und Spiritualität. So versorgen sich die Rekuperanten auf Gut Neuhof weitestgehend selbst. Hier werden Schweine, Schafe und Hühner gehalten, das Gemüse kommt aus dem Garten der Fazenda. Es gibt eine eigene Wäscherei, alle Instandhaltungsmaßnahmen werden selbst ausgeführt. Dabei stehen den Jugendlichen viele freiwillige Helfer zur Seite. Staatliche Zuwendungen erhalte die Fazenda-Familie nicht. Sie lebe von den Erträgen der eigenen Arbeit und von Spenden, sagte Schulte.

Die Besucher des Fests nutzten gern die Gelegenheit im hofeigenen Hofladen Produkte der Fazenda-Gemeinschaft zu erwerben: verschiedene Sorten Wurst, aber auch Olivenöl aus Italien und andere internationale Spezialitäten. Die hatten Bewohner der Fazenden aus Italien, Portugal und der Schweiz mitgebracht.

Sie hatten gemeinsam eine Woche lang das aufwendige Franziskusfest vorbereitet, aber auch über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen und für die Eröffnung ein kleines Theaterstück vorbereitet. Darin erzählten sie die Geschichte vom Leben des Franziskus mit den Armen vor rund 800 Jahren bis hin zur heutigen Fazenda-Bewegung. In Gesprächen mit den Gründern Frei Hans Stapel und Nelson Givanelli und heutigen sowie ehemaligen Bewohnern erfuhren im überfüllten Gemeinschaftsraum fast 300 Besucher, wie junge Menschen in dieser außergewöhnlichen Form der Suchttherapie ihre Abhängigkeit überwunden und ihren Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben gefunden haben.

Bald wird eine weitere Fazenda in Polen eröffnen. Darum werden sich Frei Hans Stapel und Nelson Giovanelli aber nicht mehr kümmern: Nach 32 Jahren an der Spitze der Fazenda-Bewegung legen sie die Verantwortung nach ihrem Besuch des Franziskusfestes in jüngere Hände.

Von Wolfgang Balzer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg