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7. Havelländischer Notfalltag

Friesack (Havelland) 7. Havelländischer Notfalltag

160 Teilnehmer trafen sich im Oberstufenzentrum in Friesack zum 7. Havelländischen Notfalltag. Neben verschiedenen Vorträgen und Fachgesprächen organisierten die Kameraden der Friesacker Wehr auch eine Notfallübung. Zur Veranstaltung gehörte auch ein Abschied.

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Karsten Hermann verabschiedete Frank Heinrich (re.) nach 14 Jahren an den Havelland Kliniken.

Quelle: Uwe Hoffmann

Friesack. In einer Vielzahl medizinischer Notfälle spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle für den Rettungserfolg. „Herzinfarkt, Schlaganfall oder Polytrauma sind nur einige Diagnosen, bei denen der Wettlauf gegen die Zeit bereits am Notfallort beziehungsweise mit Beginn der Symptome einsetzen muss“, erklärte Karsten Hermann am Samstag vor den rund 160 Teilnehmern des 7. Havelländischen Notfalltages im Oberstufenzentrum Fiesack.

Hermann ist Personalleiter des Rettungsdienstes der Havelland Klinken und moderierte die Veranstaltung, in deren Rahmen auch das dritte Brandenburger Notfallsanitäter-Forum stattfand. Unter dem Motto „... jede Sekunde zählt“ nahmen neben Rettungskräften aus dem Havelland auch Vertreter aus dem Kooperationslandkreis Oberhavel sowie Gäste aus Brandenburg/Havel, Teltow-Fläming und Märkisch-Oderland teil.

„Um eine möglichst gute Überlebenschance beziehungsweise eine möglichst vollständige Heilung zu gewährleisten, ist jedes Element in der Rettungskette darauf angewiesen, dass sowohl die vorangehenden wie auch die darauffolgenden Tätigkeiten optimal und ohne Verzögerung durchgeführt werden“, betonte Hermann.

Brandenburg hat bundesweit die zweithöchste Infarktsterblichkeit

Die insgesamt 13 angebotenen Vorträge beschäftigten sich thematisch vor allem mit den Möglichkeiten zur Optimierung von Hilfsfristen und der Verkürzung der Interventionszeiten beispielhafter Erkrankungsszenarien. Dazu gehört auch die entsprechende Ausbildung der Rettungskräfte sowie die Stärkung der Ersthelfersysteme.

Doktor Birga Maier vom Berlin-Brandenburger Herzinfarktregister stellte den Teilnehmern das „QS Notfall“-Projekt zur Qualitätssicherung der Notfallversorgung von Herzinfarktpatienten vor, das sie selbst entwickelt hat.

Die Kameraden der Friesacker Wehr organisierten eine Notfallübung

Die Kameraden der Friesacker Wehr organisierten eine Notfallübung.

Quelle: Uwe Hoffmann

„Brandenburg hat bundesweit die zweithöchste Infarktsterblichkeit“, wusste Doktor Martin Stockburger, Chefarzt der Kardiologie der Havelland Kliniken, zu berichten. „Auch wenn die Zahlen, genau wie im Bundestrend, seit Jahren sinken“. Seit April 2017 beteiligen sich die Havelland Kliniken am „QS Notfall“-Projekt.

Doktor Frank Heinrich beschäftigte sich in seinem Vortrag mit Strategien zur Verkürzung der Interventionszeiten bei Notfallsituationen von Palliativpatienten. Im Jahr 2010 baute Heinrich gemeinsam mit Doktor Karsten Erich am Rathenower Standort der Havelland Kliniken ein Team zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung auf. Zum 1. Oktober verlässt Heinrich nach 14 Jahren die Havelland Kliniken und geht an die Palliativstation in Hennigsdorf.

Sechs Jahre war er medizinischer Leiter des Rettungsdienstes der Havelland Klinken. Zum Abschluss wertete Doktor Stefan Poloczek, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Berlin, in seinem anschaulichen Vortrag den Einsatz zum Terroranschlag am 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz aus.

Auf dem Gelände des Oberstufenzentrums Friesack fand der 7

Auf dem Gelände des Oberstufenzentrums Friesack fand der 7. Havelländische Notfalltag statt.

Quelle: Uwe Hoffmann

In der Mittagspause bauten zehn Kameraden der Feuerwehren des Amtes Friesack einen Notfallbehandlungsplatz des Katastrophenschutzes des Landkreises Havelland auf. Innerhalb von 25 Minuten standen zwei Notfallbehandlungszelte und waren aufnahmebereit. „Mit den insgesamt vier Zelten können innerhalb einer Stunde insgesamt 25 Verletzte eines Notfalles medizinisch erst behandelt werden. Und innerhalb maximal einer Stunde können wir jeden Einsatzort im Landkreis erreichen“, erklärte Sven Scharschmidt, Leiter der Einsatzgruppe.

„Im Juni 2015 hat die Amtsfeuerwehr Friesack mit insgesamt 40 Kameraden dieses seit Ende 2012 im Landkreis befindliche Equipment des Katastrophenschutzes übernommen. Die Trägerschaft für den Notfallbehandlungsplatz durch die Feuerwehr ist im Land Brandenburg mit zehn dieser Notfallfahrzeuge einmalig.“

Im Rahmen des Notfalltages wurden auch in diesem Jahr wieder die neuen Notfallsanitäter-Azubis des Rettungsdienstes der Havelland Kliniken immatrikuliert. Für Feuerwehrfrau Kristin Grade aus Premnitz, Rettungssanitäterin Katharina Belian aus Berlin und die Feuerwehrmänner Tibo Raulf aus Fohrde und Martin Schulz aus Wustermark beginnt damit die dreijährige Ausbildung. Der erste Havelländische Notfalltag fand 2008 im Rathenower Optikpark statt. 2011 übernahmen die Havelland Kliniken den Rettungsdienst im Havelland vom Arbeiter-Samariter-Bund. Seit 2012 wird der Notfalltag jährlich zu einem bestimmten Thema veranstaltet.

Von Uwe Hoffmann

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