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Bauer wegen Bluttat an Veterinär vor Gericht

Todesschüsse aus Schrotflinte werden verhandelt Bauer wegen Bluttat an Veterinär vor Gericht

Mitte Januar hat ein 72-jähriger Landwirt einen Veterinär auf seinem Hof in Klein Behnitz (Havelland) mit einer Schrotflinte erschossen. Der hatte seine Tiere beschlagnahmen wollen. Acht Monate nach der Bluttat wird dem Todesschützen nun der Prozess gemacht. Das Landgericht hat neun Verhandlungstage angesetzt.

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Ein Veterinär überlebte die Schüsse eines verzweifelten Bauers aus Klein Behnitz nicht. Dem wird nun der Prozess gemacht.

Quelle: Archiv / Julian Stähle

Klein Behnitz/Potsdam. Nach der blutigen Attacke auf einem Bauernhof in Klein Behnitz bei Nauen (Havelland) wird dem 72-jährigen Landwirt nun der Prozess gemacht. Der Bauer hatte im Januar einen Mitarbeiter des Veterinäramtes erschossen, weil man ihm seine Tiere wegnehmen wollte. Vom 11. August an müsse sich der Landwirt wegen der tödlichen Schüsse vor dem Landgericht Potsdam verantworten, heißt es in einer Terminankündigung des Gerichts vom Montag.

Der Bauer war offenbar schon länger mit der Haltung seiner 30 Rinder überfordert. Als drei Mitarbeiter des Veterinäramtes samt Viehtransporter vor seiner Tür standen, sah er keinen anderen Ausweg, als zur Schrotflinte zu greifen. Die Tiere waren seine einzigen Freunde, das soll er zu den Mitarbeitern des Amtes gesagt haben, als sie „wegen nicht artgerechter Haltung nach dem Tierschutzgesetz“ beschlagnahmen wollten.
Als sie auf dem Hof waren, kam es zum Streit. Dann gingt alles ganz schnell. Zwei Schüsse. Die Frauen rennen vom Grundstück, bekommen später eine psychologische Behandlung. Der 61-Jährige Franz Matschke, seinerzeit Vietznitzer Ortsvorsteher und Veterinär, wird getroffen – und erliegt auf dem Hof seinen Verletzungen.

Der 61-jährige Vietznitzer Ortsvorsteher wurde mitten aus dem  Leben gerissen, er hinterließ neben seiner Frau auch drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. Mehr als 100 Menschen erwiesen ihm bei der Beisetzung am 31. Januar die letzte Ehre.

Bereits im Sommer 2014 hatte der Todesschütze die Auflage erhalten, seinen Bestand von 30 Rindern auf 5 zu reduzieren. Das Landgericht hat neun Verhandlungstage für den Totschlagsprozess angesetzt. Der 72-Jährige hatte seit der Tat in Untersuchungshaft gesessen. Die  Polizei stand zwischenzeitlich in der Kritik viel zu spät am Unglücksort eingetroffen zu sein. 

Von MAZonline

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Ermittlungen zu tödlicher Tragödie auf Bauernhof dauern an

Auch anderthalb Monate nach der Bluttat liegt noch immer kein Gutachten zur psychischen Verfassung des Landwirtes vor, der Mitte Januar mit einer Schrotflinte um sich geschossen hat, als das Veterinäramt seine 30 Rinder einziehen wollte. Dabei wurde ein Tierarzt tödlich getroffen.

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