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Havelland 72-Jähriger macht die Senioren fit fürs Netz
Lokales Havelland 72-Jähriger macht die Senioren fit fürs Netz
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18:23 27.02.2017
Reinhard Gundermann bringt seinen Schülern mit Geduld und Humor die Welt des Computers näher. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Für die Jugend gehören Smartphone, Tablet und Laptop ganz selbstverständlich zum Alltag. Die so genannten Digital Natives, die „digitalen Ureinwohner“ wachsen mit diesen Dingen auf. Sie werden in einer technisierten Welt groß. E-Mail, Chat, Browser, Pixel oder App sind für sie keine Fremdwörter.

Anders geht es all jenen, die erst im Erwachsenenalter mit diesen Dingen in Berührung kommen oder sich gar erst im Rentenalter zum ersten Mal an einen Computer setzen. Reinhard Gundermann kann sehr gut nachvollziehen, wie es den sogenannten digital Immigrants, den „digitalen Einwanderern“ geht. Seit mittlerweile 15 Jahren bringt er ehrenamtlich Havelländern das Arbeiten mit dem Computer und das Internet näher. Dabei gehört der gebürtige Sachse mit seinen 72 Jahren keineswegs zu der Generation, die mit Bits und Bytes groß geworden ist.

Ruhig und mit viel Achtsamkeit bringt der Kursleiter den Damen die PC-Technik näher. Quelle: Christin Schmidt

Als Ingenieur für Mess- und Regeltechnik hatte er aber das Glück, dass ihm sein Arbeitgeber nach der Wende die Teilnahme an Grundlagenkursen ermöglichte. Später ließ er sich zum Multimediassistenten umschulen. Früher gab Reinhard Gundermann unter anderem an der Volkshochschule Kurse, seit August 2005 bietet er im Lutherhaus unter dem Titel „Einstieg auf die ruhige Art“ PC- und Internet-Kurse. Seine Schüler sind 60 und älter und größtenteils Frauen. „Es kommen immer mehr Frauen als Männer und ich muss sagen, sie haben auch einfach mehr Ehrgeiz“, verrät Gundermann.

Derzeit bringt er fünf Damen und einem Mann die Geheimnisse der Textverarbeitung näher. Während seine Schüler konzentriert auf den Bildschirm schauen, erklärt Trainer Gundermann, was zu tun ist. Klappt etwas nicht, ist er sofort zur Stelle. „Er ist wirklich sehr geduldig mit uns, wie ein Engel und er erklärt alles so wunderbar verständlich und anschaulich. Dafür sind wir ihm unheimlich dankbar“, schwärmt eine Teilnehmerin.

Alle sind sich einig, das Arbeiten mit dem Computer macht Spaß und es wird umso spannender, je tiefer man einsteigt. Natürlich hätten sie sich all das auch von ihren Kindern oder Enkeln beibringen lassen können, aber die haben meist keine Zeit oder keine Geduld. „Hier haben wir keinen Druck. Ich übe mit ihnen so lange, bis es jeder verstanden hat“, betont Gundermann und fügt hinzu: „Für Fehler bin ich sogar dankbar, denn daraus können alle etwas lernen.“

Sein bisher ältester Schüler war 84 Jahre alt. Ein Münzsammler, der die neue Technik nutzen wollte, um an Online-Versteigerungen teilzunehmen. Eine Dame des aktuellen Kurses braucht das Wissen, um Lernmaterial für ihren Nachhilfeunterricht vorzubereiten. Die Motivation der Teilnehmer ist unterschiedlich, die meisten kommen einfach aus Interesse. Zwei Mal pro Woche treffen sie sich für zwei Stunden. „Manchmal kommen auch ehemalige Schüler dazu, stellen Fragen oder wollen ihr Wissen auffrischen“, sagt Gundermann.

Etwa drei Monate läuft ein Kurs, in dieser Zeit lernen die Teilnehmer alles – vom Ein- und Ausschalten über Ordner anlegen, Daten auf dem Rechner wiederfinden, Textverarbeitung und Sicherheit im Internet. Jeder bringt seinen eigenen Laptop mit. Pro Doppelstunde zahlen die Teilnehmer drei Euro. Der Kurs gehört zum Angebot der Evangelischen Erwachsenenbildung der Diakonie, die Räume stellt die Evangelische Kirche zur Verfügung. Infos unter Telefon: 0 33 85/53 77 36

Von Christin Schmidt

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