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A 10: Raststätte auch ohne Autobahnausbau

Verkehrsprojekt A 10: Raststätte auch ohne Autobahnausbau

Die Autobahn A 10 könnte auf dem westlichen Berliner Ring bis 2030 sechspurig ausgebaut werden.Das Projekt steht im Bundesverkehrswegeplan – allerdings mit untergeordneter Priorität. Bis die Bagger rollen, könnten daher noch Jahre vergehen. Der mögliche Bau einer Autobahnraststätte wird davon nicht beeinflusst. Sie könnte auch ohne einen Streckenausbau entstehen.

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Am westlichen Berliner Ring könnten bald die Bagger rollen. Am Dreieck Havelland, hier im Bild, ist der Ausbau bereits abgeschlossen.

Quelle: Enrico Kugler

Havelland. Die Autobahn A 10 zwischen den Dreiecken Havelland und Werder – der westliche Berliner Ring – könnte bis 2030 sechspurig ausgebaut werden. Zumindest ist das Projekt in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden – allerdings mit untergeordneter Priorität. Einen konkreten Baubeginn nennt das Papier daher noch nicht. „Ob und welche Projekte aus der Kategorie ,Weiterer Bedarf’ umgesetzt werden, kann derzeit nicht vorhergesagt werden, die Entscheidungen trifft der Bund“, heißt es dazu aus dem Brandenburger Infrastrukturministerium.

Der westlichste Abschnitt ist der schmalste auf dem Berliner Ring. Es gibt dort nur zwei Fahrspuren und keinen Standstreifen, was für erhöhte Unfall- und Staugefahr sorgt.

Schon lange existiert daher der Wunsch die Autobahn auf sechs Spuren zu verbreitern, um damit eine „Verbesserung der kontinentalen, großräumigen und regionalen verkehrlichen Verbindungsfunktion der A 10“ zu erreichen, wie es im Bundesverkehrswegeplan formuliert ist. Die Erweiterung sei der „wichtigste Bestandteil zur Umsetzung des strategischen Ziels der Konzentration des Fernverkehrs auf und Verteilung über die A 10.“ Bei der jüngsten Verkehrsanalyse wurden auf dem Westring je nach Abschnitt täglich zwischen 27 900 und 34 400 Fahrzeuge gezählt. Rund ein Fünftel davon entfällt schon jetzt auf den Schwerverkehr.

Aus den Jahren 2001/2002 liegen bereits Vorplanungen für einen Ausbau vor, die, falls dieser konkret wird, nochmals geprüft und Bezug auf das jeweils planungstechnische Regelwerk überprüft und bei Bedarf angepasst werden, erklärt das Infrastrukturministerium. Insgesamt würde die Fahrbahn laut Bundesverkehrswegeplan auf einer Länge von 45,1 Kilometern ausgebaut werden, allerdings in mehreren Abschnitten.

Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf 568 Millionen Euro – und darin sind die Planungskosten noch gar nicht einberechnet. Bis auf 2,3 Millionen Euro übernimmt der Bund sämtliche Kosten. Dieser ist nach dem Grundgesetz verantwortlich für die Finanzierung von Bau und Erhalt der Bundesverkehrswege wie Autobahnen, Bundesstraßen, Bundesschienenwege und Bundeswasserstraßen.

Bis zum tatsächlichen Baubeginn am Berliner Ring könnten allerdings noch etliche Jahre vergehen. Der mögliche Bau einer Autobahnraststätte „Havelseen“ an der A 10 wird davon nicht beeinflusst. Das Bundesverkehrsministerium hat dem aktuellen Standortkonzept des Landes zugestimmt. Im nächsten Schritt muss nun das Land nun die technische Planung erstellen und anschließend das Planfeststellungsverfahren durchführen. Sobald Baurecht vorliegt, könnte der Bau der Anlage starten – zeitlich unabhängig und durchaus auch vorab zu den Überlegungen zum Streckenausbau. „Somit ist es möglich, dass ,Havelseen’ eigenständig geplant und gebaut wird“, sagt Steffen Streu, Sprecher des Infrastrukturministeriums.

Die Rastanlage bei Autobahnkilometer 130 ist der Ersatz für die nördlicher gelegenen Standorte Wolfslake-Ost und Wolfslake-West, die nicht mehr den heutigen Standards genügen. Sie soll allerdings lediglich einseitig bewirtschaftet werden; Autofahrer, die in Richtung Norden zum Dreieck Havelland unterwegs sind und dort eine Pause machen möchten, würden sie aber über eine Brücke erreichen können. Ursprünglich war eine größere Raststätte vorgesehen gewesen. Nach Protesten von Bürgern vor allem aus Priort wurden diese Pläne jedoch verworfen.

Von Philip Häfner

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